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Stadt Wolfsburg Keine Nachrüstung für städtische Lkw
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Keine Nachrüstung für städtische Lkw
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06:00 24.01.2019
Gefährliche Situation: Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen zwischen Radfahrern und abbiegenden Lkw. Abbiegeassistenten könnten dabei helfen, diese Unfälle zu verhindern.
Gefährliche Situation: Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen zwischen Radfahrern und abbiegenden Lkw. Abbiegeassistenten könnten dabei helfen, diese Unfälle zu verhindern. Quelle: DPA
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Wolfsburg

Gerade erst wurde in Oldenburg eine junge Radfahrerin bei einem Zusammenstoß mit einem abbiegenden Lkw getötet. Der Ausschuss für Bürgerdienste der Stadt Wolfsburg beschäftigte sich also am Mittwoch mit einem höchst aktuellen und durchaus brisantem Thema.

Abbiegeassistenzsysteme für Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen

Die CDU-Fraktion hatte bereits im September in einem Antrag die Nachrüstung aller städtischen Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen mit einem Abbiegeassistenzsystem gefordert. Zudem solle dies künftig für alle Neuanschaffungen verpflichtend sein. Die Antwort der Stadtverwaltung, die dem Ausschuss zur Kenntnisnahme vorgelegt wurde, fällt zumindest in Sachen Nachrüstung negativ aus.

Grundsätzlich sei die Nachrüstung zwar möglich, nach Erfahrung der Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB) seien nachgerüstete Systeme allerdings häufig nur eingeschränkt funktionsfähig und anfällig für Störungen, heißt es in der Begründung. Zudem wären durch den CDU-Antrag fast ausschließlich die 46 Feuerwehreinsatzfahrzeuge betroffen. Hier würde in aller Regel ein Beifahrer an Bord sein, der den Fahrer beim Abbiegevorgang unterstützen kann. Auf die Fuhrparks der städtischen Töchter, die Wolfsburger Abfallwirtschaft und Straßenreinigung (WAS) sowie die WVG, habe man keinen Einfluss.

Nachrüstung sei eine Kostenfrage

Die Nachrüstung der Fahrzeuge sei zudem eine Kostenfrage. Auf dem Markt befinden sich derzeit im Wesentlichen zwei verschiedene Variante der Assistenzsysteme: eines, dass lediglich eine akkustische Warnung abgibt und eines, dass eine zusätzliche visuelle Darstellung ermöglicht. Nach Erfahrung der WAS sei nur letzteres System wirklich effektiv. Die Kosten würden sich dann auf 2000 bis 3000 Euro pro Fahrzeug belaufen –in Anbetracht der aktuellen Haushaltslage sei die Nachrüstung deshalb nicht zu empfehlen, argumentiert die Stadtverwaltung. Immerhin: Der Aufnahme eines Abbiegeassistenten in das Leistungsverzeichnis für Neuanschaffungen steht nichts im Weg.

Von Steffen Schmidt