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Stadt Wolfsburg „Frauen-Zimmer“ sorgt sich um die eigene Zukunft
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Frauen-Zimmer“ sorgt sich um die eigene Zukunft
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10:05 13.11.2019
Wohlfühlatmosphäre: In der Goethestraße hat das „Frauen-Zimmer“ ein schönes Zuhause für all seine Treffen. Quelle: privat
Wolfsburg

40 Jahre Frauen-Power pur: Das „Frauen-Zimmer“ Wolfsburg hat vier erfolgreiche Jahrzehnte hinter sich. Unbürokratisch, ohne Vereinssatzung oder Anmeldeformulare, bringt die Gruppe Frauen zusammen, hilft bei Problemen aller Art weiter und organisiert verschiedenste Veranstaltungen. Doch trotz der vielen Errungenschaften sorgen sich die Organisatorinnen um die Zukunft der Gruppe.

„Wir wollen Frauen eine Heimat bieten“

„Es geht über das Klönen oft hinaus“, weiß Christa Oemisch, die schon seit den Anfangsjahren mit dabei ist. „Wir wollen den Frauen eine Heimat bieten.“ Zum Beispiel wenn Frauen nach einer Trennung ganz allein in Wolfsburg aufschlagen. „Das Schönste für mich ist, wenn jemand zu uns kommt und sich dann sofort gut aufgehoben fühlt“, sagt Oemisch. Ähnlich war es wohl auch bei ihr: 1985 stieß sie als Gast zum „Frauenzimmer“, inzwischen leitet sie jeden Donnerstag den „Offenen Treff“. „Diese offene Gruppe ist immer ein guter Einstieg, die Neuen können sich erstmal in Ruhe umsehen und die Anderen kennenlernen“, meint sie.

Krankenbesuche gehören manchmal auch dazu

Schon hier beschränkt sich das Angebot nicht auf Kaffeekränzchen: Wer Hilfe braucht und sich noch nicht auskennt, bekommt hier Ratschläge und sogar Begleitungen zu Ämtern oder Jobcentern. Und wenn eine der Frauen ins Krankenhaus muss, kann sie sich über Besuch und Aufheiterung von den anderen Mitgliedern freuen.

Eine Bildergalerie zum Frauen-Zimmer:

Das Wolfsburger „Frauen-Zimmer“ trifft sich nicht nur zum Kaffeetrinken. Die Gruppen verfolgen ihre Interessen und Hobbys, machen Ausflüge und bieten Frauen ein starkes Netzwerk.

Und dann gibt es da noch einen bunten Strauß an Veranstaltungen: Vorträge im „Erzähl-Café“, ein Lesekreis, eine englische Konversationsgruppe, ein Singkreis, Spieletreffen, Handarbeitsgruppen, die Frauenfrühstücke und noch einiges mehr. Sich langweilen oder allein fühlen muss hier niemand.

Sorge um die Finanzierung

Doch wie lange es das „Frauen-Zimmer“ noch geben wird, ist nie ganz sicher. Materialien wie Kaffee, Kekse, Putzmittel Kerzen oder Geschirr brauchen die Frauen etwa 1000 Euro pro Jahr, die zum Glück meist aus Spenden zusammenkommen. Die „harten“ Kosten wie Miete, Strom und Heizung sind allerdings höher: 6500 Euro im Jahr macht die Stadt Wolfsburg dafür locker. Doch dabei handelt es sich um eine „freiwilligen“ Zuschuss – und das macht Christa Oemisch und den anderen manchmal Sorgen. Denn, so fürchten sie, wenn die Stadt sparen muss, könnte sie einen solchen „Luxus“ schnell von der Agenda streichen. „Zu unserem 25. Jubiläum war es ähnlich“, erinnert sich Oemisch. „Damals konnte VW auch weniger Gewerbesteuer zahlen.“ Damals kämpfte die Frauenbeauftragte für das „Frauen-Zimmer“ und bewirkte, dass die Zahlungen weiterflossen.

Hier finden Sie das „Frauenzimmer“

Das „Frauenzimmer“ hat seinen Sitz in der Goethestraße 12 in Wolfsburg. Die Telefonnummer ist (0 53 61) 2 12 22, online findet man die Gruppe unter www.frauenzentrum-wolfsburg.de. Zum Kennenlernen eignen sich am besten die offenen Treffen jeden Montag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr.

Ob der Rat der Stadt das „Frauen-Zimmer“ auch weiterhin in seiner nächsten Haushaltsplanung berücksichtigt? Noch haben die Organisatorinnen nichts gehört. Auf jeden Fall genießen sie einen gewissen Rückhalt aus Politik und Verwaltung: Zur 40-Jahr-Feier kamen unter anderem die Stadträtin Monika Müller, Bürgermeisterin Bärbel Weist, Ortsbürgermeisterin Immacolata Glosemeyer und die Gleichstellungsbeauftragte Beate Ebeling. Und wenn es nach den Frauen des „Frauen-Zimmers“ geht, ist sowieso klar: So kann es auch die nächsten 40 Jahre weitergehen!

Das sind die Veranstaltungen

Jeden ersten Monat im Monat trifft sich das Organisations-Team von 17.30 bis 20 Uhr.

Montags und donnerstags gibt es von 15 bis 17 Uhr ein offenes Treffen zum Kennenlernen und Austauschen.

Die Handarbeitsgruppe trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat von 15 bis 17 Uhr.

Um Selbsterkenntnis und Spiritualität geht es jeden zweiten und vierten Dienstag im Monate von 16 bis 18 Uhr.

Das „Erzähl-Café“ zu ausgewählten Themen findet an jedem dritten Dienstag im Monat von 17 bis 19 Uhr statt.

Lesungen und Büchervorstellungen gibt es im Lese-Café an jedem ersten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr.

An jedem zweiten und vierten Mittwoch im Monat wird von 15 bis 17 Uhr gemeinsam Karten gespielt.

Das „Internationale Frauenforum“ mit Teilnehmerinnen auch aus anderen Ländern tauscht jeden dritten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr Erfahrungen aus.

Jeden Donnerstagvormittag von 9 bis 12 Uhr treffen sich Frauen, um ihrer Persönlichkeit auf den Grund zu kommen.

Englisch geht es in der „English Conversation Group“ jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 18.45 bis 20.15 Uhr zu.

Der Literaturkreis trifft sich jeden Freitag von 15 bis 17 Uhr.

Im Poesie-Café kommen an jedem ersten Samstag im Monat Frauen zusammen, um Gedichte vorzutragen – auch selbstgeschriebene.

Der offene Singkreis trifft sich jeden dritten Samstag im Monat von 15 bis 17 Uhr.

Einfache Meditationsübungen gibt es bei den Entspannungstreffen jeden vierten Samstag im Monat von 15 bis 17 Uhr.

Beim kommunalpolitischen Stammtisch jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12.30 Uhr geht es um Information, Diskussion und Engagement.

Zum Frauenfrühstück mit Mitbringbuffet treffen sich die Frauen am je zweiten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr.

Jeden dritten Sonntag im Monat werden von 15 bis 17 Uhr historische Kostüme genäht, in denen die Frauen zu Veranstaltungen auch auftreten.

Gesellschaftsspiele gibt es an jedem vierten Sonntag im Monat von 14.30 bis 17 Uhr.

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Von Frederike Müller

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