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Stadt Wolfsburg Mehr Comedy als Lesung: Katrin Bauerfeind begeistert im Hallenbad
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Mehr Comedy als Lesung: Katrin Bauerfeind begeistert im Hallenbad
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22:00 05.11.2019
Katrin Bauerfeind unterhielt das Publikum im Hallenbad mit wunderbar pointierten Geschichten. Quelle: Robert Stockamp
Wolfsburg

Ihr aktuelles Buch „Alles kann, Liebe muss“ stellte TV-Moderatorin Katrin Bauerfeind am Dienstagabend im Hallenbad bei den Lesetagen vor. Eine Lesung gab es für das Publikum allerdings nicht. Bauerfeind hatte aus dem Stoff ihres Buchs einen wunderbaren Stand-up-Comedy-Abend gemacht.

Katrin Bauerfeind ist in Aalen geboren, tief im Schwabenländle. Das habe ihr das Leben nicht gerade leichter gemacht. „Bei uns sagt man nicht: Ich hab’ dich lieb“, erklärte sie. „Meine Oma kocht oder backt ‚Ich hab’ dich lieb’.“

Gleich zu Beginn spielte sie mit den Klischees ihrer alten Heimat sehr zur Belustigung des Publikums. Sie malte es sich aus, wie es wohl sei, wenn sie entführt als Kind entführt worden wäre und die Entführer 5000 Mark Lösegeld gefordert hätten. Da boten die Schwaben mit ihrer angeblichen Gefühlsarmut und dem zwanghaften Geldsparen eine gute Zielscheibe.

Man kann sich das Gespräch gut ausmalen. Da hieß es „neue Couch oder Katrin“ und das musste erst einmal richtig ausdiskutiert werden. Die vielseitige Bauerfeind ist inzwischen auch eine gute Schauspielerin und spielte die Szene mit wunderbarer Mundart. Die Lacher und den Applaus des Publikums hatte sie sicher auf ihrer Seite.

Großartig erzählte kleine Geschichten

Ihre kleinen Geschichten, die immer nur ein bisschen zu überdreht waren und aus ihrem eigenen Leben gegriffen schienen, waren großartig erzählt, unterhaltsam und in der Regel mit einer feinen Pointe am Schluss versehen. Eine Lesung im herkömmlichen Sinne hätte niemals so unterhaltsam sein können.

Oft konnte man sich als Zuschauer auch selbst gut in die Geschichten hineinversetzen; wie etwa in die, die mit der Situation beginnt, dass man ganz kurz mal falsch geparkt hatte, nur um gleich einen unfreundlichen Zettel am Auto zu finden.

Aus dieser Situation strickte Katrin Bauerfeind eine wunderbare Geschichte stetiger innerer Eskalation, die darin mündete, dass sie fast explodiert wäre, dann aber doch von einem herzergreifenden Vorkommen wieder runtergeholt wurde. Das ganze endete dann in einem Liebesbrief an den Zettelschreiber. Sie rief ihn und eigentliche alle dazu auf, sich doch mal wieder gegenseitig richtig lieb zu haben.

Ein Plädoyer an die Liebe

Das könne man mit jedem, zumindest jedes fünfte Mal, „außer mit Nazis und Rassisten, denen müssen wir immer auf die Fresse hauen“. Das war wie der ganze Abend ein wunderbares Plädoyer an die Liebe und den gesunden Menschenverstand.

Zur Person: Katrin Bauerfeind

Katrin Bauerfeind wurde am 21. Juli 1982 in Aalen (Baden-Württemberg) geboren und hat Technikjournalismus studiert. Das erste Mal im TV war sie zu sehen, als sie 2007 für 3sat den täglichen Bericht zur Berlinale moderierte. Von 2009 bis 2011 war sie Teil des Teams von Harald Schmidt in dessen Late-Night-Show, von 2009 bis 2013 moderierte sie das nach ihr benannte Popkulturmagazin „Bauerfeind“ auf 3sat. Seit März 2018 ist sie Gastgeberin des Podcasts „Frau Bauerfeind hat Fragen“. Seit Februar 2019 moderiert Bauerfeind die Talkshow Bauerfeind – Die Show zur Frau, die bei MDR und One ausgestrahlt wird. Am 23. September 2019 veröffentlichte der Streaminganbieter Joyn die erste Staffel der mit Bauerfeind in der Hauptrolle besetzten Comedy-Fernsehserie „Frau Jordan stellt gleich“. Bauerfeind hat außerdem drei Bücher geschrieben: „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag: Geschichten vom schönen Scheitern“, „Hinten sind Rezepte drin: Geschichten, die Männern nie passieren würden“ und „Alles kann, Liebe muss: Geschichten aus der Herzregion“.

Der nächste Autor der Lesetage ist Dietmar Barth. Er liest am Freitag, 8. November, um 20 Uhr im Hallenbad-Kulturzentrum aus seinem Sci-Fi-Roman „Neptunation“.

Von Robert Stockamp

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