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Stadt Wolfsburg Krippenkind stirbt nach Sturz in Rückhaltebecken
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Krippenkind stirbt nach Sturz in Rückhaltebecken
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19:41 11.11.2019
Rückhaltebecken am Spiebusch in Nordsteimke: Ein Kleinkind war beim Ausflug mit seiner Krippengruppe ins Wasser gestürzt und starb jetzt an den Folgen. Quelle: Carsten Bischof
Wolfsburg

 Nach bisherigem Wissensstand hatte sich der eineinhalb Jahre alte Junge am 17. April von den anderen elf Kindern der Krippengruppe entfernt, die sich mit vier Betreuungskräften auf einem Spielplatz an der Spiebuschstraße aufhielten, und war in das Becken gestürzt. Zwei Erzieherinnen zogen ihn aus dem Wasser und alarmierten den Notarzt.

Das Wasser ist an der tiefsten Stelle des Beckens etwa 20 Zentimeter tief. Doch die Hilfe kam zu spät: Laut Polizei ist das Kind am Montag, 29. April, verstorben.

Staatsanwaltschaft prüft

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wurde eingeschaltet. „Es wurde, wie es in solchen Fällen generell üblich ist, ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung in Verbindung mit einer Verletzung der Aufsichtspflicht gegen die Aufsichtspersonen eingeleitet“, sagt Polizeisprecher Henrik von Wahl. Das Fachkommissariat I der Polizei Wolfsburg/Helmstedt setzt parallel seine bereits begonnenen Ermittlungen fort. Noch seien nicht alle Beteiligten vernommen worden, so Polizeisprecher Henrik von Wahl. Er geht davon aus, dass die Ermittlungen noch mehrere Wochen andauern. Die vier Krippen-Erzieherinnen der DRK-Kita standen nach dem Vorfall unter Schock und wurden zum Teil im Klinikum sowie seelsorgerisch und therapeutisch betreut. Alle vier sind noch nicht wieder arbeitsfähig.

Gutachten beauftragt

Ortsbürgermeister Hans-Georg Bachmann zeigt sich vom Tod des Kindes bestürzt und drückt allen Betroffenen sein tiefstes Mitgefühl aus. Die Stadt Wolfsburg prüfte die baulichen Sicherheitsvorkehrungen vor Ort. „Dabei bestätigte sich, dass alles den geltenden Normen entspricht. Nichtsdestotrotz wurde zusätzlich ein externes Gutachten beauftragt, dessen Ergebnis noch aussteht“, sagt Sprecherin Sabrina Dünschede.

Sturz löst Reflex aus

Ein Zaun rund um den Spielplatz wäre wohl die einzig denkbare Möglichkeit einer zusätzlichen Sicherung. Das Rückhaltebecken zu umgrenzen, dürfte nur schwer möglich sein, denn die Senke ist sehr langgestreckt. Sie ist dafür gedacht ist, Regenwasser aufzunehmen, um unkontrollierte Überschwemmungen zu vermeiden. Unter normalen Umständen stellt das Becken wegen des niedrigen Wasserstands keine große Gefahr dar. Bei Kleinkindern aber reichen fünf Zentimeter aus, wenn sie kopfüber ins Wasser fallen, weil der Sturz einen Reflex auslöst, der jede Bewegung und auch die Atmung blockiert. Sie ertrinken also nicht, sondern ersticken. So leise, dass es niemand bemerkt.

Lese Sie dazu auch unser Interview mit Dagmar Huhnholz von der Trostinsel des Hospiz Wolfsburg: Was tun, wenn ein Kind stirbt?

Von Andrea Müller-Kudelka

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