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Stadt Wolfsburg Fridays for Future: Schüler demonstrieren vor Wolfsburger Rathaus
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Fridays for Future: Schüler demonstrieren vor Wolfsburger Rathaus
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16:15 13.08.2019
Klimasünder zum straucheln bringen: Beim Dosenwerfen zielten die Teilnehmer auf Konzern-Logos, die aus Sicht der Schüler zur Klima-Krise beitragen. Quelle: Britta Schulze
Wolfsburg

Mit einem Demonstrationszug sollte es an diesem Freitag nicht getan sein. Die Wolfsburger Fridays for Future-Bewegung hatte diesmal mehr zu bieten und vor dem Rathaus einige Aktionen organisiert. Dass die jungen Menschen in Sachen Klimaschutz nicht locker lassen, zeigte eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Stadtrat, bei der die Schüler konkrete Antworten auf ihre vor der Sommerpause im Rat vorgebrachten Forderungen einforderten.

CDU und AfD fehlen bei Diskussion mit Schülern

Den Fragen stellten sich Hans-Georg Bachmann (SPD), Olaf Niehus (Grüne), Jens Tönskötter (PUG), Marco Meiners (FDP) und Bastian Zimmermann. Die CDU suchte man vergeblich. „Die haben leider nicht auf unsere Einladung reagiert“, sagte die 17-Jährige Miriam Buchhauser, die die Diskussion leitete. Die AfD hatte man gar nicht erst eingeladen. „Da gibt es keine Gemeinsamkeiten“, begründete sie und erntete dafür lautstarken Applaus.

Lob für die Bewegung

Von den Politikern gab es Lob für die Bewegung. Dank den Schülerprotesten habe es vor der Sommerpause einen wahren Ideenwettbewerb zu Klimaschutzthemen im Rat gegeben. Mehrere Anträge seinen eingebracht worden, über die jetzt diskutiert werden müsse.

Die jungen Leute hatten sich für die Stunden nach ihrem Protest-marsch einiges überlegt. Es gab Musik, kostenloses Essen aus geretteten Lebensmitteln, Bastelaktionen, Dosenwerfen, zahlreiche Infos und Klima-Tipps sowie eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Stadtrat.

Schön und gut: Doch was konkret stellen sich die Parteien denn vor, um beispielsweise den ÖPNV stärker zu fördern, wollten die Demonstranten wissen. Günstigere Schülertickets, eigene Busspuren, bessere Taktung waren die vorgeschlagenen Lösungen.

Umsetzung dauert den Schülern zu lange

Immer wieder klang aber an, dass die Umsetzung von Projekten zu lange dauere –und genau das wurde von den Schülern heftig kritisiert. „Wir haben diese Zeit nicht“, appellierte Miriam Buchhauser. Bachmann forderte eine strategischere Umweltpolitik und Meiners eine Verwaltungsreform. Zimmermann sprach von falschen Prioritäten in der Politik. Er forderte die Schüler auf: „Schaut uns auf die Finger, kommt in jede Sitzung und erzeugt Druck – nur das hilft.“

Dosenwerfen auf Klimasünder

Neben der Diskussion hatte die Bewegung auch für musikalische Unterhaltung gesorgt. An Basteltischen konnten Protest-Plakate gefertigt werde. Die Verpflegung zeigte, wie Klimaschutz praktisch funktionieren kann, denn alle Lebensmittel – unter anderem zwei riesige Säcke Backwaren –waren von foodsharing vor dem Müll gerettet worden. Beim Dosenwerfen zielte die Teilnehmer auf Konzern-Logos – unter anderem auch auf das von Volkswagen. „Das hatten wir kontrovers diskutiert, weil die Stadt von VW lebt“, verriet Miriam Buchhauser. „Aber der Konzern kann es als Motivation sehen: Vielleicht haben sie in einigen Jahren keine Dose mehr.“

Mehr zum Thema lesen sie hier: Warum auch Erwachsene bei der Klima-Demo mitlaufen

Von Steffen Schmidt

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