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Stadt Wolfsburg VW will nach Brief an Diess mit Autohändlern in Dialog treten
Wolfsburg Stadt Wolfsburg VW will nach Brief an Diess mit Autohändlern in Dialog treten
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00:20 03.06.2019
Händler schlagen Alarm: Sie fürchten um ihr Geschäft, weil Volkswagen das Geschäft immer mehr an sich reiße. Quelle: dpa
Wolfsburg

Aufschrei der Volkswagen- und Audi-Händler: Sie beklagen, dass der VW-Konzern immer mehr das Verkaufsgeschäft an sich reiße – entgegen getroffener Absprachen. Damit schade der Konzern den Händlern. Deshalb schrieben sie jetzt einen Brief an VW-Chef Herbert Diess, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Die Wolfsburger Händler wollen sich zu den Vorwürfen ihrer Kollegen allerdings nicht äußern.

Volkswagen hingegen kommentiert diesen Brief: „Der Volkswagen Konzern und seine Marken stehen uneingeschränkt zu ihren Partnern im Handel und der vereinbarten Vorgehensweise ‚We act as one‘. Wir haben den Brief des Volkswagen und Audi Partnerverbands erhalten und nehmen die darin geäußerten Punkte ernst“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der WAZ.

Gespräche statt Konfrontation

Ziel sei es, die „konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ der vergangenen Monate und Jahre fortzusetzen. „Wir sind zu den genannten Punkten bereits im Dialog.“ Also Gespräche statt Konfrontation.

Neues Vertriebsmodell geplant

Der Autobauer steht wohl vor dem größten Umbruch seiner Geschichte. Er setzt künftig voll auf Elektromobilität. Mit den neuen Elektroautos soll 2020 auch ein neues Vertriebsmodell eingeführt werden: Volkswagen will dann Autos direkt verkaufen und über die Vernetzung der Fahrzeuge auch direkten Kontakt zu den Kunden haben. So will VW Internetriesen wie Amazon und Google, die ins Autoverkaufsgeschäft drängen, auf Distanz halten.

Folgen für Händler

Das hat auch Folgen für die Händler. Im vergangenen Jahr wurden zwischen Händler und Hersteller neue Verträge geschlossen. „Wir halten Ihren Weg für visionär, nachvollziehbar und mutig“, lobt Dirk Weddigen von Knapp, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des Volkswagen und Audi Händlerverbandes, in dem Brief an VW-Chef Diess.

Personalwechsel im Vertrieb

In dem Brief wird außerdem kritisiert, dass es Probleme wegen zahlreicher Personalwechsel im Vertrieb gebe. Gesprächspartner der Händler hätten andere Jobs, die Nachfolger wüssten nichts von bereits getroffenen Absprachen. Es werde sich nicht an Vereinbarungen gehalten, kritisieren Händler.

Nicht partnerschaftlich

Und noch etwas ist von Händlern hinter vorgehaltener Hand zu hören: Der Umgang sei nicht mehr partnerschaftlich – ganz im Gegenteil sogar. Aber nicht alle Händler sehen die neue Vertriebsstrategie von Volkswagen negativ: Sie müsse nicht unbedingt eine Verschlechterung sein, sondern biete auch Chancen – man müsse jetzt abwarten.

Von Sylvia Telge

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