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Stadt Wolfsburg Deniz Yücel: In Wolfsburg spricht er über die Einzelhaft im türkischen Knast
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Deniz Yücel: In Wolfsburg spricht er über die Einzelhaft im türkischen Knast
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19:30 26.02.2020
Ein Jahr Einzelhaft liegt hinter ihm: Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel berichtet in seinem Buch, was er im Gefängnis erlebt hat. Im Hallenbad erzählt er darüber. Quelle: dpa
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Stadtmitte

Es war eine schwere Zeit: Ein Jahr lang saß der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel in einem türkischen Gefängnis in Einzelhaft. Warum er dort festgehalten wurde und welchen Schikanen er ausgesetzt war, beschreibt der Korrespondent der „Welt“ in seinem Buch „Agentterrorist“. Im Kulturzentrum Hallenbad erzählt Yücel am Donnerstag, 26. März, 20 Uhr, über diese schwere Zeit.

Ein Journalist moderiert die Veranstaltung, anschließend können Besucher Fragen an Deniz Yücel stellen, die es wahrscheinlich reichlich gibt. Anna Deileke vom Hallenbad freut sich über den prominenten Gast: „Es wird ein interessanter Abend werden“, ist sie überzeugt.

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„Niemals“ werde Deniz Yücel nach Deutschland ausgeliefert

„Niemals“ werde man Deniz Yücel nach Deutschland ausliefern, erklärte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan im Frühjahr 2017. Jedenfalls nicht, solange er im Amt sei. Zu diesem Zeitpunkt war der deutsch-türkische Journalist seit zwei Monaten im Hochsicherheitsgefängnis Silivri Nr. 9 bei Istanbul. Doch es kam anders, als Erdogan angekündigt hatte: Nach einem Jahr wurde Yücel unter abenteuerlichen Umständen endlich freigelassen.

Die Inhaftierung des Türkei-Korrespondenten der Welt führte in Deutschland zu einer riesigen Solidaritätsbewegung –und sorgte für die größte Belastung der deutsch-türkischen Beziehungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Zugleich entfachte der Fall in Deutschland eine Debatte über das Verhältnis der Deutschtürken zu beiden Ländern.

Immer wieder die Überwachung überlistet

In seinem Buch erzählt Deniz Yücel, wie er dieses Jahr in Einzelhaft verbrachte, welchen Schikanen er ausgesetzt war und wie es ihm gelang, immer wieder die Überwachung zu überlisten. Er schildert, was ihm die Unterstützung seiner Frau Dilek Mayatürk und die „Free Deniz“-Kampagne bedeuteten und warum der Kühlschrank das sicherste Versteck in der Gefängniszelle ist.

Es ist eine Geschichte von Willkür und Erpressung, aber auch eine Geschichte von Solidarität, Liebe und Widerstand. Zugleich zeichnet Deniz Yücel die Entwicklung nach, die die Türkei in den vergangenen Jahren durchgemacht hat, vom hoffnungsvollen Ausbruch der Gezi-Revolte über den Kurdenkonflikt, die Flüchtlingskrise und den Putschversuch bis zum vorläufigen Ende: Erdogans Festigung der Macht mit den Wahlen vom Frühjahr 2018.

Zur Person: Deniz Yücel

Deniz Yücel, 1973 in Flörsheim am Main geboren, ist ein deutsch-türkischer Journalist und Publizist. Er war von 2007 bis 2015 Redakteur der taz und ist seit 2015 Türkei-Korrespondent der WeltN24-Gruppe. Außerdem ist er langjähriger Mitherausgeber der Wochenzeitung Jungle World

Vom 27. Februar 2017 bis zum 16. Februar 2018 war Yücel wegen angeblicher „Terrorpropaganda“ in türkischer Untersuchungshaft. In Deutschland gab es zahlreiche Solidaritätskundgebungen für eine sofortige Freilassung. Er saß über 290 Tage in strenger Einzelhaft; anschließend durfte er einen Mitgefangenen treffen. Seine Inhaftierung führte zu einer Verschlechterung des politischen Verhältnisses zwischen Deutschland und der Türkei.

Am 16. Februar 2018 wurde Yücel aus der Haft entlassen, nachdem die türkische Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hatte, in der sie bis zu 18 Jahre Haft für ihn forderte. Yücel kehrte am selben Tag nach Deutschland zurück.

Am ersten Tag des Gerichtsverfahrens in Istanbul am 28. Juni 2018 lehnte das Gericht einen sofortigen Freispruch des Angeklagten ab.

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