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Stadt Wolfsburg Digitale Kompetenzen: Gibt es in Wolfsburg genug Bildungsangebote?
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Digitale Kompetenzen: Gibt es in Wolfsburg genug Bildungsangebote?

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11:30 20.10.2020
Ein Senior surft an einem Computer im Internet: Die Stadt Wolfsburg prüft auch, ob es genug digitale Bildungsangebote für ältere Menschen gibt. Quelle: Tim Brakemeier/dpa
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Wolfsburg

Digitale Kompetenzen sind wichtig – darüber sind sich heute alle einig: Kindergärten, Schulen, Unternehmen, Universitäten, Kammern, Politik, Volkshochschulen und Seniorverbände. Jedoch existierten verschiedene Vorstellungen darüber, was digitale Kompetenzen eigentlich sind.

Das Bildungsbüro der Stadt Wolfsburg zog daher im vergangenen Jahr den Europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen, den DigComp (kurz für digital competences) heran. Das Instrument zur Einschätzung und Verbesserung von digitalen Kompetenzen wird bereits von vielen digitalen Kompetenzinitiativen auf europäischer Ebene genutzt. Im Frühjahr 2020 stellte das Bildungsbüro der Stadt den DigComp in den politischen Gremien vor und erhielt breiten Zuspruch. Im Juli beschloss der Rat, dass sich die Stadt zukünftig daran orientiert.

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Voraussichtlich ab Dezember wird ein offizieller Test mit 83 Fragen zur Verfügung stehen

Der DigComp definiert fünf Kompetenzbereiche: Umgang mit Informationen und Daten, Kommunikation und Zusammenarbeit, Erzeugung digitaler Inhalte, Sicherheit, Probleme lösen. Die Bereiche sind jeweils in verschiedene Kompetenzen aufgegliedert.

Wer wissen will, wie es um die eigenen Fähigkeiten bestellt ist, findet unter www.wolfsburg.de/digcomp Links zu drei europäischen Tests zur Selbsteinschätzung und Kompetenzüberprüfung. Diese sind kostenlos und ohne Anmeldung zugänglich. Voraussichtlich ab Dezember wird zudem ein offizieller Test mit 83 Fragen zu Wissen, Selbsteinschätzung und persönlicher Einstellung zur Verfügung stehen.

Noch gibt es keinen einheitlichen, offiziellen Nachweis für die eigenen digitalen Kompetenzen, der wie eine Art Zeugnis europaweit anerkannt würde. Die Erstellung eines solchen European Digital Skills Certificate (EDSC) hat sich die Europäische Kommission mit dem aktuellen Digital Education Action Plan aber bereits auf die Fahnen geschrieben. Diese Lösung ist aus Sicht des Bildungsbüros deutlich sinnvoller als ein lokales oder regionales Zertifikat.

Gemeinsam mit der Volkshochschule Wolfsburg ist im Herbst 2020 ein erstes Pilotprojekt gestartet: Die Kurse der VHS werden ab sofort anhand der Kompetenzbereiche und -level des DigComp ausgewiesen. Später ist die Ausweitung auf weitere kommunale Bildungsanbieter geplant.

Ziel ist es, zu analysieren, in welchen Bereichen ein Über- oder Unterangebot existiert

Zudem hat das städtische Bildungsbüro ein Bildungsmonitoring für den Themenschwerpunkt „Digitale Kompetenz“ gestartet. Eine erste Bestandsaufnahme soll Gelegenheitsstrukturen zum Erwerb digitaler Kompetenz entlang der Bildungsbiografie transparent machen. Der Fokus liegt hierbei auf den vorhandenen informellen und non-formalen Bildungsangeboten.

Ziel ist es, zu analysieren, in welchen Bereichen ein Über- oder Unterangebot existiert. So soll beispielsweise geklärt werden, ob es bisher ausreichend kostenfreie Angebote oder auch genug Angebote für Senioren gibt. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich Ende dieses Jahres vorliegen, um entsprechende Entwicklungsimpulse in die Bildungslandschaft zu senden.

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Von der Redaktion