Drogen aller Art in Wolfsburger Wohnung: Gericht verurteil 29-Jährigen
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Stadt Wolfsburg Drogen aller Art in Wolfsburger Wohnung: Gericht verurteilt 29-Jährigen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Drogen aller Art in Wolfsburger Wohnung: Gericht verurteilt 29-Jährigen
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07:48 14.05.2020
Amtsgericht Wolfsburg: Ein 29-Jähriger Wolfsburger wurde wegen Drogenbesitzes verurteilt.
Amtsgericht Wolfsburg: Ein 29-Jähriger Wolfsburger wurde wegen Drogenbesitzes verurteilt. Quelle: Archiv
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Wolfsburg

Das Schöffengericht Wolfsburg verurteilte am Dienstag einen 29-jährigen Wolfsburger wegen unerlaubten Besitzes von Drogen in nicht geringer Menge zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung sowie zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 2000 Euro an die Drogenberatung Wolfsburg (Drobs). Das Ungewöhnliche: Die Hausdurchsuchung, bei der die Drogen entdeckt worden war, fand bereits am 20. März 2017 statt.

Weil ein Gutachten des Landeskriminalamts jedoch erst nach fast drei Jahren fertiggestellt wurde, musste dieser „Zeitbonus“ strafmildernd berücksichtigt werden. Zum Fall: In der Nacht des 20. März 2017 rief ein Anwohner vom Laagberg die Polizei, um eine Ruhestörung zu melden. Als die Beamten am Schlesierweg eintrafen, fanden sie in der Wohnung des damals 26-jährigen in Kasachstan geborenen Wolfsburgers einen bunten Mix an Drogen in nicht unerheblicher Menge: Neben Marihuana und bunten Tabletten stellte die Polizei auch Amphetamine, eine große Menge Pilzmaterial, rund 500 Euro Bargeld sowie diverse unbenutzte Klemmtütchen sicher – alles deutet auf Drogenhandel hin.

Staatsanwaltschaft erhob erst im März 2020 Anklage

Zur Anklage durch die Staatsanwaltschaft Braunschweig kam es erst im März 2020, weil ein Gutachten über den Drogengehalt der sichergestellten Rauschmittel vom Landeskriminalamt erst im Januar 2020 fertiggestellt wurde. In dem deshalb erst mehr als drei Jahre später stattfindenden Prozess behauptete der Angeklagte nun, all die Drogen nur für seinen Eigenbedarf gekauft zu haben.

Auf Nachfrage der Richter verwickelte er sich jedoch in Widersprüche: Tabletten und Pilze habe er nie genommen, aber er wollte es mal probieren. Gegen diese Behauptung sprach jedoch die erhebliche Menge der vorgefundenen Drogen, wie der vorsitzende Richter bildlich zusammenfasste: „Aber wenn Sie eine Torte probieren möchten, kaufen Sie doch auch nicht gleich die ganze Bäckerei leer!“

Gerichte konnte Handel nicht zweifelsfrei nachweisen

Auch wenn der Verdacht nahelag, konnte das Gericht dem Angeklagten den Handel nicht zweifelsfrei nachweisen. Den Besitz der Drogen hatte er dagegen uneingeschränkt eingestanden, was sich ebenso strafmildernd auswirkte wie die „ansonsten blütenreine weiße Weste“ des Täters. Am Ende spielte auch der Zeitablauf dem Angeklagten in die Karten: Dass er drei Jahre lang habe bibbern müssen, was da noch auf ihn zukäme, müsse ebenfalls strafmildernd berücksichtigt werden, erläuterte der Richter abschließend.

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Von Simone Willmann