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Stadt Wolfsburg Höhere Preise, neue Gesetze: Das ändert sich 2021 für die Wolfsburger
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Höhere Ticketpreise, neue Gesetze: Das ändert sich 2021 für die Wolfsburger

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06:00 06.01.2021
Änderungen im Jahr 2021: Steuer-Bonus fürs Home-Office, CO2-Steuer für fossile Kraftstoffe, Eintritt fürs Wolfsburgs Museen und höhere Preise für Bustickets bei der WVG.
Änderungen im Jahr 2021: Steuer-Bonus fürs Home-Office, CO2-Steuer für fossile Kraftstoffe, Eintritt fürs Wolfsburgs Museen und höhere Preise für Bustickets bei der WVG. Quelle: Archiv
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Wolfsburg

Mit dem neuen Jahr ändert sich einiges für die Wolfsburger. Die Stadt hat wegen knapper Kassen für viele Einrichtungen die Entgelte erhöht – vieles wird sich allerdings erst nach der Aufhebung des Lockdowns auswirken. Auch der Bund hat Änderungen auf den Weg gebracht: Wegen Maßnahmen zum Klimaschutz wird Sprit und Kfz-Steuer teurer, die meisten Bürger müssen keinen Soli mehr zahlen und ältere Menschen mit schmaler Rente bekommen einen Zuschlag. Das ändert sich ab 1. Januar 2021:

Das ändert sich im neuen Jahr nur für die Wolfsburger:

Alvar-Aalto-Kulturhaus: Die Entgelte für die Nutzung der Räume steigen. Beispielsweise müssen gemeinnützige Gruppen für die Nutzung im oberen Foyer statt 59 künftig 77 beziehungsweise bei längeren Veranstaltungen statt 89 künftig 115 Euro zahlen.

Autostadt-Tickets: Die Tageskarte für Erwachsene kostet künftig 18 Euro (bislang 15 Euro), die ermäßigte Tageskarte liegt bei 14 Euro (bislang 12 Euro). Die Preise für Familien- und Kindertickets bleiben unverändert.

Bäder: Die Einschränkungen der Entgeltverordnung entfallen, damit können auch wieder Kurzschwimmertarife und ermäßigte Tarife etwa für Menschen mit Behinderung gebucht werden. Die „Saisonkarte 30 Tage“ hat sich laut Stadt bewährt und soll weiterhin bestehen bleiben.

Grundsteuer B: Sie steigt von 450 Prozentpunkten auf 495 Prozentpunkte. Die Erhöhung dient der Gegenfinanzierung dafür, dass Bürger künftig nicht mehr für den Straßenbau zur Kasse gebeten werden.

Wird teurer: Die Preise für die Bustickets steigen bis auf wenige Ausnahmen im neuen Jahr. Quelle: Archiv

Busfahrkarten werden teurer: Der Preis für eine Einzelfahrkarte der WVG erhöht sich im Stadttarif von 2,70 Euro auf 2,90 Euro. Die Kinderfahrkarte kostet statt 1,40 Euro künftig 1,70 Euro. Die Einzelfahrkarten erhöhen sich in der Preisstufe 1 um 10 Cent, in der Preisstufe 2 um 20 Cent, in der Preisstufe 3 um 30 Cent und in der Preisstufe 4 um 40 Cent. Tageskarte werden dagegen günstiger – im Stadttarif zum Beispiel reduziert sich der Preis von bisher 6,20 Euro auf 5,80 Euro. Der Preis für eine Monatskarte für Erwachsene erhöht sich im Stadttarif von 69,90 Euro auf 71,10 Euro.

Museen: Besucher müssen künftig Eintritt in den Historischen Museen und in der Städtischen Galerie bezahlen. Erwachsene sollen 3,50 Euro zahlen, Senioren 3 Euro, Kinder und Schüler unter 18 Jahren 2,50 Euro. Die Regelung gilt schon seit dem 1. November, kam aber wegen des Teil-Lockdowns nicht mehr zu Anwendung.

Musikschule: Die Entgelte erhöhen sich, beispielsweise kostet eine Stunde Einzelunterricht am Klavier Kinder 116,50 Euro (bisher 110 Euro) und für Erwachsene 126 Euro (bisher 122,50 Euro).

Trinkwasser: Die LSW erhöht den Preis für einen Kubikmeter Trinkwasser um rund acht Cent einschließlich Umsatzsteuer.

Städtische Galerie: Künftig kostet der Eintritt in die Museen der Stadt Wolfsburg und die Galerie wieder Geld – so die Kulturstätten nach dem Lockdown wieder öffnen dürfen. Quelle: Britta Schulze

Das ändert sich auf Bundesebene:

CO2-Preis: Um fossile Energien zu verteuern und klimaschonende Alternativen voranzubringen, gibt es ab 2021 einen nationalen CO2-Preis für Verkehr und Heizen. Laut Bundesregierung steigt der Literpreis bei Benzin um 7 Cent, bei Diesel und Heizöl um 7,9 Cent, Erdgas wird um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer. Dafür sollen Bürger anderswo entlastet werden – so wird etwa die Ökostrom-Umlage aus Steuermitteln gesenkt.

Einkommenssteuer: Für alle Steuerzahler steigt der Grundfreibetrag, auf den man keine Steuern zahlen muss. 2021 liegt er bei 9744 Euro statt bisher 9408 Euro.

Grundrente: Rund 1,3 Millionen mit kleiner Rente bekommen einen Aufschlag. Es profitieren diejenigen, die mindestens 33 Jahre Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung und Pflegetätigkeit aufweisen. Ihre Lebensleistung soll anerkannt, der Gang zum Sozialamt erspart werden. Im Schnitt gibt es einen Zuschlag von 75 Euro.

Grundsicherung: Die Hartz-IV-Regelsätze steigen leicht. So bekommt ein alleinstehender Erwachsener künftig 446 Euro im Monat, das sind 14 Euro mehr als bisher.

Homeoffice-Pauschale: Wer in der Corona-Krise von zuhause arbeitet, bekommt einen Steuerbonus. Pro Homeoffice-Tag kann man 5 Euro geltend machen, maximal aber 600 Euro im Jahr. Die Pauschale zählt zu den Werbungskosten.

Frau mit Hörschutz im Homeoffice: Wer in der Corona-Krise von zuhause arbeitet, soll einen Steuerbonus bekommen. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Kindergeld: Ab Januar steigt der staatliche Zuschuss für das erste und zweite Kind von 204 auf 219 Euro pro Monat. Der steuerliche Kinderfreibetrag wird um mehr als 500 Euro auf 8388 Euro angehoben. Einen Anstieg gibt es auch beim Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen.

Kfz-Steuer: Für neue Autos mit hohem Spritverbrauch steigt die Kfz-Steuer. Das soll Bürger dazu bringen, sparsamere Pkw zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind allerdings nicht betroffen.

Mehrwertsteuer: Ab Januar gilt wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf die meisten Güter und 7 Prozent auf Waren des täglichen Bedarfs.

Mindestlohn: Der gesetzliche Mindestlohn steigt von 9,35 Euro pro Stunde auf 9,50 Euro.

Personalausweis: Für einen neuen Personalausweis werden statt 28,80 Euro künftig 37 Euro fällig – zumindest für Bürger, die mindestens 24 Jahre alt sind. Für jüngere Antragsteller, deren Ausweis nur sechs Jahre lang gültig ist, werden 22,80 Euro fällig.

Soli-Abbau: Mehr Netto vom Brutto: Für fast alle Bürger fällt ab Januar der Solidaritätszuschlag weg. Weiter zahlen sollen die zehn Prozent mit den höchsten Einkommen.

Dürfte in der Autostadt Wolfsburg viele ärgern: Tanken wird im Jahr 2021 teurer. Quelle: Sven Hoppe/dpa

Weitere Neuerungen im Jahr 2021:

Elektronische Patientenakte: Ab 1. Januar sollen allen Versicherten Elektronische Patientenakten zur freiwilligen Nutzung angeboten werden. Patienten können festlegen, welche Daten hineinkommen und welcher Arzt sie sehen darf.

Ultraschall: Medizinisch nicht notwendiges „Babykino“, also Ultraschall bei Ungeborenen im Mutterleib, ist ab 2021 verboten. Babys sollen so vor unnötigen Einflüssen geschützt werden.

Verbot von Upskirting: Das heimliche Filmen oder Fotografieren unter den Rock (Upskirting) oder in den Ausschnitt kann mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Gleiches gilt für die Weiterverbreitung solcher Aufnahmen.

Von Christian Opel