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Stadt Wolfsburg 17,9 Prozent! Jubel bei Grünen, große Verluste für SPD und CDU
Wolfsburg Stadt Wolfsburg 17,9 Prozent! Jubel bei Grünen, große Verluste für SPD und CDU
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00:19 29.05.2019
In Siegerlaune: Die Grünen Elke Braun (r.) und Frank Richter (Mitte) in der Bürgerhalle. Quelle: Foto: Roland Hermstein
Wolfsburg

Die CDU bleibt in Wolfsburg mit 29 Prozent die stärkste Kraft, verliert allerdings 8,6 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl. Die SPD kommt auf 24,1 Prozent und verliert damit sogar 10,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag liegt bei 56,6 Prozent.

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Stimmen hinzugewonnen haben die AfD (+ 3,6 Prozent) und die FDP (+ 2,7 Prozent), leichte Verluste fahren Linke (- 0,6) und Piraten (- 0,4) ein. Leichte Gewinne gab es im Übrigen für viele der kleineren unter den 40 angetretenen Parteien – die höchsten für die Satire-Partei „Die Partei“ (+ 1 Prozent), die auf insgesamt 2,3 Prozent kommt, und die Tierschutzpartei (0,7 Prozent), die 1,6 Prozent erreicht. Verluste von -0,7 Prozent verzeichnet nur eine der Kleinen – die NPD.

Ergebnis für SPD ein Desaster

Nach dem amtlichen Endergebnis bilanzierte Oberbürgermeister Klaus-Mohrs (SPD): „Das Positive ist, dass die anti-europäischen Kräfte schlecht abgeschnitten haben.“ Als Sozialdemokrat analysierte er: „Für die SPD ist es ein Desaster. Wir müssen sehr ernsthaft über jüngere, unverbrauchte Politiker nachdenken.“ Zwar blieben die Verluste der SPD in Wolfsburg im Vergleich unter dem Bundesdurchschnitt, doch so richtig schlug der erhoffte „Garippo-Effekt“ durch den Wolfsburger Kandidaten nicht durch.

Keine Chance für Garippo

Nur in dessen Heimatort Kästorf kam die SPD über 30 Prozent. „Wir werden mitgezogen“, sagte Francescantonio Garippo traurig, Landtagsabgeordnete Immacolata Glosemeyer tröstete: „Hätten sie dich direkt wählen können, wären es mehr Stimmen gewesen.“ Garippos Listenplatz bietet ihm bei bundesweit um die 15 Prozent keine Chance auf einen Einzug ins Europaparlament.

Wolfsburg CDU liegt im Bundestrend

Aufarbeiten will die SPD Wolfsburg in den nächsten Tagen, warum sie in einigen Stadtteilen sogar um die 20 Prozent Verlust einstecken musste. Mohrs’ Vermutung: „Wir sind von einer Partei der Jungen zu einer Seniorenpartei geworden. Und wir haben schon immer verloren, wenn die Grünen gewinnen.“ Die CDU kommt bundesweit auf etwa 28 Prozent – damit liegen die Wolfsburger quasi genau im Trend, wie Fraktionssprecher Peter Kassel bemerkte. „Da gibt es nichts zu beschönigen. Wir müssen etwas tun!“, kommentierte Kreisvorsitzende Angelika Jahns. Vertrauen neu aufbauen will Robin Scheil aus Sandkamp, mit 29 Jahren der jüngste Stadtbezirksverbandsvorsitzende in Wolfsburg: „Wir müssen die Menschen wieder erreichen.“ Arbeit sehen auch die Grünen auf sich zukommen. Sie hoffen, dass der Zuwachs an grünen Abgeordneten im europäischen Parlament die Hoffnungen der Wähler erfüllen und dort Mehrheiten überzeugen kann.

Von Andrea Müller-Kudelka

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