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Stadt Wolfsburg Zu wenig Platz: Frauenhaus Wolfsburg musste 70 Frauen abweisen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Zu wenig Platz: Frauenhaus Wolfsburg musste 70 Frauen abweisen
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06:01 20.12.2018
Ausgebucht: Ute Bloch und Heide Kruse vom Frauenhaus Wolfsburg mussten immer wieder Frauen abweisen. Deshalb fordern sie ein Gesetz zur Finanzierung von Frauenhäusern. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Das Frauenhaus Wolfsburg hat in diesem Jahr 70 Frauen mit insgesamt 138 Kindern abweisen müssen. Die Anlaufstelle für misshandelte Frauen kann bis zu zwölf Frauen und 15 Kinder aufnehmen und ist hoffnungslos überlaufen.

Gerade erst habe eine Frau mit ihren vier Kindern vor der Tür gestanden und wieder umkehren müssen, berichtet Ute Bloch, eine der Geschäftsführerinnen des Frauenhauses. „Es ist erschreckend, gar nichts tun zu können. Oft bleiben die Frauen dann in ihrer Gewaltsituation.“

Auch andere Frauenhäuser sind überlastet

Die Frauenhäuser im Umland sind ebenfalls ausgebucht. Wenn die Polizei im Frauenhaus anruft, hat sie oft schon sieben andere Stellen abgeklappert.

Die Zahl der hilfesuchenden Frauen ist in den letzten Jahren gestiegen, berichtet Heide Kruse, die im Frauenhaus ein Auge auf die Statistiken hat. Mutmaßungen, der Anstieg hinge mit den Flüchtlingen zusammen, die nach Wolfsburg gekommen sind, kennt sie zur Genüge – und weist sie ab: „Wir nehmen auch Flüchtlingsfrauen auf, aber sie sind nicht unsere Hauptklientel.“

Die Frauen kommen früher, nicht erst mit gebrochenen Knochen

Dass die Nachfrage derzeit so hoch ist, liegt an einer eigentlich positiven Entwicklung: „Ich denke nicht, dass die Gewalt zunimmt“, so Kruse. „Gewalt gegen Frauen rückt als Thema inzwischen mehr in den Vordergrund. Die Frauen sind heutzutage besser informiert und sagen früher: Ich mache das nicht mehr mit.“ Während früher viele Frauen mit Verbrennungen und Knochenbrüchen ankamen, verlassen sie heute ihre gewalttätigen Beziehungen schon in früheren Stadien der Brutalität.

Das ist gut, erfordert aber auch mehr Plätze in Frauenhäusern. Eine Lösung wäre ein Frauenhaus-Finanzierungsgesetz, sagt Ute Bloch: „Darauf warte ich jetzt seit gut 30 Jahren.“

Von Frederike Müller

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