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Stadt Wolfsburg Infotafeln zeigen Wolfsburgs düstere Vergangenheit
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Infotafeln zeigen Wolfsburgs düstere Vergangenheit
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14:00 18.08.2018
Einweihung: Die Infostele zur Tullio-Cianetti-Halle ist eine von zehn Stationen im Handwerkerviertel.
Einweihung: Die Infostele zur Tullio-Cianetti-Halle ist eine von zehn Stationen im Handwerkerviertel. Quelle: Frederike Müller
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Stadtmitte

Das Handwerkerviertel diente seit seinem Aufbau auch als Gemeinschaftslager für Arbeiter des Volkswagenwerks. Auch der Bürgermeister hatte damals hier seinen Sitz in einer Baracke. Und dort, wo heute der Robert-Koch-Platz liegt, stand die Tullio-Cianetti-Halle – benannt nach dem italienischen Faschisten –, in der die damaligen Wolfsburger Konzerte, Feste und Propaganda-Veranstaltungen des NS-Regimes stattfanden.

Weiter geht’s online: Der QR-Code in der oberen Ecke leitet Smartphone-Nutzer weiter zu digitalen Inhalten. Quelle: Frederike Müller

Als mit Beginn des Krieges das Werk auf Rüstungsproduktion umgestellt wurde, füllte sich das Lager jedoch mit Zwangsarbeitern aus ganz Europa. An ihr Schicksal erinnert zum Beispiel das Schild im Schachtweg 10, am ehemaligen Ausländer-Kinderheim. Das klinge zwar harmlos, so Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide, „aber dort wurden Kinder ihren Müttern entrissen“. Zwar stehen alle diese vorläufigen Holzgebäude nicht mehr, die Struktur der Barackenstadt sei aber noch zu erkennen, so Hirschheide.

Noch mehr Infos dank QR-Codes

Die Infostellen funktionieren übrigens auch digital. Wer den QR-Code am jeweiligen Schild mit dem Smartphone scannt, bekommt noch mehr Informationen. „Das Wissen der Welt in der Hosentasche zu haben, ist eine ganze Menge wert“, lobt Detlef Conrad, Ortsbürgermeister für die Stadtmitte.

Weitere Infopunkte sind: Kriegsgefangenenlager (Kleiststraße 44), Postamt (Robert-Koch-Platz 8a), Lagerleitung (Siegfried-Ehlers-Straße 1), Feuerwehr (Heinrich-Nordhoff-Straße 93), Arbeitsamt (Schachtweg 10), Bürgermeisteramt (Schachtweg 4), DAF-Baracke (Siegfried-Ehlers-Straße 2) und die Bank der Deutschen Arbeit (Seilerstraße 2).

Von Frederike Müller