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Stadt Wolfsburg Fünfte Strafe: Kokain-Dealer zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Fünfte Strafe: Kokain-Dealer zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt
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16:57 25.09.2019
Es ist schon die fünfte Verurteilung: Ein stadtbekannter Kokain-Dealer wurde im Wolfsburger Amtsgericht zu eine Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt (Symbolbild). Quelle: dpa
Wolfsburg

Das Amtsgericht Wolfsburg verurteilte am Dienstag einen Asylbewerber (37) aus Sierra Leone wegen Drogenhandels zu drei Jahren und zwei Monaten Haft. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung und des dazugehörigen Kellers in der Kleiststraße Ende März waren rund 28 Gramm Kokain, diverse leichtere Waffen und 250 Euro vermeintliches Deal-Geld gefunden worden. Weitere 60 Gramm Kokain trug ein vermeintlicher Kunde bei sich, der direkt nach Verlassen der Wohnung festgenommen wurde. Es ist bereits die fünfte Verurteilung des Dogenhändlers in Deutschland.

Der 37-jährige Asylbewerber ist 2001 aus Sierra Leone geflüchtet, wo ihm Rebellen während des Bürgerkrieges ins Bein geschossen haben sollen. Er gibt an, insgesamt acht Kinder zu haben – vier in Deutschland, vier in Sierra Leone.

Monatelange Observation der Polizei

Die aktuelle Verurteilung resultiert aus einer monatelangen Observation durch Polizeibeamte. Bereits im Januar fand eine erste Durchsuchung seiner Wohnung statt, bei der zwar rund 3000 Euro in einer „szenetypischen Stückelung“ in der Unterhose des Verdächtigen gefunden wurden, die eingesetzten Spürhunde konnten aber keinerlei Drogen finden.

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Im Rahmen weiterer Observationen der Wohnung beobachteten die Polizeibeamten am Nachmittag des 28. März, wie sich ein zweiter Schwarzafrikaner mit dem Oberkörper weit aus einem zur Wohnung gehörenden Kellerfenster lehnte, im davorliegenden Blumenbeet herumwühlte und sich kleine Päckchen einsteckte. Als dieser vermeintliche Kunde das Haus des Verdächtigen verließ, schlugen die Polizeibeamten zu: Der Kunde trug 60 Gramm Kokain bei sich.

Schreckschusspistole gefunden

Zeitgleich drangen die Polizeibeamten wegen einer Hausdurchsuchung in die Wohnung und die dazugehörigen Kellerräume ein. In einem Papierkorb im Keller fanden sie 28 Gramm Kokain, in der Wohnung diverses für Drogenverpackungen typisches Material, ein Klappmesser, eine Schreckschusspistole und einen Elektroschocker sowie 250 Euro Bargeld. Der vermeintliche Bunker im Blumenbeet vor dem Kellerfenster war leer (geräumt).

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Bereits im Juli dieses Jahres war der Drogen-Kunde zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Dieser hatte während seines Prozesses ausgesagt, die 60 Gramm Kokain von dem Dealer für 2000 Euro „auf Kommission“ gekauft zu haben. Der damals verhandelnde Richter und ein weiterer Zeuge konnten diese Angaben bestätigen.

Reger Besuchsverkehr in der Wohnung

Zahlreiche Polizeibeamte, die an der Observation beteiligt waren, bestätigten im Zeugenstand regen Besuchsverkehr in der Wohnung des Angeklagten mit zwei verdächtigen Besonderheiten: Die Besucher hätten sich immer nur sehr kurz – meist nur weniger als fünf Minuten – im Haus des Angeklagten aufgehalten. Und der Angeklagte habe beim Weggang jedes Besuchers misstrauisch aus dem Fenster geschaut und dabei stets das Blumenbeet vor dem Kellerfenster im Auge gehabt, den vermeintlichen Drogen-Bunker.

Diese Indizienkette führte schließlich zur mittlerweile fünften Verurteilung des Mannes. Vorausgegangen waren eine Verurteilung im Jahr 2005 wegen Drogenhandels sowie zuletzt eine Verurteilung im Jahr 2013 über fünf Jahre und acht Monate Haft. Im Herbst 2017 kam er nach zwei Dritteln der Strafe vorzeitig frei. Seine Bewährungsfrist läuft jedoch noch bis Oktober 2022, so dass diese nun widerrufen werden könnte beziehungsweise müsste. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Von swi

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