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Stadt Wolfsburg Enkeltrick: Warum die Polizei die Fälle nicht lösen kann
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Enkeltrick: Warum die Polizei die Fälle nicht lösen kann
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16:47 26.09.2019
Fiese Masche: Trickbetrüger legten eine 79-jährige Seniorin rein. Quelle: dpa
Wolfsburg

Die Serie reißt nicht ab: Erneut wurde eine Wolfsburger Seniorin Opfer von dreisten Trickbetrügern. Eine Frau gab sich gegenüber der 79-Jährigen am Telefon als deren Enkeltochter aus. Später, an diesem Dienstag übergab die Seniorin dann 12 000 Euro an einen angeblichen Rechtsanwalt. Erst als das Opfer am Tag darauf mit ihren echten Enkeltochter sprach, fiel der Betrug auf – doch die Täter haben nichts zu befürchten.

Opfer wollten Enkelin etwas Gutes tun

Die angebliche Enkelin hatte sich zur Mittagszeit gemeldet und angegeben, dringend 12 000 Euro zu benötigen. Sofort ging die Großmutter zur Bank, um das Geld abzugeben – im guten Glauben, ihrer Enkeltochter etwas Gutes zu tun. Kurz darauf klingelte erneut das Telefon: Dieses Mal war es ein „Rechtsanwalt aus Braunschweig“, der die Geldübergabe vereinbaren wollte.

Abholer wollte schnell wieder weg

So unter Druck gesetzt, folgte die Seniorin den Vorgaben der Täter. Der Abholer habe wenig gesprochen, gab die Wolfsburgerin gegenüber der Polizei an. Der Unbekannte war schlank, etwa 1,60 bis 1,70 Meter groß und hatte kurze schwarze Haare.

Täter geübt in geschickter Gesprächsführung

Polizeiberater Mario Dedolf kennt die Betrugsmasche, bei der die Täter es durch geschickte Gesprächsführung schaffen, ihre Opfer zu überzeugen, dass der Enkelsohn oder wie in diesem Fall die Enkeltochter am Telefon sei. Bei allen Anrufen geben die Gauner vor, dringend eine hohe Bargeldsumme für den Kauf eines Autos oder einer Wohnung zu benötigen. Die abschließende Geldübergabe werde stets durch einen „guten“ Freund oder wie hier durch einen angeblichen Rechtsanwalt durchgeführt. Schon nach dem ersten Anruf der Gauner hätte ein sofortiger Rückruf bei der wirklichen Enkelin die Betrüger entlarvt, erläutert der Kriminalhauptkommissar.

Serie von Betrugsfällen

In Wolfsburg setzt dieser Fall eine ganze Serie von Trickbetrugen fort. Eine Welle solcher Anrufen schwappte in den letzten Wochen von Helmstedt nach Wolfsburg, oft gaben sich die Anrufer auch als Polizisten aus, die Geld und Wertgegenstände für den Besitzer „sicher verwahren“ wollten.

Täter arbeiten organisiert und vernetzt

„Die Verfolgung der Täter ist relativ schwer“, meint Polizeisprecher Sven-Marco Claus. „Sie verstehen es, ihre Taktik zu variieren.“ Wie im aktuellen Fall rufe zum Beispiel erst ein vermeintlicher Enkel an und dann ein falscher Anwalt, Notar oder ähnliches.

Weil oft mehrere Anrufer beteiligt sind, geht Claus von einem Netzwerk aus, „vergleichbar mit einem Callcenter“. In welchem Umkreis dieses Netzwerk agiere, sei schwer zu sagen. Sicher ist jedoch, dass die Täter auch vor Ort Leute hätten, denn am Ende liefen die Betrügereien immer auf eine persönliche Geldübergabe hinaus.

Aufklärungsquote in Wolfsburg? 0 Prozent

Das sei dann auch der einzige Moment, in dem die Polizei zuschnappen könnte – vorausgesetzt, die betroffenen Rentner waren gewieft genug, ihre Betrüger in eine Falle zu locken. Doch gelungen ist das der Polizei in Wolfsburg noch nie: „Die Täter machen sich in den mehreren Gesprächen ein Bild von ihrem Opfer“, erklärt Claus. „Meist haben sie einen Riecher dafür, wer die Polizei verständigt hat.“

Auf dem Display zeigt sich die „110“

Ein weiteres Problem: Die Täter sind so professionell, ihre Telefonnummer nicht nur zu unterdrücken, sondern komplett zu manipulieren. „Auf dem Display des Angerufenen steht dann zum Beispiel die 110 oder die Nummer unserer Wolfsburger Dienststelle“, so Claus. Und im Nachhinein könne die Polizei nicht mehr rekonstruieren, wer tatsächlich angerufen habe.

Von Frederike Müller

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