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Stadt Wolfsburg Erneute Debatte: Gibt es zu wenig Kinderärzte im Raum Wolfsburg?
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Erneute Debatte: Gibt es zu wenig Kinderärzte im Raum Wolfsburg?
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20:42 28.12.2018
Kinderärztemangel in Wolfsburg: Die kassenärztliche Vereinigung arbeitet an einer Lösung des Problems.
Kinderärztemangel in Wolfsburg: Die kassenärztliche Vereinigung arbeitet an einer Lösung des Problems. Quelle: Archiv
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Wolfsburg

Stefan Hofmann, Geschäftsführer der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KVN), erklärte gegenüber der WAZ: „Die KVN arbeitet derzeit unter Hochdruck gemeinsam mit den Kinderärzten der Region sowie mit den betroffenen Kommunen an einer schnellen und zukunftsorientierten Lösung.“

Entlastung für Eltern und Ärzte

Und: „Wir sind davon überzeugt, Anfang 2019 Ergebnisse vorweisen zu können, die sowohl für die Eltern als auch die Kinderärzte eine Entlastung bringen werden.“

Das Problem: Der ärztliche Bedarf für Städte und Landkreise wird anhand gesetzlicher Vorgaben geplant – und laut diesen Zahlen ist Wolfsburg bei Kinderärzten sogar überversorgt. Doch diese eher statistische Einschätzung ist trügerisch. „Sowohl die besorgten Eltern als auch die niedergelassen Kinderärzte empfinden dies vor dem Hintergrund voller Praxen und zunehmender Terminprobleme berechtigterweise als Hohn“, so Stefan Hofmann von der KVN.

Aufgaben und Einzugsgebiet sind gewachsen

Hintergrund: Die Aufgaben der Kinderärzte sind in den letzten 20 Jahren enorm angewachsen, außerdem wollen viele Eltern aus dem benachbarten Landkreis Helmstedt mit ihren Kindern nach Wolfsburg. Ein Fall von vielen: Sabine Krüger aus Velpke sucht für ihren Enkel (9) aus Vorsfelde einen Kinderarzt in Wolfsburg, um eine Überweisung für das Zeus-Zentrum zu erhalten. Aber: „Alle Kinderärzte in Wolfsburg lehnen ab, sie hätten ihre Vorschriften und dürften nur noch Säuglinge und Geschwisterkinder aufnehmen.“

Aber: Der Kinderarzt in Meinkot hat seine langjährige Praxis geschlossen, die Kinderärzte in Helmstedt und Lehre arbeiten bereits an der Belastungsgrenze.

Gesundheitskonferenz der Kommunen

Die Stadt Wolfsburg hat einen klaren Standpunkt. „Um alle Kinder aus Wolfsburg und auch Familien aus dem Umland versorgen zu können, bräuchte es dringend mehr niedergelassene Kinderärzte“, sagt Monika Müller, Wolfsburger Stadträtin für Soziales und Gesundheit. Sie habe großes Verständnis für „Enttäuschung oder Verzweiflung von Eltern, wenn sie auf der Suche nach einem Kinderarzt keinen Erfolg haben“. Die Stadträtin setzt auf eine „Gesundheitskonferenz mit den benachbarten Kreisen und Kommunen“ – einen Weg, den offenbar auch die kassenärztliche Vereinigung einschlägt.

Von Carsten Baschin