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Stadt Wolfsburg Erinnern an der Einheitskastanie: „Die Stasi hat uns abgehört“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Erinnern an der Einheitskastanie: „Die Stasi hat uns abgehört“
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17:41 09.11.2019
Gemeinsames Erinnern an der Einheitskastanie. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Zeitzeugen erinnerten am Freitag an die Pflanzung der Wolfsburger Einheitskastanie am 12. November 1989: Ein Kreis von Engagierten versammelte sich bei der Superintendentur des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen am Schillerteich.

Superintendent Christian Berndt sagte in seiner Begrüßung: „Ich hätte nie gedacht, dass die Mauer einmal fallen würde.“ Er schlug aber auch einen Bogen zur Reichskristallnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938.

Fabi hat die Pflanzung der Einheitskastanie unterstützt

Mitinitiatoren der damaligen Pflanzaktion waren Hilke und Rudi Karg. Sie berichteten davon, wie spontan die evangelische Familienbildungsstätte kurz nach der Maueröffnung die Kastanie gepflanzt hatte. „Die Initiative ging von der damaligen Leitung um Irene Siemann und Petra Zimmermann aus. Dabei wurden sie aktiv von den Mobilen Fabianern unterstützt“, so Rudi Karg. Und Hilke Karg ergänzte: „Die Fabi hat mit Unterstützung gleich Kurse in Gardelegen, Klötze und Oebisfelde angeboten“.

Christian Raupach, bei Mauerfall zehn Jahre alt, war sehr dankbar über die deutsche Einheit. „Wir sind damals in der DDR von der Stasi abgehört worden, nur weil sich meine Eltern als Christen in der Kirche engagiert haben“, erinnerte er an die damalige schwere Zeit. Von einer deutsch-deutschen Paddeltour mit 50 Kindern aus Sulingen und Havelberg und russlanddeutschen Spätaussiedlern von einem Tischtennisprojekt von CVJM und Diakonie unter dem Motto „Wir sitzen im selben Boot – in Ost und West“ berichtete Manfred Wille, der kurz vor Mauerbau nach Vorsfelde als Kind geflüchtet war.

Berndt: „Die Einheit darf nicht in Frage gestellt werden“

„Da unser Onkel in Fürstenwalde beerdigt war, sind wir jedes Jahr dorthin gefahren und haben so Kontakte zur Kirchengemeinde aufgebaut“, erklärte Dagmar Schaumburg. Horst Komor schilderte, wie er zusammen mit dem ehemaligen Jugendamtsleiter Siegfried Schuster behinderte Menschen in Ost und West betreut hat. Und Brigitte Gottschick erzählte: „Meine Kinder sind sogar nach Berlin gefahren und standen auf der Mauer.“ Dort war am 9. November Andrea Duensing von der Superintendentur: „Es herrschte eine angespannte Feierstimmung – was wird passieren?“

Zum Abschluss stellte Christian Berndt fest: „Die deutsche Einheit darf nicht weiter in Frage gestellt werden.“

Von Manfred Wille

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