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Stadt Wolfsburg Klimaschutz: Schüler zeigen auch in den Ferien wie’s geht
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Klimaschutz: Schüler zeigen auch in den Ferien wie’s geht
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10:00 12.07.2019
Jugendliche machen es vor: Für kleine Beete für Pflanzen, Obst oder Gemüse findet sich immer ein Platz. Quelle: Archiv
Gifhorn

In den Ferien macht auch der Klima-Kampf eine Pause? Falsch! Viele Jugendliche aus der Region nutzen die freie Zeit, um bei der Klima-Challenge #EsIstUnsErnst der Aller-Zeitung, der Peiner Allgemeinen und der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung mitzumachen. Immer mehr Beiträge werden eingereicht, die zeigen, dass Umweltschutz nicht nur ein Hype ist – es ist eine Lebenseinstellung.

„Kein Foto kann zeigen, wie lecker es schmeckt“, schreibt etwa Elea aus Meinersen und präsentiert stolz ihren heimischen Obst- und Gemüsegarten, den sie kurzerhand zu einem Idyll für Selbstversorger umgestaltet hat. „In der Schule haben wir uns mit der Vermeidung von Plastikmüll beschäftigt. Inzwischen habe ich damit meine ganz Familie angesteckt.“

Saisonales Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten

Mit ihrem Vater hat die 12-Jährige binnen drei Wochen ein großes Gewächshaus sowie diverse Hochbeete im Garten gebaut. Darin wachsen nun Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren, Johannisbeeren, Tomaten, Gurken, Zucchini, Auberginen, Möhren, Kohlrabi und rote Beete, Zwiebeln, Salat und zahlreiche Kräuter. Hinzu kommen Kartoffeln, Äpfel, Birnen, Melonen und Trauben für eine sechsköpfige Familie. „Natürlich ist mir bewusst, dass nicht jeder den Platz für ein solches Projekt hat“, sagt Elea. „Doch auch für Balkone und Kleingärten gibt es tolle Ideen.“

Elea aus Gifhorn hat ihre ganze Familie mit ihrem Umweltbewusstsein angesteckt und kurzerhand den Familiengarten zu einem Idyll für Selbstversorger umgestaltet. Quelle: privat

Schülerin nutzt Wachstücher statt Alufolie

Und an Ideen mangelt es auch den jugendlichen Klimaaktivisten nicht. So hat die 13-jährige Emily aus Meinersen eine Anleitung eingereicht, die zeigt, wie man lebensmittelechte Wachstücher herstellen kann. „Der Sinn dahinter ist, dass man keine Frischhalte- oder Alufolie benutzen muss“, erklärt die Gymnasiastin. „Natürlich kann man die Tücher wiederverwenden.“

Teilnehmerin Emiliy hat mit Mitschülern des Sibylla-Merian-Gymnasiums in Meinersen während eines Projekts Wachstücher hergestellt, die die Frischhalte- und Alufolie ersetzen sollen. Quelle: privat

Wiederverwenden statt wegschmeißen

Ebenso wie die Mehrwegverpackungen, auf die der Sechstklässler Benjamin aus dem Landkreis Gifhorn seit einiger Zeit setzt. „Ich habe zu Hause geschaut, ob es bei uns in Sachen Müllvermeidung noch etwas zu verbessern gibt“, schildert der Schüler. „Wir haben die kleinen Obst- und Gemüsetüten durch Mehrweg-Netze ersetzt und sogar eine Möglichkeit gefunden, Milchprodukte aus der Umgebung in Mehrwegbehältern zu kaufen. Dadurch sparen wir jede Woche vier Milch-Tetrapacks und einige Joghurtbecher.“ Für Brot wird in Benjamins Familie jetzt ein Brotbeutel verwendet, Getränke gibt es nur in Mehrwegflaschen.

Für den Klimaschutz egen eigene Bequemlichkeit kämpfen

Und noch ein zweites Projekt liegt dem Gifhorner Schüler am Herzen: „Beim Klimaschutz kommt es auf die unsichtbaren Fäden der Natur an“, sagt Benjamin. „Durch den Klimawandel ändern sich die Verhältnisse an einem Standort – und einige Tiere und Pflanzen können dort nicht mehr leben. Wenn sie sich nicht anpassen können, sterben sie aus.“

Als Beispiel nennt der Gymnasiast das Bienensterben, welchem er gemeinsam mit anderen Schüler mit halboffenen Sandflächen, Blühstreifen und Streuobstwiesen entgegenwirken will. „Der Mensch, der am Ende der Nahrungskette steht, ist zuletzt betroffen. Beim Klimaschutz müssen die Menschen zusammen arbeiten, denn es gibt viele Zusammenhänge zwischen der Artenvielfalt, Steingärten, Plastikmüll, der Landwirtschaft, der Politik und nicht zuletzt der eigenen Bequemlichkeit.“

Der Gifhorner Schüler Benjamin setzt zur Müllreduzierung vor allem auf Mehrweg-Systeme. Quelle: privat

Schüler schreiben ein Lied über den Plastik-Wahnsinn

Am Sibylla-Merian-Gymnasium in Meinersen gibt es diverse Bio-AGs und Projekte, die sich mit Umweltthemen und dem Klimaschutz beschäftigen – so auch das Projekt „Sibylla goes green“, an welchem sich die dreizehnjährige Emma beteiligt. „Seit einem Jahr beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Plastikmüll“, schreibt sie auf der Internetseite der Klima-Challenge #EsIstUnsErnst.

Das Sybilla-Merian-Gymnasium in Meinersen bieten verschiedene Öko-AGs und Umweltprojekte an. Viele Schüler setzten sich mittlerweile auch in ihrer Freizeit aktiv für den Klimaschutz ein. Quelle: privat

„Unser Ziel ist es, andere zu erreichen und auf das Plastikproblem aufmerksam zu machen“, so Emma. Deshalb haben die Schüler einen Song geschrieben, der auf der Melodie des Ohrwurms „Moskau“ von Dschinghis Khan getextet ist. Darin heißt es: Plastik weht bunt durch unser Land, bis hin zum Dünensand weiter ins Meer. Plastik finden auch Möwen toll, Walmägen sind schon voll, Leben wird schwer. „Ich weiß, dass ich alleine nicht viel verändern kann“, meint Emma. „Aber zusammen können wir Großes bewirken.“

Von Janine Kluge

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