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Stadt Wolfsburg So meistert ein junger Syrer seinen Weg in Wolfsburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg So meistert ein junger Syrer seinen Weg in Wolfsburg
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17:02 03.04.2019
Gelungene Integration: Rhami Zain Rahabi mit Lara und seiner Frau  B´dour Zaidani (rechts) sowie Iwona Lubanska von der Anerkennungsberatung.
Gelungene Integration: Rhami Zain Rahabi mit Lara und seiner Frau B´dour Zaidani (rechts) sowie Iwona Lubanska von der Anerkennungsberatung. Quelle: Agentur für Arbeit
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Wolfsburg

Eine junge syrische Familie geht ihren Weg – und wird zum Vorbild für gelungene Integration und tolle Hilfe von Seiten der Behörden: Rami Zain Rahabi floh im November 2015 mit seiner Frau aus Idlib. Als gelernter Krankenpfleger wollte er seine beruflichen Fähigkeiten auch in Deutschland einsetzen – und beginnt jetzt im Klinikum seine Arbeit als anerkannter Gesundheits- und Krankenpfleger.

„Wir hatten keine Wahl – wir mussten fliehen“

Mittlerweile hat das Paar eine Tochter. Lara ist fast ein Jahr alt. Sie krabbelt vergnügt auf dem Boden. Ihr Name bedeutet im arabischen Mondlicht. Die Eltern, das sind der 34-jährige Rami und die 30- jährige B´dour, die im November 2015 gemeinsam aus Syrien flohen. Der gelernte Krankenpfleger, der berufsbegleitend zusätzlich noch Krankenpflege in seiner Heimat studierte, hatte gerade seine Schicht begonnen, als das Klinikum von Bomben getroffen wurde. „Wir hatten keine Wahl. Wir mussten fliehen. Wir kamen über die Türkei auf der Westbalkanroute nach Deutschland. Nach 16 Tagen kamen wir in Passau an. Von hier aus wurden wir auf ganz Deutschland verteilt. B´dour und ich kamen nach Wolfsburg.“

Sechs Monate lebte das Paar in der Sporthalle in Mörse

Sechs Monate lang lebten sie in Mörse in einer Sporthalle, später dann in einer Unterkunft in Detmerode. „Wir waren froh und dankbar, in Sicherheit zu sein. Es waren die ehrenamtlichen Helfer in Mörse, die uns, wo es nur ging, unterstützten und heute zu guten Freunden geworden sind“, erzählt Rami in fast perfektem Deutsch.

Sie haben viele Integrations- und Deutsch-Kurse besucht

Iwona Lubanska, Mitarbeiterin der Anerkennungsberatung im Jobcenter, muss lächeln: „Sie sind beide totale Perfektionisten, was die deutsche Sprache betrifft. Neben Integrationskursen haben die beiden zahlreiche online Kurse absolviert, Apps zum Üben genutzt und an weiteren fachspezifischen Kursen teilgenommen. Die beiden sind hochmotiviert, extrem ehrgeizig und herzensgut.“

Rami wollte in seinem erlernten Beruf als Altenpfleger arbeiten

Für Rami war es selbstverständlich, dass in seinem erlernten Beruf arbeiten wollte. Seine Frau ist Agraringenieurin, beide haben gemeinsam in der ersten Zeit nach ihrer Ankunft ein zweimonatiges Praktikum in der Altenpflege absolviert, um berufliche Erfahrungen zu sammeln.

Ein Vorbereitungslehrgang für die Prüfung

Damit Rami seinen Beruf auch in Deutschland ausüben kann, brauchte er Nachweise aus Syrien. Nach der Vorprüfung der Unterlagen bei der Anerkennungsberatung wurde im Mai 2017 der Antrag auf Gleichwertigkeitsprüfung beim Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend in Lüneburg gestellt. Zudem musste er einen Vorbereitungslehrgang für eine Prüfung absolvieren. Noch während des Vorbereitungskurses hat er eine Stelle als Helfer in der Altenpflege in Wolfsburg angenommen.

Mehrere Monate hat er parallel gearbeitet, den Kurs in Braunschweig besucht, für seine Prüfungen gelernt und sich als frischgebackener Familienvater seinen neuen Aufgaben gestellt. Im Oktober bestand er die Prüfung: „Als mir die Prüferin am Ende sagte, dass ich bestanden habe, kamen mir die Tränen. Ich war so glücklich, dass sich unsere Mühen gelohnt haben.“

Der Weg zur Anerkennung war lang

Iwona Lubanska resümiert: „Der Weg zu dieser Anerkennung war lang und wurde durch die Anerkennungsberatung und der Arbeitsvermittlung im Jobcenter Wolfsburg begleitet und unterstützt. Krankenpfleger werden dringend gebraucht und er kann, mit seinem frisch erworbenen Zertifikat, jetzt als Fachkraft hier in Deutschland durchstarten. Es freut mich so sehr, dass er ans Ziel gekommen ist. Die drei sind eine wunderbare Familie, die es wirklich mehr als verdient haben, jetzt in Wolfsburg voll und ganz angekommen zu sein.“

Von der Redaktion