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Stadt Wolfsburg Geständiger Brandstifter zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Geständiger Brandstifter zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt
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14:00 19.06.2019
Hier wurde der Fall verhandelt: Amtsgericht Wolfsburg. Quelle: Sebastian Bisch
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Wolfsburg

Das Amtsgericht Wolfsburg verurteilte am Dienstag einen geständigen 28-Jährigen Wolfsburger wegen Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Der Täter hatte am 10. Januar in einer zum Edeka-Markt Bahrs in Vorsfelde gehörenden Garage mutwillig ein Feuer gelegt (wir berichteten). Bei dem Brand konnte nur durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr Schlimmeres verhindert werden, denn in der Garage waren auch Gasflaschen eingelagert.

Überwachungsvideo überführt Täter

Der Brand verursachte einen Einsturz des Daches, so dass ein Sachschaden von rund 48.000 Euro entstand. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Mithilfe von Bildern einer Überwachungskamera konnte der 28-Jährige, selbst Angestellter des Edeka-Marktes, schon nach vier Tagen überführt werden und war geständig.

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Frust auf der Arbeit als Tatmotiv

Als der vorsitzende Richter den 28-jährigen Geständigen nach seinen Beweggründen zur Tat befragt, sitzt ein geläuterter Täter kleinlaut auf der Anklagebank. Er habe sieben Jahre lang in dem Edeka-Markt gearbeitet. Zuletzt habe er sich von seinem Chef ungerecht behandelt gefühlt, es habe sich innerlich großer Frust aufgebaut, den er aufgrund einer Entwicklungsverzögerung nicht habe äußern können.

Spontaner Beschluss, unmittelbare Reue

Den Entschluss, die Garage in Brand zu setzen, habe er spontan während eines einsamen Fernsehabends gefasst. Mit dem Fahrrad sei er zu dem Gelände gefahren und über den Zaun geklettert. In einem Rucksack hatte er eine Flasche Spiritus, ein Feuerzeug und ein Blatt Druckerpapier dabei. Die Garage habe er als Objekt ausgewählt, da er sichergehen wollte, keine Menschen zu verletzen. Schon während der Entzündung des Brandes habe er sich erschrocken und die Tat bereut, das Feuer aber nicht mehr gelöscht, sondern nur schnell die Flucht ergriffen.

Geständiger versuchte Selbstmord zu begehen

Was er nicht wusste: Die Garage wird von einer Videokamera überwacht, die ihn auf frischer Tat filmte. Wenige Tage später legte er bei der Polizei ein Geständnis ab und leistete inzwischen auch Schadensersatzzahlungen. Im Laufe des Prozesses wurde deutlich, wie schwerwiegend die Tat im Nachhinein noch auf ihn wirkte, sogar ein Suizidversuch wurde dokumentiert.

Gericht setzt Strafe zur Bewährung aus

Da der Angeklagte zuvor in seinem Leben noch keinerlei Straftaten begangen hatte, vollumfänglich geständig war, bereits Wiedergutmachungszahlungen geleistet habe und vollkommen einsichtig sei, entschied das Schöffengericht auf das Mindeststrafmaß von einem Jahr Freiheitsstrafe, die aufgrund einer günstigen Sozialprognose zur Bewährung auf zwei Jahre ausgesetzt wurde.

Von Steffen Schmidt

22.06.2019
22.06.2019