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Stadt Wolfsburg In der Weihnachtsbäckerei: Darum steckt so viel Zauber drin
Wolfsburg Stadt Wolfsburg In der Weihnachtsbäckerei: Darum steckt so viel Zauber drin
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16:22 10.12.2019
In der Weihnachtsbäckerei: In der Kita Spatzennest in Gifhorn ist das gemeinsame Gestalten der Kekse das Highlight des Jahres. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

„Oh ja, natürlich. Das ist bei uns das Highlight des Jahres“ – bei der Frage, ob die Tradition der Weihnachtsbäckerei noch gepflegt wird, muss Erzieherin Michelle Lasogga lachen. Der Beweis lässt nicht lange auf sich warten. Die Kita Spatzennest lädt ein, einmal die Backstube der kleinen Weihnachtsbäcker zu besuchen.

Es ist angerichtet: Auch auf dem Tisch liegen Backpapier und unzählige Ausstechformen parat. Den Teig haben die Erzieherinnen Olga Junosch und Michelle Lasogga schon vorbereitet, weil er länger kühl stehen musste.

An den Plätzchenteig, fertig, los! In der Gifhorner Kita Spatzennest ist das gemeinsame Gestalten in der Weihnachtsbäckerei etwas ganz Besonderes.

Einzug der Back-Gladiatoren Marlo (5), Maja (4), Amy (4) und Pauline (3). „Jetzt zieht ihr erst einmal eine Schürze an und dann geht’s los.“ Und wie. Ran an die Teigkugel und die Mini-Teigrolle. Das sieht ganz schön geübt aus. Ist das so? „Ja, zu Hause backe ich auch Weihnachtsplätzchen“, sagt Marlo. Die anderen nicken auch.

„Backen fördert die Motorik“

Nur ab und an brauchen die Kinder Hilfe der Erzieherinnen. Marlo weiß, wann er etwas Mehl braucht, um den Teig gut auszurollen. Bei jedem Griff ins Mehl staunt er: „Das ist so schön weich.“ Erzieherin Olga kommentiert: „Backen fördert die Motorik, schult die Sinne.“ Selbst die Auswahl des Förmchens gewinnt pädagogisch Bedeutung, stärke die Selbstständigkeit. Klarer Sieger der selbstständigen Entscheidung ist bei Maja und Amy das Einhorn-Förmchen. Aber viele Herz-Kekse müssen auch sein.

Eine halbe Stunde später sind die ersten beiden Backbleche schon voll. Michelle Lasogga staunt über die konzentriert werkelnden Kinder. „Es ist so ruhig hier.“ Spontan – und absolut textsicher – stimmen die vier Kinder den Ohrwurm „In der Weihnachtsbäckerei“ an. Danach wird während des Ausstechens etwas über die Wünsche an den Weihnachtsmann gefachsimpelt. Da ist von einem Quad mit Schneeketten und einer Puppe in lila die Rede.

Alle dürfen mal in die Weihnachtsbäckerei

Im Flur zieht inzwischen der Duft frischer Plätzchen auf. „Nun sind mal die anderen dran“, läutet Michelle Lasogga das Ende für die vier kleinen Keksbäcker ein. Ein kleines bisschen widerwillig legt Pauline ihre Schürze ab. Maja träumt schon vom späteren Verzieren der Plätzchen: „Ganz viel Glitzer will ich.“ Michelle Lasogga augenzwinkernd: „Das ist fast noch besser als das Backen.“

„Riechen, fühlen, schmecken“

Auch beim Kinderschutzbund in Gifhorn wird aktuell der Backofen kaum kalt. Weihnachten ohne Plätzchen backen mit den Kindern - unvorstellbar für den langjährigen pädagogischen Mitarbeiter Guido Jeß. „Die Weihnachtsbäckerei ist sehr wichtig, hochpädagogisch“. Was da Kinder alles schulen: „Riechen, fühlen, schmecken“, zählt er auf. Auch das Wiegen der Zutaten, das Kneten mit den Händen, ja sogar Rechnen und Lesen der Rezepte sei wichtig für die Entwicklung der Kinder. Außerdem achte er bei den Aktionen darauf, dass nichts verschwende werde. „Da geht es dann um Nachhaltigkeit. So viele Aspekte hat das Backen.“

„Der schönste Backmonat des Jahres“

Für Özlem Aygün, die aus verschiedenen TV- und Backshows bekannte Rötgesbüttelerin, ist der Dezember „der schönste Backmonat des Jahres“.

Auch für einen Back-Profi etwas Besonderes: Özlem Aygün aus Rötgesbüttel mag es, mit Kindern Weihnachtskekse zu backen. Quelle: Cook & Bake by Özlem Aygün

Sie liebt den besonderen Zauber, mit Kindern Weihnachtsplätzchen zu backen. „Das ist immer etwas ganz Besonderes, das Strahlen der Kinderaugen ist der beste Lohn. Schade, dass viele Eltern keine Zeit mehr finden, mit ihren Kindern zu backen.“

In der Weihnachtsbäckerei: Ein Back-Profi gibt Tipps

Auch für Özlem Aygün aus Rötgesbüttel, die schon in vielen TV-Back- und Kochshows auftrat, ist die Weihnachtsbäckerei etwas ganz Besonderes. Hier verrät sie ein paar ihrer Lieblingsrezepte, die besonders für Kinder geeignet sind.

Kekse aus Mürbeteig

Für den Mürbeteig 400 Gramm Mehl, 110 Gramm Puderzucker, 1 Teelöffel Vanilleextrakt, 1 Prise Salz, 220 Gramm Butter, 1 Ei und 1 Teelöffel Backpulver. Die Zutaten verrühren und am besten über Nacht kühl lagern (mindestens jedoch eine Stunde). Den Teig auf Backpaier ausrollen und dann mit Backformen ausstechen. Für rund 10 Minuten geht’s dann bei 180 Grad ab in den Backofen.

Bunte Lebkuchen

350 Gramm Mehl, 2 Teelöffel Backpulver, 2 Esslöffel Lebkuchengewürz und 1 Prise Salz mischen, 150 Gramm weiche Butter, 175 Gramm Zucker, 2 Esslöffel Honig, 2 Eier dazugeben. Teig in Folie wickeln und über Nacht kalt stellen. Am nächsten Tag Teig ausrollen, Figuren ausstechen und aufs Backpapier legen. 10 bis 20 Minuten bei etwa 200 Grad backen. Für die Deko 200 Gramm Puderzucker und 5 bis 6 Esslöffel Zitronensaft anrühren, wer mag die Masse mit Speisefarbe einfärben.

Vanillekipferl

250 Gramm Mehl, 100 Gramm gemahlene Mandeln, 100 Gramm Zucker, 200 Gramm Butter zu einem Teig kneten, kalt stellen, eine Rolle formen und nochmals kalt stellen. Dann Scheiben schneiden und die Kipferl formen. Backen 10 bis 20 Minuten bei rund 200 Grad. 1 Päckchen Vanillezucker und 2 bis 3 Esslöffel Puderzucker mischen, darin die noch warmen Kipferl wälzen.

„Für jedes Lebensalter wichtig“

Deshalb betont auch Yvonne Bünger-Ernstson, Abteilungsleitung Sozialpädagogik und Pflege, die Bedeutung der Weihnachtsbäckerei – sogar fürs komplette Leben. „Für jedes Lebensalter ist das wichtig. Bei den Kleinsten geht es um Motorik, das Erlernen von Hygiene. Schulkinder lernen sogar etwas über Physik und Chemie dabei. Und für die Senioren sind es dann die Erinnerungen an die Kindheit, die so wichtig sind. Und die Motorik fördert es auch noch.“


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Von Andrea Posselt

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