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Stadt Wolfsburg Entwarnung: Doch keine Riesenwelse im Allersee
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Entwarnung: Doch keine Riesenwelse im Allersee
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21:40 26.06.2019
Dieses Foto sorgte für Aufsehen: Uwe Latzel (l.) und seine Mitstreiter hatten die Welse im Mühlenteich erlegt und dann fürs Bild zum Allersee gekarrt. Quelle: privat
Allerpark

Wer sich beim Anblick riesiger Welse im Allersee gegruselt hat, kann aufatmen: Das Foto ist nur gestellt. Der Wolfsburger Sportfischerverein hat jetzt nach längerem Hin und Her zugegeben, die Fische im Mühlenteich in Kreuzheide gefangen zu haben. Anschließend waren die Angler mit ihrer Beute zum Allersee gefahren, um dort für die Fotos zu posieren. Das hätte an sich noch nicht allzu viel Schaden angerichtet (wenn man die Perspektive der Welse mal außen vor lässt). Aber die Sportfischer konnten es sich nicht verkneifen, die Fotos samt Text an die WAZ zu schicken – inklusive der Behauptung, es handele sich um einen Fang aus dem Allersee.

Selbst auf Nachfrage stritt der Vorstand noch ab

Was dann folgte, ist ein schöner Beweis dafür, dass es Schwarmintelligenz nicht nur bei Fischen gibt. Nachdem die WAZ die Nachricht von dem vermeintlichen Sensationserfolg veröffentlicht hatte, meldeten sich auf Facebook mehrere User zu Wort und erklärten, der Vereinsvorstand habe nie und nimmer diese Fische im Allersee gefangen. Auf dem Foto, das einen toten Wels im Kofferraum zeigt, sei zudem definitiv ein anderes Gewässer als der Allersee zu sehen. Die WAZ hakte beim Vereinsvorstand nach – doch der beharrte noch immer darauf, die Fische kämen aus dem Allersee: „Manche Leute gönnen anderen einfach keinen großen Fang“, lautete der lakonische Kommentar.

Kreativer Erklärungsversuch

Doch die kritischen Stimmen verstummten nicht. Schließlich knickte Angler-Vorstand Uwe Latzel, einer der drei Sportfischer auf den Fotos, dann doch ein: Er räumte ein, dass die Fische aus dem Mühlenteich kämen. Und dann folgte eine Begründung, auf die man erst mal kommen muss: Die Fotos seien ursprünglich nur für private Zwecke entstanden, doch irgendjemand habe dann eins davon unerlaubt ins Internet gestellt, wo es sich rasend schnell verbreitet habe. „Da uns aufgrund des Fotos eh niemand geglaubt hätte, dass dies nicht am Allersee passiert war (im Hintergrund der Kolumbianische Pavillon), ersparten wir uns weitere Dementis“, sagt Latzel. Allerdings verzichtete er nicht nur auf Richtigstellungen der intern geteilten Fotos, sondern schickte sie selbst noch an die WAZ. Betreff der Mail: „Riesenwels aus dem Allersee.“

Empörte Angler: „Das ist eine reine Werbungssache“

Dass diese krude Aktion die Glaubwürdigkeit des Vereinschefs auch nicht gerade steigert, scheint ihm nicht klar gewesen zu sein. Angler Fabrice Harre, der regelmäßig am Allersee fischt, glaubt auch nicht an ein Versehen, sondern vermutet Absicht hinter der Aktion: „Das ist eine reine Werbungssache“, erklärt er. Zum Beispiel, um Gastangler anzulocken – die Gastkartenpreise bei den Sportfischern seien im letzten Jahr von rund 10 Euro auf 15 Euro pro Tag angehoben worden. Der Wolfsburger Pascal Havartz sagt, er sei sogar aus dem Verein ausgetreten, weil ihm die Gesinnung und die Finanzpolitik dort nicht gefielen: Von den Mitgliedsbeiträgen werde auch die Fischbesetzung im Mühlenteich bezahlt, „und da darf nur der Vorstand angeln“. Damit, dass der Vorstand anschließend behauptet, die Fische stammten aus dem Allersee, hätten aber wohl selbst die größten Kritiker nicht gerechnet.

Gewässerwart kritisiert die „schwarzen Schafe“

Und die Aktion schadet womöglich nicht nur dem Verein, befürchtet Stefan Ludwig, Gewässerwart des Angel- und Gewässerschutzvereins Vorsfelde: Das Posieren mit den Fischen im Allersee habe gegen den Naturschutzgedanken und das Tierschutzgesetz verstoßen. „Was nun zu befürchten ist, ist dass die gesamte Anglerschaft in einen Topf geworfen wird mit einigen schwarzen Schafen, die offensichtlich nur darauf aus sind, sich mit Trophäen zu schmücken.“

Von Frederike Müller

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