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Stadt Wolfsburg Insektenschwund: So leiden Jungvögel in der Region
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Insektenschwund: So leiden Jungvögel in der Region
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06:00 10.08.2019
Der wohl bekannteste Storch Deutschlands: Fridolin im Nest auf dem Schornstein des Artenschutzzentrums. Quelle: Foto: Hilke Kottlick
Leiferde

„Wegen des akuten Mangels an Fluginsekten müssen wir zurzeit unzählige junge Mehlschwalben und Mauersegler versorgen“, berichtet Bärbel Rogoschik. Die jungen Vögel werden aus der gesamten umliegenden Region – von Peine über Hannover bis nach Wolfsburg und Celle – zum Zentrum gebracht. „Die meisten sind halb verhungert“, sagt die Zentrums-Chefin. Ursache dafür sei unter anderem die lang anhaltende Trockenheit – „da gibt es keine Mückenlarven in ausgetrockneten Teichen und Pfützen“.

Auffällig sei auch die große Zahl an Mauerseglern, die derzeit im Zentrum abgegeben werden. „Fünf bis zehn sind es pro Tag“, sagt sie und schätzt die Gesamtzahl auf mehr als 70 in diesem Jahr. „Einige davon wurden bereits schon wieder ausgewildert“, freut sich die Biologin aber auch über jedes Tier, das gesund gepflegt wieder frei gelassen werden kann.

Die jungen Mauersegler sind ebenso wie die Schwalben im Pflegeraum untergebracht in Spezialschubladen, die offenbar das heimische Nest ersetzen sollen. Laut Rogoschik haben sich „viele der Vögel aus ihren Nestern gestürzt“. Ursache dafür ist die anhaltend große Hitze, die in den Nestern direkt unter dem Dach herrscht. „Die Vögel halten das einfach nicht mehr aus.“ Landen sie dabei auf weichem Grasboden und werden entdeckt, haben sie Rogoschik zufolge noch eine Überlebens-Chance. Prallen sie auf Asphalt, war es zumeist ein verzweifelter Sprung in den Tod.

Der Insektenschwund ist für viele Vögel in der Region ein großes Problem. Sie finden schlicht zu wenig Futter. Im Nabu-Artenschutzzentrum Leiferde werden die hungrigen Tiere versorgt.

Häufig werden laut Rogoschik aus baulichen Gründen an Gebäuden die Nester von Mehlschwalben entfernt. Um die Bestände zu schützen appelliert sie, für Ausgleich zu sorgen. „Die Mehlschwalben kommen nach der Rückkehr aus dem Süden wieder zu ihren angestammten Brutplätzen zurück“, sagt sie. Sind die Nester verschwunden, suchen die Vögel nach Alternativen. „Das kann die gesamte Brut verhindern“, rät sie, Nistkästen für die standorttreuen Vögel anzubieten.

Um dem akuten Insektensterben entgegen zu wirken, ist laut Rogoschik ein Umdenken erforderlich. Ob in Gärten, auf Balkonen, auf Garagen-Dächern, im öffentlichen Raum oder in Naturschutzgebieten – überall gibt es der Zentrums-Chefin zufolge Möglichkeiten, etwas für Biene, Hummel und Schmetterling anzubieten. „Eine Ecke im Garten nicht mähen, sondern verwildern und Brennnesseln und Disteln einfach stehen lassen“, rät sie. „Darauf fahren Schmetterlinge richtig ab.“ Auch empfiehlt die Biologin der Umwelt zuliebe auf regionales Obst und Gemüse zurück zu greifen und den „Biobauern um die Ecke aufzusuchen, um dort Kartoffeln, Möhren, Bohnen und Obst einzukaufen“.

Wichtig sei es bei anhaltender Trockenheit auch, Vögeln, Fledermäusen und Insekten Wasser anzubieten. „Schalen aufhängen, aufstellen und stets nachfüllen. Das ist eine simple Sache“, sagt sie.

Nabu Leiferde hilft Tieren aus der Region

Als Betreuungsstation des Landes Niedersachsen werden im Nabu-Artenschutzzentrum Leiferde überwiegend Wildtiere aus dem gesamten Landesgebiet gepflegt. Laut Zentrums-Chefin Bärbel Rogoschik werden außerdem aus den umliegenden Bundesländern Pfleglinge gebracht.

Im Jahr 2018 stammten die meisten dieser Tiere – 720 – aus dem Kreis Gifhorn. Der zweite Platz wird vom Landkreis Peine mit 449 Pflegetieren eingenommen. Es folgt die Stadt Braunschweig mit 318, die Region Hannover mit 260, der Landkreis Helmstedt mit 229, die Stadt Wolfsburg mit 175, der Landkreis Celle mit 152, der Kreis Wolfenbüttel mit 123, Hildesheim mit 108 und Salzgitter mit 86 Pfleglingen.

Weitere 451 Tiere verteilten sich auf 24 weitere Landkreise und Städte.

Neben den Mehlschwalben und Mauerseglern wurden laut Rogoschik auch wieder verletzte Igel im Zentrum abgegeben. „Eines der Tiere ist offenbar mit der Nase in eine Falle für Wühlmäuse geraten.“ Das Nasenbein des Igels wurde dabei gebrochen, die Verletzung reichte der Biologin zufolge bis in den Rachenraum hinein. Befand sich das kleine Stacheltier bereits auf dem Weg der Besserung, musste die Zentrumschefin von einer Mitarbeiterin aktuell erfahren, dass der kleine Mecki die schwere Verletzung letztlich doch nicht überlebt hat. In diesem Zusammenhang warnt sie außerdem vor Vogelnetzen. „So mancher Igel hat sich bereits darin verfangen und sich Gliedmaßen abgeschnürt.“ Auch die Mähroboter im Garten betrachtet die Chefin des Nabu Artenschutzzentrums mit schrägem Blick: „Da gab es bereits böse Verletzungen bei den Igeln und alles, was im Gras lebt, wird geschreddert.“

Von Hilke Kottlick

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