Detmerode: Resi und Hellmuth Cohrs sind seit 70 Jahren verheiratet
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Stadt Wolfsburg Seit 70 Jahren verheiratet: Resi und Hellmuth Cohrs feiern Gnadenhochzeit
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Detmerode: Resi und Hellmuth Cohrs sind seit 70 Jahren verheiratet

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06:00 08.12.2020
Seit 70 Jahren verheiratet: Resi und Hellmuth Cohrs aus Detmerode feiern Gnadenhochzeit. Quelle: Boris Baschin
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Detmerode

Das ist eine verdammt lange Zeit: Seit stolzen 70 Jahren sind Resi (90) und Hellmuth Cohrs (92) aus Detmerode verheiratet – am Dienstag feiern sie Gnadenhochzeit. Ein großes Fest gibt es nicht. Wegen Corona.

Das ist für das Ehepaar völlig in Ordnung. „Es ist gerade nicht die Zeit dafür“, sagt Hellmuth Cohrs. „Außerdem haben wir die anderen Hochzeitsjubiläen groß gefeiert.“ Natürlich auch die Hochzeit selbst. Die fand in Großenkneten bei Oldenburg statt – beide Eheleute stammen aus der Region. Sie war im weißen Brautkleid, er im schicken Anzug. In der Pferdekutsche ging es zur Trauung. „Es hat geschneit und war eisig kalt“, erinnert sich Resi Cohrs. Damit das junge Paar nicht frieren musste, gab es auf der Kutsche Wärmflaschen.

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Das junge Paar lernte sich vor über 70 Jahren in Ahlhorn beim Tanzen kennen

Ungefähr zwei Jahre vor der Hochzeit hatten sich die Brautleute in Ahlhorn kennengelernt – wie damals üblich beim Tanzen. Hellmuth Cohrs hatte gleich ein Auge auf seine Resi geworfen. Bei ihr dauerte es etwas länger. „Er musste um mich kämpfen“, erzählt die agile Seniorin schmunzelnd. Sie wollte sich nicht so schnell binden.

Doch bald war ihr klar: Mit ihrem Hellmuth möchte sie eine Familie gründen. 1951 kam Sohn Heiko zur Welt, 1955 folgte Uwe. Weil die Job-Situation im Oldenburger Land damals nicht so gut war, ging der Bankkaufmann 1956 zu Volkswagen nach Wolfsburg. Zuerst in die Produktion mit Schichtarbeit, bald fand er eine Anstellung im kaufmännischen Bereich.

Ein großes Mansardenzimmer im Lerchenweg war zunächst das Zuhause der vierköpfigen Familie

Die Ehefrau und die Kinder blieben zunächst noch in der alten Heimat, kamen etwas später nach. Die Wohnungssituation in Wolfsburg war nicht perfekt: Ein großes Mansardenzimmer im Lerchenweg war zunächst das Zuhause der vierköpfigen Familie. Auch das Einleben in der ungewohnten Umgebung lief nicht so einfach. „Ich hatte zuerst viel Heimweh“, erinnert sich Resi Cohrs. Doch das war bald vorbei.

1986 zog das Ehepaar dann nach Buchholz bei Hamburg – einer der Söhne wohnt dort. 2012 zog es die Cohrs’ wieder zurück nach Wolfsburg. Ihr neues Zuhause war eine Wohnung in Detmerode, in der sie bis heute leben. Dort haben sie den Wald quasi vor der Tür. Ein Spaziergang dort täglich sei „Pflicht“. Das hält fit – und ist auch in schwierigen Corona-Zeiten möglich.

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Von Sylvia Telge