Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Wolfsburgs Wehren im Stress – Appell an Bürger
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburgs Wehren im Stress – Appell an Bürger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 06.07.2018
Flächenbrände: Seit Donnerstag rückten Wolfsburgs Wehren täglich aus. Zuletzt brannte es am Montag und in der Nacht zu Dienstag zweimal bei Sülfeld. Quelle: Feuerwehr Sülfeld
Anzeige
Wolfsburg

Am Montag mussten Brandschützer der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen aus Sülfeld, Fallersleben und Ehmen wieder ran.

Schattenseite des Sommers: Seit Donnerstag mussten Wolfsburgs Wehren jeden Tag zu Flächenbränden ausrücken: Es qualmte bei Neindorf, Almke, Heiligendorf, Hehlingen, Barnstorf und Sülfeld. „Auch die Gefahr für Waldbrände steigt von Tag zu Tag“, sagt Stadtbrandmeister Helmut von Hausen. In Wolfsburg erreicht sie laut dem Deutschen Wetterdienst jetzt die zweithöchste Stufe (4), in Wittingen sogar Stufe 5.

Anzeige

Auch kleine Funken sind eine große Gefahr

„Grund für ein Feuer ist meist Fahrlässigkeit“, warnt Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Unachtsamkeit und technische Defekte nennt Stadtsprecherin Elke Wichmann. Offenes Feuer ist zurzeit Tabu. „Grillen sollte man nur zu Hause – und den Wassereimer parat haben“, rät von Hausen. Claus appelliert, kein Glas oder Zigaretten wegzuwerfen. Scherben, die Sonnenlicht bündeln, können Brände auslösen. Selbst aus dem Fahrzeugfenster aschen ist fahrlässig: Der kleinste Funke könnte eine Katastrophe auslösen.

Flammen in der Nach: In der Wettmershagener Straße brannte die Böschung am Baugebiet. Quelle: Feuerwehr Sülfeld

Arne Stahlhut, Ortsbrandmeister in Sülfeld, kann das bestätigen: Zum zweiten Montagseinsatz brach er kurz vor Mitternacht auf. „Die Sonne kann da ja nicht Schuld gewesen sein“, sagt er. In Flammen stand eine Böschung an der Wettmershagener Straße in Nähe des Friedhofs – dahinter liegt das Neubaugebiet. 10.000 Liter Wasser flossen, dann war die Gefahr gebannt.

100 Brandschützer im Einsatz

Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr sowie Freiwilligen aus Ehmen und Fallersleben hatte Stalhut mit seinem Team wenige Stunden vorher schon einen weiteren Einsatz gefahren: Gegen 17.30 Uhr geriet während der Erntearbeiten ein Feld zwischen Sülfeld, Wettmershagen und Allerbüttel in Brand. Auch fünf Wehren aus dem Kreis Gifhorn waren vor Ort – insgesamt bekämpften fast 100 Kräfte die Flammen auf einer Fläche von etwa einem Hektar.

Stoppelfeld in Flammen: Der Brand breitete sich über etwa einen Hektar aus. Quelle: Feuerwehr Sülfeld

Ein Landwirt unterstützte, indem er mit seiner Egge eine Schneise grubberte. Sonst hätten die Flammen womöglich über einen Graben hinweg ein noch nicht abgeerntetes Feld angegriffen. „Ein Problem außerhalb von Ortschaften ist die Wasserversorgung“, erläutert Stalhut. Deshalb gilt: Je mehr Wehren mit Tanklöschfahrzeugen helfen, umso besser. „Zum Glück gab es am Montag nicht viel Wind“, so der Ortsbrandmeister.

Von Andrea Müller-Kudelka

Anzeige