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Stadt Wolfsburg IG Bau zieht Bilanz für 2018: In Wolfsburg 230 neue Wohnungen gebaut
Wolfsburg Stadt Wolfsburg IG Bau zieht Bilanz für 2018: In Wolfsburg 230 neue Wohnungen gebaut
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13:00 14.07.2019
Arbeiter auf einer Baustelle: Auch für die Baubranche selbst müsse es verlässlichen Bedingungen geben, fordert die Gewerkschaft IG Bau. Quelle: IG Bau
Wolfsburg

Baubilanz für Wolfsburg: Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt insgesamt 226 Wohnungen gebaut – darunter 71 in Ein- und Zweifamilienhäuser. Das sind 49 Prozent weniger als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 34 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG Bau Nord-Ost-Niedersachsen beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Allerdings: In Wolfsburg läuft derzeit ein groß angelegtes Wohnungsbauprogramm: Hunderte Wohnungen werden in den nächsten Jahren fertig.

„Deutlich Luft nach oben“

IG-Bau-Bezirksvorsitzender Dieter Großmann sieht beim Neubau dennoch „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“ Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen.

Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen pro Jahr rund 80 000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

Auch die Baubranche muss Gewissheit haben

„Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette – von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau – die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen“, sagt Bezirkschef Dieter Großmann. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.

Genau diese Signale fehlten allerdings in der aktuellen Wohnungsbaupolitik: So schaffe etwa das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden.

Wohnungsbau ist wichtiger Motor

„Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur – auch in Wolfsburg“, sagt Großmann. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr bundesweit rund 285 000 Wohnungen gebaut. „Damit hinkt die Große Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375 000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher“, so die IG Bau.

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