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Stadt Wolfsburg Heinz Erhardt-Musical: Der Funke springt trotz toller Darsteller nicht über
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Heinz Erhardt-Musical: Der Funke springt trotz toller Darsteller nicht über
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19:32 18.01.2020
CongressPark: Die große Heinz Erhardt-Show konnte das Publikum nicht ganz überzeugen. Quelle: Roland Hermstein
Stadtmitte

Ein Musical über den unvergessenen Schelm – so der Untertitel der großen Heinz-Erhardt-Show, die am Freitagabend im nur halbvollen großen Saal des CongressPark aufgeführt wurde. Das Publikum spiegelte es wider: Wer über 40 Jahre alt ist, kann sich noch gut an diesen Vollblut-Musiker, Schauspieler, Kabarettisten und Dichter erinnern, der mit seiner gekonnt tollpatschigen Art und den vergnüglichen Wortspielen das Wirtschaftswunder-Deutschland und die Folgegenerationen zum Lachen brachte.

Witwer mit fünf Töchtern

Die Deutschen lechzten damals förmlich nach Vergnügen, das Erhardt ihnen bot: Die Theater und Kinos waren voll, wenn der Dicke mit der Hornbrille und dem Anzug als „Witwer mit fünf Töchtern“, trotteliger Verkehrspolizist in „Natürlich die Autofahrer“ oder als tanzender Vamp in „Ach Egon!“ auftrat. Sogar ins Fernsehen schaffte er es und trat an der Seite von Kulenkampff, Frankenfeld und Carrell auf. Im Varieté Haus Vaterland in Hamburg feierte er große Erfolge.

Schöne Atmosphäre

Die Bühnenkulisse des Musicals spiegelt die Atmosphäre wider, in der er damals auftrat. Doch natürlich erscheint nicht er im Rampenlicht des gut zweistündigen Programms, sondern die Darsteller Stefan Linker als Heinz Erhardt-Imitator „Willi Winzig“, Ralf Steltner und Karin Westfal. Sie liefern sich mal im Duett, mal als Trio einen sprachlich exzellenten Schlagabtausch und rezitieren ein Gedicht nach dem anderen, getreu Erhardts Motto „Noch `n Gedicht!“.

Ballade von der Made

Musikalisch begleitet von Ralf Steltner am Piano und zwei weiteren Musikern ziehen die lyrischen Gedichte des Ritters Fips einen roten Faden durch den Abend. Biografische Erzählungen mischen sich mit tragikomischen Balladen, von denen viele zum ersten Mal vertont und szenisch gespielt wurden. Nicht fehlen durften Klassiker wie „Hinter eines Baumes Rinde wohnt die Made mit dem Kinde.“, mutig gerappt bis zum tragischen Ende: „Denn schon kam ein bunter Specht und verschlang die kleine fade Made ohne Gnade. Schade!“.

Doornkaart gegen Lampenfieber

Auch der „Dodo“, der doppelte Doornkaat, den Erhardt wohl vor jedem Auftritt gegen sein Lampenfieber trank, floss in Strömen. Zu Tango, Walzer oder seichten Rhythmen sangen die Darsteller Erhardts Vierzeiler und Schüttelreime, mal heiter, mal nachdenklich stimmend. Und doch: Weil es letztlich seine typische Art und seine Präsenz waren, die seinen Erfolg ausmachten, sprang trotz guter Leistung der Darsteller der Funke nicht recht über zum Wolfsburger Publikum.

Funke sprang nicht rüber

Nur Heinz Erhardt selbst vermochte seine Bonmots und Scherze so heiter und locker über die Lippen zu bringen, als seien sie ihm gerade zugeflogen. Fazit: Ein unterhaltsamer Abend gemäß der Erhardtschen Lebensweisheit: „Man nehme ernst nur das, was froh macht, das Ernste aber niemals tragisch.“

Von Stefanie M. Brakel

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