Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Hunde müssen ein halbes Jahr an die Leine: „Das ist doch Quälerei“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Hunde müssen ein halbes Jahr an die Leine: „Das ist doch Quälerei“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 15.11.2018
Auslaufzonen sollen her: Eine Gruppe von Hundefreunden ist der Meinung, dass die Stadt mehr für die tierischen Mitbewohner tun sollte. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Wie hundefreundlich ist Wolfsburg eigentlich? Fast 5600 Vierbeiner leben hier. Eine Gruppe von Hundebesitzern ist der Meinung, die Stadt könnte für ihre tierischen Mitbewohner deutlich mehr tun. Am 1. Dezember beginnt die sechsmonatige Leinenpflicht, die in diesem Jahr ausgeweitet wurde und die es in den Nachbarkommunen nicht gibt. „Das ist doch Tierquälerei“, sagt Hundebesitzer Mike Henniger. Und mit der Meinung steht er nicht allein da.

Hunde spielen auf einer großen Wiese zusammen

Henniger ist Teil einer großen Gruppe von Vierbeiner-Freunden aus Detmerode, die sich für Hundefreilaufzonen aussprechen. Am besten in allen Stadt- und Ortsteilen. Die Gruppe trifft sich täglich am frühen Abend auf einer großen Wiese nahe des Detmeroder Teiches – und dann toben zum Teil bis zu 17 Hunde auf einmal – von Jack Russell, Golden Retriever über Bulldogge, Labradoodle und Australian Shepard. Ein tierisch schönes Spektakel, bei dem es ganz entspannt und gesittet zugeht. „Unsere Tiere lernen durchs Miteinanderspielen auch Sozialverhalten“, so Henniger, der seit 14 Jahren Hunde hält. Vor allem Jungtiere werden so erzogen. „Wenn Hunde eine halbe Stunde zusammen spielen, ist das so wie vier Stunden Gassi gehen.“

Tierisches Spektakel: Hunde tollen auf einer Wiese in Detmerode umher. Quelle: Boris Baschin

Dass Hunde Auslauf brauchen, ist kein Geheimnis. „Umso mehr Auslauf, umso entspannter, ausgeglichener sind die Tiere“, sagen Hundebesitzer André Gerlach (29) und Steffi Schwieger (51). In wenigen Tagen hat das ein Ende. Ab 1. Dezember greift die Sicherheitsverordnung des Ordnungsamtes: Hunde müssen in Waldgebieten, freien Landschaften und Gehölzen an die Leine genommen werden. Die Verordnung gibt es seit 1985. Seinerzeit mit der Begründung beschlossen, dass geschwächtes Wild im Winter nicht von frei laufenden Hunden gehetzt werden solle.

Verordnung der Stadt Wolfsburg über Leinenpflicht ist 33 Jahre alt

In diesem Jahr wurde die 33 Jahre alte Verordnung, die es in Nachbarstädten und Kommunen nicht gibt, zusätzlich verschärft: Neuerdings gilt Leinenzwang auch an allen Teichen und 50 Meter um bebaute Ortslagen. „Uferränder sind oft auch Ruhestätten für geschützte Vogelarten“, erklärt Stadtsprecherin Elke Wichmann. Die Wolfsburger Verordnung gilt bis zum 31. März. Dann ab 1. April greift die Niedersächsische Landschaftsordnung wegen der Brut- und Setzzeit, die besagt, dass Hunde im Wald und auf Wiesen bis zum 15. Juli an die Leine genommen werden müssen.

Hundebesitzer fordern vehement Auslaufzonen für ihre Vierbeiner

Umso vehementer fordern die Hundebesitzer Auslaufzonen. „Die Tiere ein halbes Jahre an der Leine zu halten, das ist doch Quälerei“, sagen Andreas Clausen (42) und Simone Richter (52). „Wir brauchen nicht viel: Eine große Fläche, die nicht mal umzäunt sein muss, zwei Mülleimer, ein Schild mit der Aufschrift ,Hundesauslaufzone’ und vielleicht zwei Bänke zum Hinsetzen“, sagt Henniger. „Bei einer halben Million Euro durch Hundesteuer jährlich finde ich das nicht zu viel verlangt.“

Von Claudia Jeske

Da half auch anfängliches Leugnen nicht: Das Amtsgericht ahndete am Donnerstag den Stromdiebstahl eines 37-jährigen Wolfsburgers, der sich ein mutmaßliches Versäumnis seines Energieanbieters zunutze gemacht hatte.

15.11.2018

Seit 2015 können Kinder und Jugendliche der Wolfsburger Peter-Pan-Schule nur noch einen Teil des Außengeländes im Lerchengarten nutzen. Jetzt sollen die Flächen neu gestaltet werden. Start ist 2019, weiter geht es je nach Finanzlage der Stadt in den Folgejahren.

18.11.2018

Die alte Asphaltdecke ist zum Teil abgetragen und wartet aufgetürmt auf den Abtransport, ein Bagger reißt die Graffiti-Mauer ein: Die Umgestaltung des Schulhofes der ehemaligen Goetheschule in Wolfsburg hat begonnen.

15.11.2018