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Stadt Wolfsburg Diese Probleme haben Wolfsburger Bäcker und Fleischer
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Diese Probleme haben Wolfsburger Bäcker und Fleischer
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00:22 02.05.2019
Fachkräftemangel und fehlende Nachfrage: Bei den Bäckern und Fleischern sinkt die Zahl der Betriebe. Quelle: dpa
Wolfsburg

Bäcker Claus Schulze findet keine Auszubildenden mehr – für das Familienunternehmen Goldbäcker in Vorsfelde ein echtes Problem. Es sieht nicht gut aus für die Bäcker und Fleischer in Wolfsburg: Sie haben mir Fachkräftemangel und teils fehlender Nachfrage zu kämpfen.

„In Wolfsburg verdient man einfach überall mehr.“

„Im Verkauf hatten wir seit drei Jahren keinen Azubi mehr“, berichtet Schulze. In der Bäckerei ist zwar im Moment noch ein Auszubildender beschäftigt, doch der ist bald fertig und ein Nachfolger nicht in Sicht. Die Nachtarbeit komme nicht gut an, vermutet Schulze, dessen Familie das Geschäft seit etwa 150 Jahren führt. Und: „In Wolfsburg verdient man einfach überall mehr.“

Es ist ein deutschlandweiter Trend, der sich auch in Wolfsburg abzeichnet: In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Bäcker- und Fleischerbetriebe bundesweit um etwa 30 Prozent. Hier vor Ort kündigte zuletzt der Bäcker Steinecke an, seine Filialen in der City-Galerie und in Hattorf zu schließen, der Umsatz sei zu schlecht gewesen. Doch nicht nur einzelne Verkaufsstellen, sondern auch ganze Betriebe geben auf: In Wolfsburg haben seit 2009 zwei Bäckereien geschlossen – jetzt sind es nur noch sieben im ganzen Stadtgebiet.

Konkurrenz, Fachkräftemangel und fehlende Nachfrage: Bei den Bäckern und Fleischern sinkt die Zahl der Betriebe. Quelle: dpa

Statt 15 Fleischereien gibt es jetzt nur noch fünf in der VW-Stadt.

Noch viel härter hat es Wolfsburgs Fleischer getroffen. Zehn von ihnen haben in den vergangenen zehn Jahren aufgegeben. Statt 15 Fleischereien gibt es jetzt nur noch fünf in der VW-Stadt. „Die Ursachen für den Rückgang sind verschieden“, erklärt Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Dazu zählt zum einen die Konkurrenz durch die Billigbackwaren und Fleischprodukte der Discounter und Supermärkte. Dazu zählen aber auch der Fachkräftemangel und fehlende Nachfolger. Viele Betriebe finden keine Auszubildenden und auch keine Nachfolger, die den Betrieb einmal übernehmen könnten.“

Die Zahl der Verkaufsstellen geht nicht unbedingt zurück

Für die Kunden muss das aber noch nicht das Ende der samstäglichen frischen Brötchen bedeuten, denn: „Typisch für das Bäckerhandwerk ist dabei außerdem, dass nicht unbedingt die Zahl der Verkaufsstellen zurückgegangen ist, sondern die Zahl der Einzelbetriebe“, erklärt der Experte. „Zugleich sind aber viele Bäckereien gewachsen und haben nun eine große Anzahl von Filialen.“

Die Nachfolge bei der „Goldbäckerei“ ist geregelt

Und: Die kleineren handwerklichen Betriebe suchen sich Nischen. Bäcker Schulze gehört zu der Vielzahl unter ihnen, die neben dem reinen Brötchenverkauf ein bisschen Gastronomie aufgebaut haben. Gäste können es sich im kleinen Café gemütlich machen und im Sommer sogar das Hofcafé mit noch mehr Sitzmöglichkeiten nutzen. Außerdem beliefert Schulze Hotels und Kindergärten mit Dinkel- und Vollkornbackwaren. Und auch wenn sich keine Auszubildenden finden lassen – zumindest für die Nachfolge ist gesorgt: Sohn Mathias soll die „Goldbäckerei“ eines Tages in sechster Generation übernehmen.

Von Frederike Müller

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