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Stadt Wolfsburg Drachen, Dates und Erinnerungen beim Poetry-Slam im Hallenbad
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Drachen, Dates und Erinnerungen beim Poetry-Slam im Hallenbad
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14:00 20.10.2018
Eindrucksvolle Wortkunst: Beim Poetry-Slam im Hallenbad befasste sich Teilnehmer Stef mit dem Thema erstes Date. Quelle: Roland Hermstein
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Stadtmitte

Sechs Minuten hatten die elf Teilnehmer Zeit, die zehnköpfige Jury mit ihren literarischen Eigenproduktionen zu überzeugen. „Wer sich nicht an das Zeitlimit hält, wird unsanft von der Bühne befördert“, kündigte Poetry-Slammer und Moderator Dominik Bartels augenzwinkernd an.

Den Auftakt außerhalb der Wertung machte Jan Schildwächter mit „Die Leiden eines jungen Deutschschülers“. Er ließ das Publikum an seinen Erfahrungen mit Gedichtinterpretationen teilhaben. Obwohl er Stilmittel wie Vokabeln gelernt und das Gedicht mit acht Textmarkern massakriert hätte, lautete die Bewertung der Lehrerin dann in Großbuchstaben: „Überinterpretiert.“

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Literarische Rückkehr in den Deutschunterricht: Jan Schildwächter berichtete von seinen schulischen Erfahrungen mit Gedichtinterpretationen. Quelle: Roland Hermstein

Slam-Teilnehmer „Stef“ sinnierte über ein mögliches Date mit einem ach so perfekten Mann, dem er sich anfangs nicht gewachsen sah. Trostreiche Erkenntnis: „Ich bin zufrieden mit mir selbst, ich sage nicht ab.“ Schonungslos offen bekannte der „Games of Thrones“-Fan Paul Bokowski, dass es befriedigend, aber unverhältnismäßig sei, auf einem Drachen zum Reihenhaus des Erzfeindes aus der fünften Klasse zu reiten und dieses abzufackeln.

Krankheit des Großvaters und Kriegsberichte

Der Braunschweiger Thomas Hecke erinnerte an den körperlichen Leidensweg seines Großvaters. „Was soll röntgen gegen Krebs helfen?“, fragte er. Kriegserlebnisse und ihre Folgen waren das Thema von Jule Keller aus Berlin. Gespräche mit einem lyrischen Ich hatten ihr die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Zweiten Weltkrieges vor Augen geführt. „Ich weiß jetzt, warum du nicht über Krankheiten klagst, denn du hast schon so viel Schlimmes gesehen“, trug sie vor. Die junge Frau setzte sich nach dem Urteil des Publikums im Finale gegen Thomas Hecke und Paul Bokowski durch.

Von Jörn Graue

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