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Stadt Wolfsburg Streit im Familien-Clan: Vater und Sohn sollen Imbiss-Betreibern mit Mord gedroht haben
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Streit im Familien-Clan: Vater und Sohn sollen Imbiss-Betreibern mit Mord gedroht haben
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00:19 26.01.2019
Amtsgericht Wolfsburg: Vater und Sohn werden Erpressung und Morddrohung vorgeworfen.
Amtsgericht Wolfsburg: Vater und Sohn werden Erpressung und Morddrohung vorgeworfen. Quelle: Archiv
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Wolfsburg

Die Geschichte ist undurchsichtig, denn Angeklagte, Opfer, Zeugen – alle sind irgendwie miteinander verwandt. Vater und Sohn wird vorgeworfen, am Nachmittag des 20. August 2017 auf dem Gelände eines Imbisses in der Porschestraße von den Betreibern, nämlich von ihrem Bruder und Neffen unter Androhung von Gewalt eine Summe von 100.000 Euro sowie die Übergabe des Restaurants gefordert zu haben. Kämen sie dieser Aufforderung nicht nach, sollen die Angeklagten angeblich gedroht haben, den Gastronomen oder Teile der Familie zu töten.

Gespräch auf Whats-App mitgeschnitten

Nach der Prozesseröffnung waren beide Angeklagten bereit, sich zu den Vorwürfen zu äußern – und stritten vollumfänglich die Vorwürfe ab. Als Beleg ihrer Unschuld trug der angeklagte Vater (51) überraschend vor: „Wir wollten nur eine Aussprache, um die Familien-Streitigkeiten zu klären. Zur Sicherheit habe ich das Gespräch per Whats-App-Aufnahme-Funktion mitgeschnitten. Hier ist der Beweis, dass nichts davon stimmt!“

Da das Gespräch auf türkisch stattfand, muss es zwecks gerichtlicher Verwertung zunächst von einem Dolmetscher übersetzt werden. Im Rahmen der Klärung aller Formalien musste hierfür auch die Zustimmung der geladenen Zeugen eingeholt werden. Als Zeugen waren an diesem Prozesstag der besagte Bruder beziehungsweise Onkel der Angeklagten und zwei Söhne geladen. Zu ihrem Verwandtschaftsverhältnis befragt, antwortete der Zeuge auf die Frage des Richters: „Sind Sie der Sohn des Angeklagten?“ schon mehrdeutig: „Ja, leider.“

Tondateien müssen zunächst übersetzt werden

Wegen der Verschriftlichung der Tondateien sowie der Übersetzung dieser musste die Verhandlung am Dienstag ausgesetzt werden. Als neuen Hauptverhandlungstermin setzte der vorsitzende Richter den 9. April, 9 Uhr, fest.

Von der Redaktion/swi