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Stadt Wolfsburg Ertrunkenes Krippenkind: Erzieherinnen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Ertrunkenes Krippenkind: Erzieherinnen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
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20:24 11.11.2019
Schauplatz der Tragödie: Nahe dieses Spielplatzes starb der 16 Monate alte Junge. Die Trauer und Anteilnahme in Nordsteimke war groß. Quelle: Boris Baschin
Nordsteimke/ Braunschweig

Im Fall des verstorbenen Krippenkindes in Nordsteimke hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen die vier Aufsichtspersonen Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben.

Bei den vier angeklagten Frauen im Alter zwischen 37 und 57 Jahren handelt es sich um zwei Erzieherinnen, eine Sozialassistentin und eine damalige Praktikantin. Ihnen wird vorgeworfen, am 17. April ihre Aufsichtspflicht grob fahrlässig verletzt zu haben.

Junge wurde erst 30 Minuten später gefunden

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft waren die vier Frauen mit zwölf Krippenkindern im Alter zwischen eins und drei Jahren des DRK Kindergartens Nordsteimke zu dem nahegelegenen Spielplatz „Spiebuschstraße“ gegangen. Dort bemerkten sie nicht, wie sich der 16 Monate alte Junge von der Gruppe entfernte und in Richtung des etwa 30 Meter entfernten, tiefer gelegenen Regenrückhaltebeckens bewegte. Unbeobachtet stürzte der Junge in das 30 Zentimeter tiefe Becken. Laut Staatsanwaltschaft bemerkten die Angeklagten den im Wasser liegenden Jungen erst nach frühestens 30 Minuten.

Hilfe kam zu spät

Nach den unverzüglich eingeleiteten Rettungsmaßnahmen und den anschließenden Reanimationsversuchen eines Notarztes wurde das Kind in das Klinikum gebracht. Dort starb der Junge infolge von irreparablen Hirnschäden zwölf Tage später.

Spielplatz nicht für Krippenkinder geeignet

Auch der Spielplatz selbst spielt eine Rolle bei der Anklage. So ist dieser nach Informationen der Stadt für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren angelegt worden. Auch ein Sachverständiger bestätigte dies. Demnach hätten sich die Erzieherinnen mit den Krippenkindern gar nicht zu dem Spielplatz begeben dürfen.

Hauptverhandlung startet im Februar

Die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Wolfsburg ist für den 4. Februar 2020 geplant. Das Strafmaß für fahrlässige Tötung bewegt sich zwischen einer Geldstrafe und maximal fünf Jahren Haft.

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