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Stadt Wolfsburg Frau (21) vergewaltigt: Bewährung und Arrest
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Frau (21) vergewaltigt: Bewährung und Arrest
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20:00 07.11.2018
Amtsgericht: Eine schwere Sexualstraftat wurde am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht verhandelt. Quelle: Archiv
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Wolfsburg

Der Wolfsburger hatte zuvor ein Geständnis abgelegt. Laut Anklage kam es zwischen den beiden damals 20-Jährigen erst zum einvernehmlichen Kuscheln im Schlafzimmer des Wolfsburgers. Dann soll der junge Mann die Frau im Schrittbereich und an der Brust angefasst, ihre Jeansgeöffnet und den Slip heruntergezogen haben, bevor es zu der Vergewaltigung kam. Immer wieder solle die 20-Jährige ihn aufgefordert haben, damit aufzuhören. Zuvor hatte der Angeklagte die Tür des Schlafzimmers von innen abgeschlossen und ein Schreien der Frau dadurch verhindert, dass er sie küsste. „Es ist doch alles nur zum Spaß“, soll der Mann gesagt haben.

Nach Appellen von Richterin und Staatsanwältin mit Blick auf die eindeutige Aktenlage gestand der 21-Jährige die Tat und entschuldigte sich bei seinem Opfer: „Es tut mir alles sehr Leid. Ich hoffe, dass dir so etwas nie wieder passieren wird“, sagte er. Damit blieb der Frau eine Aussage erspart.

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„Entwicklungsverzögerungen wegen psychischer Labilität“

Er hätte Depressionen und eine Persönlichkeitsstörung, erklärte der Angeklagte, der sich deswegen in Behandlung befindet. Eine Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe sprach bei dem Angeklagten von „Entwicklungsverzögerungen wegen psychischer Labilität“ und verwies auf die Notwendigkeit einer Therapie.

Einheitliche Strafforderung in den Plädoyers

Die Staatsanwältin forderte in ihrem Plädoyer eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren und eine Woche Dauerarrest sowie als Auflage für den Angeklagten Gespräche zum Thema Sexualität mit einer Fachstelle. Die Verteidigerin des Opfers ging auf das Verhalten des 21-Jährigen ein: „Du hast keine Beweise, Hase“, hätte er dem Opfer in einem Chat geschrieben. Sie schloss sich ebenso wie der Verteidiger dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Dem folgte das Gericht: „Der Warnschussarrest soll Ihnen klar machen, dass Sie nie wieder so mit Frauen umgehen dürfen“, sagte die Richterin.

Von Jörn Graue

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