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Stadt Wolfsburg Der E-Cube als Steuerverschwendung
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Der E-Cube als Steuerverschwendung
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12:05 05.10.2017
1,3 Millionen Euro für den E-Mobility-Cube: Das Gebäude hat es jetzt ins Schwarzbuch der größten Fälle von Steuerverschwendung geschafft.
1,3 Millionen Euro für den E-Mobility-Cube: Das Gebäude hat es jetzt ins Schwarzbuch der größten Fälle von Steuerverschwendung geschafft. Quelle: Boris Baschin
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Wolfsburg

Der E-Mobility-Cube vor dem Bahnhof hat es nun auch ganz offiziell ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler (BdSt) geschafft. Dort wird der 1,3 Millionen teure Bau in der aktuellen Liste der größten Fälle von Steuerverschwendung geführt. „Mit diesem Pilotprojekt hat die Stadt Wolfsburg eine Bruchlandung hingelegt, so darf man nicht mit Steuergeldern umgehen“, sagt der niedersächsische BdSt-Vorstandschef Bernhard Zentgraf.

Der 2015 errichtete würfelförmige Cube vor dem Bahnhof steht schon länger in der Kritik, auch beim Steuerzahlerbund. Er war als Pilotprojekt zum „Schaufenster Elektromobilität“ mit städtischen und Landesgeldern entstanden. Das Pilotprojekt lief aus, für den dort gestarteten Verleih von E-Autos und E-Fahrrädern fand sich kein langfristiger Betreiber, das Gebäude stand leer – nachdem die Stadt laut Steuerzahlerbund zwischenzeitlich sogar eine Dreiviertel Million Euro für den Weiterbetrieb zur Verfügung gestellt hatte, „um eine frühzeitige Blamage abzuwenden.“ Dann wurde aus dem „E-Mobility-Cube“ der „DigitalCube“, Heimat der „Digitalen Mutterboden Agentur“ für Start-Ups.

„Das ist eine Notlösung für das nicht benötigte Mobilitätszentrum“

Nicht nur am sperrigen Namen stört sich der Steuerzahlerbund. „Das ist eine Notlösung für das nicht benötigte Mobilitätszentrum“, sagt Bernhard Zentgraf. „Ein tragfähiges Nutzungskonzept gab es nie.“ Mehrmals stellte seine Organisation schriftlich kritische Fragen an die Stadt Wolfsburg, im Sommer gab’s dann auch eine Antwort – mit Verweis auf die geplante Nutzung im Rahmen der Wolfsburger Digital-Initiative. Fragen nach Betriebs- und Leerstandskosten seien allerdings ebenso wenig beantwortet worden wie die Frage nach einem möglichen Abriss, um wenigstens weitere Folgekosten zu vermeiden. Unterm Strich bleibt die Bewertung des Steuerzahlerbundes: Der Bau des Cubes sei „ein schwerer Fehler“ gewesen.

Von Ulrich Franke