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Stadt Wolfsburg Wirbel um den Bürgerpark in Westhagen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wirbel um den Bürgerpark in Westhagen
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18:17 23.05.2019
Wirbel in Westhagen: Alex Berger sammelt Unterschriften gegen die die Bebauung des Bürgerparks in der Dessauer Straße. Quelle: Roland Hermstein
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Westhagen

Die alten Hochhäuser in der Dessauer Straße sind endlich verschwunden. Der Stadtteil atmete auf, als Neuland und Stadt den Abriss vor einigen Jahren verkündeten. Doch der Neubau sorgt jetzt für neuen Ärger: Für die geplanten Wohnhäuser soll ein Teil des angrenzenden Bürgerparks verschwinden. „Nur noch 60 Prozent der Fläche soll bleiben“, schimpft Anwohner Alex Berger. „Jetzt nimmt man uns noch das letzte Stück Grün vor der Haustür.“ Das will der 79-Jährige nicht hinnehmen und sammelt Unterschriften gegen das Bauprojekt, das in der Planungsphase ist.

Angeblich sind fünf Wohnhäuser mit insgesamt 300 Wohnungen geplant

„Die Planungen befinden sich in einem frühen Stadium“, erklärt Ralf Schmidt, Presssprecher der Stadt. Aber es sickerte bei den Anwohnern durch, dass fünf Wohnhäuser mit jeweils fünf Stockwerken und insgesamt 300 Wohnungen entstehen sollen. Das sei zu viel, sagt Berger. Er befürchtet, dass wieder der Fehler gemacht werde, den die Stadt schon in der 70ern begangen habe: Damals wurde viel Wohnraum benötigt – so wie jetzt – und große Hochhäuser hochgezogen, die nicht schön, sondern nur zweckmäßig waren.

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Für die Anwohner ist der Park eine grüne Oase zwischen viel Beton

Als sich der Wohnungsmarkt entspannt hatte, standen die Häuser in der Dessauer Straße leer, weil keiner dort wohnen wollte. Berger fürchtet ein ähnliches Schicksal bei den neuen Wohnblöcken. „Und dafür opfern wir unseren Park“, befürchtet der Rentner. Die Anlage an der Dessauer Straße sei keine Schönheit, weil sie nicht besonders gepflegt sei. Aber für die Anwohner sei sie eine grüne Oase zwischen viel Beton. Viele Bürger gehen dort spazieren, auch Berger. „Wenn der Park verkleinert wird, wird alles kaputt gemacht.“ Er hat seine Bedenken bei der Bürgerversammlung zu dem Bauprojekt geäußert. „Ich fühle mich nicht ernst genommen“, bedauert der Westhagener.

Die Stadt sieht eine immense Chance für die Weiterentwicklung des Stadtteils

Die Stadt versucht zu beruhigen: Das Projekt stecke noch in einer frühe Planungsphase. „Der Rückbau der Wohnanlage in der Dessauer Straße und die dadurch mögliche Neustrukturierung von großen Flächen im Umfeld des Stadtteilzentrums stellen eine immense Chance für die Weiterentwicklung des Stadtteils dar“, erklärt Stadtsprecher Schmidt. Die Aufwertung und Belebung des Standortes für die Bewohner und die Schaffung von Wohnungen seien dabei die Hauptziele.

Im Rahmen der Bebauung erfolgte ein Wettbewerb – der Beitrag, den die Jury ausgewählt hat, will den Freizeitpark laut Stadt „so weit wie möglich“ erhalten. „Hier werden in jedem Fall attraktive Freiflächen erhalten bleiben und auch neu gestaltet werden“, versichert Schmidt. Eine Promenade soll im Südteil des Gebiets entstehen.

Von Sylvia Telge