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Stadt Wolfsburg Eine Boccia-Bahn sucht ein Zuhause
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Eine Boccia-Bahn sucht ein Zuhause
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00:31 06.01.2019
Centro Italiano: Die Boccia-Bahn gehört schon lange zum italienischen Kulturverein – auch wenn der Verein Lupo Martini der eigentliche Betreiber ist. Quelle: Photowerk
Wolfsburg

Wohin mit der Boccia-Bahn? Schon im September letzten Jahres ist das Centro Italiano vom Rothenfelder Markt auf die Piazza Italia gezogen – die Boccia-Bahn musste sie zurücklassen. Zuletzt schlug Detlef Conradt als Ortsbürgermeister Mitte vor, sie auf das Gelände des Vereins Lupo Martini in der Nordstadt zu verlegen. Doch der Vorschlag birgt Schwierigkeiten – und auch die Alternativen sind nicht gerade vielversprechend.

Das Centro wird einige Jahre in der Goethestraße bleiben

Spätestens im März geht die Boccia-Saison wieder los. Dann haben die Boccia-Spieler ein ganz greifbares Problem: Keine Toiletten. Das ehemalige Centro-Gebäude neben der Bahn ist verkauft, und mit ihm Strom- und Wasseranschluss. Auf die Piazza Italia ist der Verein zwar nur vorübergehend gezogen, doch der Vorsitzende Carmelo Civa rechnet damit, dort „mindestens zwei bis vier Jahre“ festzusitzen. Das von der Stadt in Aussicht gestellte neue Vereinsheim lässt seit der Dieselkrise auf sich warten.

Intakt aber ohne Zugang zu Toiletten: Die alte Boccia-Bahn steht noch am Rothenfelder Markt. Quelle: Sylvia Telge

Rocco Lochiatto vom Verein Lupo Martini, der die Boccia-Bahn betreibt, findet: „Optimal wäre es, wenn Centro und Boccia-Bahn zusammen wären.“ Deshalb ist er nicht von Detlef Conradts Idee überzeugt, die Bahn aufs abgelegene Lupo-Gelände in der Nordstadt zu versetzen,. Dort wäre zwar theoretisch Platz dafür – schließlich war ein solches Spielfeld sogar vorgesehen, als das Gelände eingerichtet wurde. Allerdings gebe es dort zu wenig Lagerplatz: Zum Boccia gehörten nicht nur ein paar Kugeln, sondern auch Geräte, um die Bahn zu pflegen.

Auf Antrag der SPD prüft die Stadt unterdessen, eine neue Boccia-Bahn im Immermannhof Ecke Schillerstraße/Goethestraße hinter dem provisorischen Centro oder im kleinen Goethepark hinterm Hallenbad zu bauen. Ortsbürgermeister Detlef Conradt möchte dort jedoch keinen weiteren Treffpunkt haben und kündigt an: „Der Ortsrat wird sich dagegen wehren, die Boccia-Bahn auf Privatgelände der Neuland einzurichten.“

Immermannhof: Hier in den Höfen könnte gut eine neue Bahn entstehen, findet Franco Miranda, Vorsitzender der Boccia-Sparte von Lupo Martini. Damit läge das Spielfeld direkt hinter dem provisorischen Centro in der Goethestraße. Quelle: Sylvia Telge

Detlef Conradt, der deshalb das Lupo-Gelände vorgeschlagen hat, geht inzwischen einen Schritt weiter und zweifelt an, dass das Centro in Zukunft überhaupt ein eigenes Gebäude brauche: Der Verein sei schließlich zur Integration der italienischen Gastarbeiter gegründet worden – „und ich glaube, nach 50 bis 60 Jahren sollte der Vorgang abgeschlossen sein“.

Fertig integriert?

Ein Kommentar von Frederike Müller

Sind die italienischstämmigen Wolfsburger gut integriert? Aber hallo! Kann man deshalb das 1964 gegründete Centro Italiano einstampfen? Ich glaube nicht. Als Begegnungsstätte und kulturelles Zentrum hat der Verein längst andere Aufgaben als Integration – und damit auch eine sich ständig erneuernde Daseinsberechtigung.

Und apropos Integration: Eine Boccia-Bahn in den Höfen, die nicht nur die Vereinsmitglieder nutzen können, wäre doch eine feine Gelegenheit, auch weiterhin Kontakte zu pflegen. Mit dem richtigen Bahnbelag macht das Spielen keinen Lärm, und Lachen und muntere Unterhaltungen im Hinterhof sind doch etwas Schönes, solange abends irgendwann Ruhe einkehrt.

Aus Frankreich kenne ich es, dass die älteren Herren in der Dorfmitte Boule spielen – oder in den Pariser Parks Schach. Das Einzige, was mich daran stört, ist, dass ich mich nicht getraut habe, zu fragen, ob ich mitspielen darf. Also, liebe Boccia-Spieler: Neben unseren Wäschestangen wäre auch noch ein bisschen Platz...

Von Frederike Müller

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