Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Integration braucht mehr Geld und Leute
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Integration braucht mehr Geld und Leute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 07.05.2019
Flüchtlingshilfe: Betty Rannenberg (r.); Günter Schütte und Ingrid Leitner hoffen auf größere Wohnungen, mehr Sensibilität bei Abschiebungen und Sprachkurse ohne lange Wartezeiten. Quelle: Sebastian Bisch
Wolfsburg

Die Integration von Flüchtlingen erfordert verstärkt Einsatz – weil immer mehr Menschen mit Bleibeperspektive jetzt ihre Familien nachholen. Die Flüchtlingshilfe Wolfsburg wirbt nicht nur um ehrenamtlich Helfende, die Aktiven sehen auch Stadt, Land und Bund in der Pflicht. „Man sollte sich auf die Situation einstellen und Hilfe anbieten, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“, sagt Günter Schütte.

20 Familienzusammenführungen habe es schon gegeben, bis zu 40 könnten 2019 noch hinzu kommen, schätzt Schütte. Er selbst organisiert Schwimmkurse und seine Frau ehrenamtlich Deutschunterricht in Fallersleben – das hilft vielen, lange Wartezeiten auf reguläre Kurse zu überbrücken.

Flüchtlingshilfe beklagt Kürzungen

„Das Land Niedersachsen hat die Mittel für Sprachkurse von 50.000 Euro auf 30.000 Euro gekürzt“, kritisiert Betty Rannenberg, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe. Sinnvoll wäre es statt dessen, schon in den Kursen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, indem digitale Lernprogramme Thema werden. Mit denen könnten Absolventen allein weiterarbeiten, zum Beispiel an Computern in der Stadtbibliothek. Und alle Deutsch-Kurse sollten für Flüchtlinge sowie ihre Familien frei gegeben werden, nicht nur spezielle Angebote.

Große Familien in viel zu kleinen Zimmern

Es gibt noch weitere Handlungsfelder: Vorstandsmitglied Ingrid Leitner berichtet von einer riesigen Nachfrage nach großen Wohnungen. Eine sechsköpfige Familie müsse mindestens zwei Jahre warten. Rannenberg ergänzt: „Wir wissen, das geht auch deutschen Familien so – aber die haben nicht den Druck, dass sie aus ihrem Heim in die Obdachlosenunterkunft ziehen müssen.“ Erleichterung erhoffen sich die Helfer Ende Mai durch zwölf von 24 Wohnungen im Neubau auf dem Hageberg. Die andere Hälfte ist für Studierende, VW-Informatiker und Menschen mit Behinderung vorgesehen. Das könnte Integration fördern. Besser wäre es aber, dort auch Sozialarbeiter als Ansprechpartner einzusetzen. Die Probleme, die sonst entstehen, wenn sich zum Beispiel unbezahlte Rechnungen wegen Sprachschwierigkeiten stapeln, würden die Stadt mehr Geld kosten als die vorsorgliche Hilfe, meint Leitner.

Sensibilität fehlt bisweilen

Mehr Sensibilität wünschen sich die drei vom Bundesamt und der Härtefallkommission bei Abschiebungen. Homosexuelle zum Beispiel oder Roma – wie die Familie Marinkovic aus Serbien, deren Duldung ausgelaufen war – würden sehr wohl individuell verfolgt oder benachteiligt.

Wer die Flüchtlingshilfe unterstützen will, erreicht sie vormittags unter Telefon 05361/8986643 oder per E-Mail an fluechtlingshilfewolfsburg@wolfsburg.de.

Von Andrea Müller-Kudelka

Jetzt ist es fertig: das neue AWO-Kinder- und Familienzentrum in der Kreuzheide. Seit Februar werden dort schon die Kinder betreut, am Dienstag war offizielle Einweihung.

10.05.2019

Unbezahlbarer Wohnraum, hohe Mieten – damit beschäftigt sich das Erwerbslosen-Frühstück im Gewerkschaftshaus im Mai. Besucher können kostenlos frühstücken und sich Rat von Fachleuten einholen.

07.05.2019

Debattiernacht in der Ostfalia-Fachhochschule war ein voller Erfolg: Gast bei der 18. Auflage der „Debate Night“ war Falko Mohrs, Bundestagsabgeordneter der SPD, der über „Künstliche Intelligenz“ sprach.

07.05.2019