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Stadt Wolfsburg Was die Mahnwache vorm Wolfsburger Rathaus bewiesen hat
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Was die Mahnwache vorm Wolfsburger Rathaus bewiesen hat
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18:17 17.10.2019
Rathausvorplatz: Hier fand die interreligiöse Mahnwache des Abrahamforums am Donnerstag statt. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Christen, Juden und Muslime: Sie alle sind am Donnerstagmittag vorm Rathaus zusammengekommen, um eine Mahnwache abzuhalten. Die weit über 100 sangen und beteten gemeinsam, um dem rechtsextremistischen Anschlag in Halle etwas entgegenzusetzen. Eingeladen hatte das Wolfsburger Abrahamforum, der Zusammenschluss von jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden der Stadt.

Als Reaktion auf den antisemitischen und rechtsextremen Anschlag in Halle hatte das Abrahamforum am Donnerstag zu einer Mahnwache vor dem Wolfsburger Rathaus aufgerufen. Rund 100 Menschen waren dabei, darunter Christen, Juden und Muslime. Gemeinsam wurde gesungen und gebetet.

„Die Religionsfreiheit in Deutschland ist gefährdet, das darf nicht sein“, sagte Rabbiner Yakov Yosef Harety von der Orthodoxen Jüdischen Gemeinde Wolfsburg. „Dieser Angriff muss uns alle in unserem Land wachrütteln.“

Gegen Intoleranz und Gewalt

Die Veranstaltung richtete sich nicht nur gegen Antisemitismus, sondern gegen Intoleranz und Gewalt im Allgemeinen. Ob „auf dem Schulhof, im Werk oder im Geschäft“: Diskriminierende Sprüche oder Witzeleien dürfe niemand einfach hinnehmen, mahnte Christian Berndt, Superintendent im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen und Vertreter des Abrahamforums. Auch Stadträdtin Iris Bothe warnte vor einem „toxischen gesellschaftlichen Klima“, das zum Nährboden für Extremismus und Gewalt werden könne, wenn niemand etwas dagegen unternehme. Bürgermeister Ingolf Viereck bekräftige das: „In Zeiten wie diesen kommt es darauf an, dass die Zivilgesellschaft Gesicht zeigt.“

„Antisemitische Tendenzen“

Was jeder Einzelne beitragen kann, erklärte Souheil Thabti, Geschäftsführer des Islamischen Kulturzentrums Wolfsburg. Es komme darauf an, die Mitmenschen nicht in Kategorien zu betrachten, sondern in erster Linie als Mensch. „Friede geht nur Hand in Hand“, so Thabti. Und hatte zuvor Stadträtin Iris Bothe traurig verkündet, dass 20 Prozent der Gesellschaft „antisemitische Tendenzen“ habe, so hielt Thabti dagegen: Die anderen 80 Prozent seien gerechter und respektierten ihr Gegenüber, statt nur auf dessen Religion zu blicken.

Mit Gebeten auf Deutsch, Hebräisch und Arabisch, einer Schweigeminute für die Opfer von Halle und zwei gemeinsamen jüdischen Liedern – eines davon wortwörtlich Hand in Hand gesungen – zeigte die Versammlung vorm Rathaus bereits, wie Gemeinschaftsgefühl zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen aussehen kann.

Noch besser als alle Ansprachen am Mikrofon verdeutlichte das aber ein kleines Mädchen, das sich plötzlich losmachte und unbekümmert mitten durch den Kreis der Erwachsenen stiefelte. Das Lächeln, das ihr alle Umstehenden schenkten, bewies einmal mehr, dass es zwischenmenschliche Verständigung und Güte geben kann, ganz unabhängig von Sprache und Religion.

Von Frederike Müller

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