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Stadt Wolfsburg Gewerkschaft NGG warnt vor Altersarmut
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Gewerkschaft NGG warnt vor Altersarmut
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12:18 18.10.2019
Trotz jahrzehntelanger Arbeit seien immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht, sagt die Gewerkschaft NGG. Quelle: NGG
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Wolfsburg

Immer mehr Menschen in Wolfsburg sind neben ihren Altersbezügen auf staatliche Stütze angewiesen. Die Zahl der Empfänger von „Alters-Hartz-IV“ sei innerhalb von zehn Jahren um 46 Prozent gestiegen, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Habe es in der Stadt 2008 noch 846 Bezieher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung gegeben, so seien es im vergangenen Jahr bereits 1232.

Grundrente muss angepackt werden

Die NGG beruft sich hierbei auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Danach erhielten in ganz Niedersachsen zuletzt rund 110 000 Rentner Grundsicherung. Das sind 35 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Katja Derer, Geschäftsführerin der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz, sieht den Trend mit Sorge und fordert eine „rentenpolitische Kurskorrektur“. Insbesondere die von der Bundesregierung angekündigte Grundrente müsse rasch angepackt werden, um ein Ausufern der Altersarmut in Wolfsburg zu verhindern.

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„Die amtlichen Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn sehr viele Menschen, die wegen Mini-Renten eigentlich einen Anspruch auf die Grundsicherung haben, schrecken aus Scham vor einem Antrag zurück“, sagt Derer.

Niedrige Einkommen als Ursache

„Eine entscheidende Ursache für dürftige Renten sind niedrige Einkommen. Auch wer Jahrzehnte in einer Bäckerei oder einem Restaurant gearbeitet hat, landet im Alter oft unter der Armutsschwelle. Das liegt auch an der Praxis vieler Unternehmen, aus Tarifverträgen auszusteigen und so die Löhne zu drücken. Hinzu kommt der Trend zu Teilzeit und Minijobs.“

Hier setze die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil geplante Grundrente an. Danach sollen die Bezüge von Menschen, die mindestens 35 Jahre lang gearbeitet haben und bei der gesetzlichen Rente trotzdem unter die Grenze von 896 Euro kommen, um bis zu mehrere Hundert Euro im Monat aufgebessert werden. „Das Modell wäre ein wichtiger Beitrag für mehr Gerechtigkeit im Rentensystem. Es würdigt die Leistung von denen, die ein Leben lang in die Rentenkasse eingezahlt haben“, betont Derer.

Von der Redaktion