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Stadt Wolfsburg So teuer ist Wohnen in Wolfsburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg So teuer ist Wohnen in Wolfsburg
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10:48 15.08.2019
Die Steimker Gärten: Hier entstehen derzeit hunderte neue Wohnungen. Die hat Wolfsburg bitter nötig. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

 Jeder, der in Wolfsburg schon mal eine Wohnung gesucht hat, kennt das Problem: Der Markt ist leer gefegt. Um eine adäquate Wohnung zu bekommen, braucht es Glück und vor allem einen gehörigen Schuss Geduld. Das wirkt sich natürlich auch auf die Preise aus. Während sich diese bei den Bestandswohnungen der großen Wohnungsbaugesellschaften durchaus moderat und teilweise sogar günstig gestalten, sind sie auf dem privaten Wohnungsmarkt in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Auch im Neubau zeichnet sich ein deutlicher Trend hin zu hohen Mietpreisen ab.

Wolfsburg als Wohnort extrem gefragt

Mit etwa 121 000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten – Tendenz weiter steigend – und täglich 78 000 Einpendlern ist Wolfsburg als Wohnort extrem gefragt. Die Zahlen sprechen Bände. So verzeichnet die Wohnungsbaugesellschaft Volkswagen Immobilien (VWI) bei rund 9000 Wohnungen derzeit einen Leerstand von gerade einmal 0,4 Prozent. Ändern wird sich das auf absehbare Zeit nicht. „Wir registrieren unverändert monatlich durchschnittlich 350 Neuinteressierte, insgesamt haben wir aktuell 1900 Interessenten“, informiert VWI-Sprecher Stefan Uckelmann.

Wohnungsleerstand existiert nicht

„Marktbedingter Leerstand von Wohnungen ist Wolfsburg quasi nicht existent“, weiß auch Janina Thom, Sprecherin der Wohnungsbaugesellschaft Neuland, die über rund 12 000 Wohnungen in Wolfsburg verfügt. 2500 bis 3000 Interessenten sind permanent bei der Neuland registriert. Macht also gut 5000 Wohnungssuchende in Wolfsburg.

Moderate Bestandsmieten bei Wohnungsbaugesellschaften

Einen offiziellen Mietspiegel, wie es ihn in vielen anderen Städten gibt, existiert für Wolfsburg nicht. Fakt ist aber: Eine solche Wohnungsknappheit hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Preise. Diese halten sich bei den Wohnungsbaugesellschaften allerdings in Grenzen. Bei der Neuland lag die Nettokaltmiete 2018 bei nur 5,83 Euro und war damit gegenüber 2017 nur um 1,5 Prozent angestiegen. Zum Stichtag 30. Juni lag die Miete bei den Bestandswohnungen nur geringfügig höher bei 5,89 Euro pro Quadratmeter. Bei Neuvermietungen – auch mit Neubauprojekten – wurden 6,63 Euro fällig.

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Auch die VWI bietet die meisten ihrer Wohnungen zu einem ähnlich niedrigen Preis an. Bei 80 Prozent der Wohnungen liegt der Quadratmeterpreis bei unter 7 Euro, die durchschnittliche Bestandsmiete beträgt aktuell 6,50 Euro pro Quadratmeter. Jährlich hat sich die Miete bei der VWI damit um lediglich zwei Prozent erhöht. Für modernisierte Wohnungen in der Neuvermietung müssen die Menschen bei der VWI derzeit durchschnittlich 7,45 Euro berappen.

Lage und Ausstattung spielen große Rolle

Auf dem privaten Wohnungsmarkt gestalten sich die Preise nur teilweise unterschiedlich. Im Verein Haus & Grund, einer Interessenvertretung für private Vermieter, sind in Wolfsburg 2100 Mitglieder zusammengeschlossen. Diese besitzen etwa 6000 Mieteinheiten, wobei nicht alle davon in Wolfsburg und nicht alle davon auch Wohnungen sind. Im Durchschnitt liegt die Miete bei den von Haus & Grund betreuten Objekten bei etwa 7 Euro pro Quadratmeter, berichtet der Erste Vorsitzende Manfred Malecha. „Das variiert aber natürlich stark nach Lage und Ausstattung.“

Deutlich höhere Preise auf Immobilienportalen

Schaut man sich jedoch auf den Immobilienportalen im Internet um, ergibt sich da ein ganz anderes Bild. Bereits im April hatte das Nachrichtenmagazin Spiegel mit Bezug auf eine Studie berichtet, dass Mietsteigerungsrate auf dem privaten Wohnungsmarkt für Wolfsburg zwischen 2008 und 2018 fast 68 Prozent betrug. Durchschnittlich liegt die Miete laut dem größten Portal, immobilienscout24, bei derzeit 8,60 Euro pro Quadratmeter. Es gibt aber vereinzelt Angebote die deutlich darüber liegen und auch manche Stadtteile, wie etwa der Rabenberg, liegen laut Portal bei über 10 Euro pro Quadratmeter. „Und die Entwicklung geht ganz klar nach oben“, sagt Malecha.

Wolfsburg gilt als Brennpunkt

Dadurch, dass knapp 60 Prozent der Wohnungen in Wolfsburg, in Hand der Wohnungsbaugesellschaften sind, ist die Preissituation sicher nicht so angespannt wie in anderen Städten. Das sieht auch der Mieterverein Wolfsburg so. „Die Bestandsmieten bewegen sich im Rahmen“, meint Sebastian Thiele, der als Berater für den Mietverein tätig ist. Kritisch sei die Situation dennoch. Eine Sache zeige dies deutlich: Laut gesetzlicher Mietpreisbremse dürfen Vermieter die Miete alle drei Jahre um 20 Prozent anheben. „In Brennpunkten kann das Land dies aber auf 15 Prozent reduzieren. In Wolfsburg ist das der Fall. Das sagt vieles“, so Thiele.

Zu wenig neuer bezahlbarer Wohnraum

Ebenso sieht er die derzeitige Wohnungsbaupolitik problematisch. „Die Mieten im Neubau sind hoch. Im Moment kann man sagen: Reich baut für Reich“, so Thiel. Zwar gebe es in Wolfsburg dank VW viele Menschen, die diese hohen Mieten zahlen können, „aber viele eben auch nicht.“ Unterstützung bekommt er bei dieser Aussage von Malecha. „Der Bedarf nach bezahlbaren Wohnraum in Wolfsburg ist sehr hoch, da wurde in den letzten Jahren geschlafen“, so der Architekt. Ein Blick auf die Preise bestätigt diese Einschätzung. Bei der Neuland liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Neubau bei 8,58 Euro, bei der VWI sogar zwischen 11 und 12 Euro.

Haus-und-Grund-Vorsitzender im WAZ-Interview: „Es wird am Bedarf vorbei gebaut“

Im WAZ-Interview: Haus-und-Grund-Vorsitzender Manfred Malecha. Quelle: Haus & Grund

Manfred Malecha ist der Erste Vorsitzende des Vereins Haus & Grund Wolfsburg und Umgebung, welcher die Interessen von etwa 2100 privaten Vermietern vertritt. Im Gespräch mit der WAZ äußert er sich zur derzeitigen Situation auf dem Wolfsburger Wohnungsmarkt.

WAZ: Herr Malecha, wie schätzen Sie den Wolfsburger Wohnungsmarkt und seine Entwicklung ein?

Manfred Malecha: „Die Entwicklung der Mietpreise geht durch die große Nachfrage und den Wohnungsmangel ganz klar nach oben. Es besteht großer Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum. Da wurde in den letzten Jahren ganz klar geschlafen.“

WAZ: Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern?

Malecha: Wir fordern einen Mietspiegel für Wolfsburg. Viele andere Städte haben diesen bereits, Wolfsburg sträubt sich bisher. Wahrscheinlich weil die Gefahr besteht, dass Vermieter ihre Preise nach oben anpassen. Wir sehen das anders. Der Mietspiegel bietet eine objektive Vergleichsmöglichkeit, mit der man „schwarze Schafe“ viel besser identifizieren und kontrollieren kann. Ein Mietspiegel schafft für Mieterhöhungen eine Grenze nach oben.

WAZ: Wie schätzen Sie die derzeitigen Wohnungsbauprojekte in Wolfsburg ein?

Malecha: „Im Moment wird aus unserer Sicht am Bedarf vorbeigebaut. Die Neubauprojekte sind zumeist sehr hochpreisig. Sie sind auf eine bestimmte Klientel ausgerichtet. Der Bedarf an dieser Art von Wohnungen ist aus meiner Sicht damit gedeckt. Es muss mehr preiswerter Wohnraum geschaffen werden. Die Statistik zeigt: Es werden vor allem immer mehr Single-Wohnungen gesucht. Auch in Wolfsburg mieten sich Studierende mittlerweile vorübergehend auf Sofas ein, weil sie keinen passenden Wohnraum finden. Wenn ich zudem die horrenden Preise für Eigentumswohnungen in den Neubauprojekten sehe, glaube ich, dass eine weitere Steigerung nicht mehr möglich ist.“

Von Steffen Schmidt

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