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Stadt Wolfsburg Jäger fordern niedrigere Steuern für Jagdhunde
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Jäger fordern niedrigere Steuern für Jagdhunde
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00:23 07.06.2018
Für die Arbeit unerlässlich oder doch Privatvergnügen? Jäger äußern Kritik an der Steuer für Jagdhunde.
Für die Arbeit unerlässlich oder doch Privatvergnügen? Jäger äußern Kritik an der Steuer für Jagdhunde. Quelle: dpa
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Barnstorf

Einige Jäger aus dem Hegering Hasenwinkel fühlen sich ungerecht behandelt. „Sie finden die Höhe der Steuer für Jagdhunde zu hoch“, sagt Maik Schrader, Schriftführer des Hegerings. Immerhin erfüllten Jagdhunde eine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe, seien also kein Privatvergnügen. Die Stadt Wolfsburg sieht das allerdings anders.

Während der jüngsten Hegeringversammlung in Barnstorf forderten einige Mitglieder den Vorstand auf, sich im Gespräch mit der Stadt für eine Reduzierung der Steuer für Jagdhunde einzusetzen. „Jagdhunde kosten viel Geld und sind für die Jagd auf Gänse und Schwarzwild unerlässlich“, so Schrader. Bei bestimmten Jagden seien Jagdhunde sogar gesetzlich vorgeschrieben – zum Finden von verletzten oder toten Tieren. Ehe sie das können und dürfen, müssen sie erst einmal entsprechend ausgebildet werden.

Ein Jagdhund verursacht Kosten von fast 12.000 Euro

Im Rahmen seiner Bachelorarbeit (Forstwirtschaft) hat René Hotz ausgerechnet, dass ein Jagdhund jährliche Fixkosten in Höhe von 881 Euro verursacht (Tierarztkosten, Versicherungen, Steuern). Hinzu kämen außerplanmäßige Tierarztkosten, Prüfungsvorbereitungen und -gebühren, Fahrtkosten, Zubehör und weiteres. „Nimmt man an, dass ein Hund zehn Jahre alt wird, so verursacht er Kosten in Höhe von 11.896 Euro“, schreibt Hotz in einem Fachaufsatz.

Die Jäger aus dem Hasenwinkel hoffen nun, durch weniger hohe Steuern etwas Geld zu sparen. Denn aktuell zahlen sie für den ersten Hund 96 Euro Steuern im Jahr, für den zweiten 144 Euro und für alle weiteren 168 Euro. Und damit genauso so viel wie private Hundebesitzer. „Aber viele Jäger halten mehrere Hunde“, sagt Maik Schrader. Das gehe auf Dauer ganz schön ins Geld – „obwohl wir mit unseren Hunden etwas für die Allgemeinheit tun“. Er plädiert aus diesem Grund für einen reduzierten Steuersatz für Jagdhunde.

Stadt sieht keinen Spielraum

Ralf Schmidt, Sprecher der Stadt Wolfsburg, macht ihm wenig Hoffnung: „Nach der Hundesteuersatzung der Stadt Wolfsburg werden die Hunde besteuert, die für Zwecke der persönlichen Lebensführung in einen Haushalt aufgenommen wurden.“ Lediglich Gebrauchshunde von Forstbeamten sowie die Hunde des Kreisjägermeisters können auf Antrag von der Hundesteuer befreit werden. „Die darüber hinausgehende Jagdausübung anderer Personen erfolgt auf privater Ebene“, stellt Schmidt klar. Deshalb könnten deren Hunde nicht anders besteuert werden als beispielsweise die Tiere von Hundesportlern.

Die unterschiedliche Besteuerung von Erst-, Zweit- und Dritthund habe „einen rein regelnden und steuernden Charakter“, so Schmidt. Im Klartext: Die Stadt will vermeiden, dass zu viele Hunde auf zu wenig Raum gehalten werden.

Von Carsten Bischof