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Stadt Wolfsburg Christian Koch spendet Stammzellen – und wird zum Lebensretter
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Christian Koch spendet Stammzellen – und wird zum Lebensretter
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00:20 03.02.2019
„Stäbchen in den Mund – und das war’s“: Wie viele andere ließ sich Christian Koch typisieren.
„Stäbchen in den Mund – und das war’s“: Wie viele andere ließ sich Christian Koch typisieren. Quelle: Sebastian Bisch
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Danndorf

Der Danndorfer Christian Koch ist gerade einmal 23 Jahre alt. Und darf sich schon „Lebensretter“ nennen. Denn: Er hat Stammzellen gespendet – und damit einem 66-jährigen Deutschen das Leben gerettet. „Irgendwie surreal“, schmunzelt er.

Dabei fing alles ganz harmlos an: Als VW-Azubi (Kfz-Mechatroniker) nahm er an einer Jugend- und Azubi-Versammlung im CongressPark teil. „Die Deutsche Stammzellspender-Datei war auch vor Ort und hat über Leukämie informiert“, so Koch. Gemeinsam mit hunderten anderen Azubis ließ er sich typisieren: „Stäbchen in den Mund – das war’s. Danach habe ich lange nichts von der DSD gehört.“

Die Spende ist wie eine Dialyse, keine Operation

Doch die meldete sich plötzlich doch: Nach einem Bluttest und einem medizinischen Komplett-Check-Up stand fest, dass Kochs Stammzellen einem Leukämiepatienten das Leben retten könnten. „Ich habe natürlich zugesagt“, betont der Danndorfer. „Für den Patienten ist es wie ein Sechser im Lotto.“Er schluckte ein vorbereitendes Medikament und fuhr zur „peripheren Stammzellenentnahme“ nach Dessau – „dabei werden Stammzellen aus dem Blut gesogen“, erklärt er. „Es ist wie eine fünfstündige Dialyse.“

Leukämie ist auf einmal greifbar geworden

Für wen er eigentlich spendet, wusste der Student (Wirtschaftsingenieurwesen) damals nicht. Dass erfuhr er erst lange nach der Spende: „Es ist ein 66-jähriger Deutscher“, hat Koch erfahren. „Dank mir wird er seine Enkel aufwachsen sehen...“ Er habe sich mit Leukämie vorher nie beschäftigt, jetzt sei diese Krankheit greifbar. Und Thema in der Familie und im Freundeskreis. „Ich würde jederzeit wieder Stammzellen spenden. Und ich möchte den Patienten kennen lernen...“

Von Carsten Bischof