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Stadt Wolfsburg Immer mehr Kinder in Wolfsburg von Armut betroffen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Immer mehr Kinder in Wolfsburg von Armut betroffen
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19:34 08.10.2019
Treffen am 19. Oktober: Alina Roß (v.l.), Dieter Pfeiffer, Dieter Mollenhauer, Ingeborg Schwittkowski und Herbert Grunert laden zum Erwerbslosen-Frühstück ein. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

In Wolfsburg waren im September 2947 Menschen arbeitslos, 2182 davon bekamen Arbeitslosengeld II, also den Hartz-IV-Satz. Mit dem Erwerbslosen-Frühstück möchte der IG-Metall-Arbeitskreis „Arbeitslos – Nicht Wehrlos“ (ANW) auf diesen Missstand aufmerksam machen. Das Treffen findet am Samstag, 19. Oktober, von 9.30 bis 12 Uhr im Gewerkschaftshaus statt. Anlässlich des Weltarmutstages am 17. Oktober wird über das Thema „Armut“ gesprochen.

2912 Kinder von Armut betroffen

In Niedersachsen waren im Jahr 2017 rund 1,24 Millionen von Armut bedroht. Das bedeutet: Wenn eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 2134 Euro zur Verfügung hat, ist sie gefährdet. „Besonders Kinder, ältere Menschen und Hartz-IV-Empfänger tragen ein erhöhtes Armutsrisiko“, sagt Dieter Pfeiffer, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises ANW.

In Wolfsburg sind 2912 Kinder (14,7 Prozent) von der Einkommensarmut der Eltern betroffen sind. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2017 ist jedes fünfte Kind in Deutschland armutsgefährdet, also 20 Prozent. Zudem warnt Bertelsmann-Stiftungsvorstand Jörg Dräger, dass sich zu wenig Familien aus der Armut befreien könnten.

Immer weniger Sozialwohnungen

Nach Angaben des Arbeitskreises seien auch die steigenden Mietpreise für die Armut verantwortlich. „Die Stadt muss mehr für den sozialen Wohnungsbau tun“, fordert Gewerkschaftssekretärin Alina Roß. Vor zwei Jahren gab es in Wolfsburg rund 1600 Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindungen, sprich Sozialwohnungen. Der Prognose nach gibt es im Jahr 2022 noch rund 1200 Sozialwohnungen. Bei Neubauprojekten mit mehr als 100 Wohnungen könne die Stadt zwar bereits jetzt die Bauträger auf eine Quote von 25 Prozent geförderten Wohnraum verpflichten. „Das wird aber nicht immer kontrolliert und eingehalten“, kritisiert Pfeiffer.

Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

1992 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut. In ihrer Resolution vom 22. Dezember zeigt sie sich erfreut, dass einige regierungsunabhängige Organisationen auf Initiative der internationalen Bewegung ATD Vierte Welt diesen Tag bereits in zahlreichen Ländern begehen. Diese Nichtregierungsorganisationen (NGO) verbinden mit dem „Welttag zur Überwindung der Armut“ drei Anliegen: 1. Den Widerstand der von Armut betroffenen Menschen gegen Elend und Ausgrenzung zu würdigen. 2. Den Not leidenden und ausgegrenzten Menschen Gehör zu verschaffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. 3. Sich mit den Allerärmsten dafür einzusetzen, dass die Rechte aller wirklich für alle gelten. Eine Inschrift in einer der Marmorplatten auf dem Platz der Menschenrechte (Trocadero) in Paris erinnert an den Ursprung dieses Gedenk- und Aktionstags.

Das Thema bezahlbarer Wohnraum wird auch beim Erwerbslosen-Frühstück vorgestellt. „Wir berichten, was sich bundesweit und in der Region Wolfsburg getan hat“, sagt Pfeiffer. Zum Frühstück im Mala-Zimetbaum-Raum im Gewerkschaftshaus seien nicht nur Erwerbslose willkommen, auch alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Das Essen wird von den ehrenamtlichen Mitarbeitern vorbereitet und ist kostenlos.

Jeden Mittwoch gibt es eine Beratung für Erwerbslose

Der Arbeitskreis „Arbeitslos – Nicht Wehrlos“ bietet an jedem Mittwoch von 15.30 bis 17.30 Uhr im Gewerkschaftshaus (Antonio-Gramsci-Raum) eine Beratung für Erwerbslose an. Auch beim Frühstück können die Experten nach Rat gefragt werden.

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Von Ann Kathrin Wucherpfennig

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