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Stadt Wolfsburg Das wünschen sich Wolfsburgs Landwirte von der EU
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Das wünschen sich Wolfsburgs Landwirte von der EU
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20:00 16.05.2019
Landwirt Eike Töpperwien unterwegs mit dem Mähdrescher: Der Heiligendorfer hat einige Kritikpunkte in Bezug auf die EU. Quelle: Britta Schulze
Wolfsburg

Das Landvolk hat Bauern und Bäuerinnen ausdrücklich zur Teilnahme an der Europawahl aufgerufen. „Kritik an Europa darf nicht in EU-Verdrossenheit münden“, warnte Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Die WAZ fragte Landwirte in Wolfsburg, welche Hoffnungen oder auch Ängste sie mit der Europäischen Union verbinden.

Bauern wollen europaweit gleiche Bedingungen

In einer Forderung sind sich alle einig: Sie wollen europaweit gleiche Bedingungen für die Landwirtschaft. Folkert Hansmann aus Velstove erläutert, ein Problem sei, dass die Vorgaben der EU in den Mitgliedsländern nicht gleichmäßig durchgesetzt würden: „Italien zum Beispiel hat es nie geschafft, die vereinbarte Milchquote überhaupt einzuführen.“ Trotz Kritik an der bisherigen Politik betont der 56-Jährige: „Natürlich gehe ich zur Wahl. Wir kommen gar nicht ohne Europäisches Parlament aus, wenn wir den Frieden bewahren und die Wirtschaftsgemeinschaft steuern wollen.“ Und auch Maßnahmen gegen den Klimawandel seien wichtig.

Das ist die Europawahl

Alle fünf Jahre findet die Wahl zum EU-Parlament statt. Vom 23. bis 26. Mai wählen Bürger der Europäischen Union zum neunten Mal das Europäische Parlament. Die Bundesregierung hat am 19. September 2018 als Wahltermin für die Europawahl in Deutschland den 26. Mai bestimmt. Gewählt werden 751 Abgeordnete. Deutschland hat 96 Abgeordnete. Das Parlament ist die Vertretung der Bevölkerung und eine von drei wichtigen EU-Institutionen neben EU-Kommission und Rat. Die EU-Kommission ist die Verwaltung, der Rat die Vertretung der Regierungen der Mitgliedstaaten. Es darf keine eigenen Gesetzentwürfe vorlegen, kann aber Änderungen an denen der Kommission verlangen.

Hagen Reinbeck-Grube gehört mit 39 Jahren zu den jüngsten Landwirten der Region. Auch für ihn sei der Gang zur Wahlurne selbstverständlich, sagt er. Der Zuckerrüben-Spezialist nennt als Beispiel für Probleme bei der Durchsetzung von EU-Regelungen die Saatgut-Beize mit Insektiziden, die in Deutschland pauschal verboten sei während Polen und Frankreich sogenannte Notfall-Zulassungen bewilligt hätten. „Wir erwarten, dass in der Folge des Verbots bei uns Blattläuse wieder vermehrt ein Vergilbungs-Virus übertragen und rechnen mit einem Ertragsnachteil von bis zu 25 Prozent“, erläutert er. Grundsätzlich sei die Diskussion über Pflanzenschutzmittel gut, nur würden die Folgen zu wenig berücksichtigt und geprüft. Das gelte auch bei Vorschriften zum Nitrat. „Jetzt wird schon über die nächste Verschärfung der Düngeverordnung diskutiert, obwohl wir noch gar nicht wissen, ob die laufenden Maßnahmen greifen“, sagt er. Politiker würden sich zu oft an der öffentlichen Meinung orientieren statt nach fachlichen Gesichtspunkten zu entscheiden. „Dafür hat keiner den Schneid.“

„Wir können es nur zusammen schaffen“

Heinrich Otte jun. aus Ehmen hat die Hoffnung noch nicht verloren, dass „irgendwann wirklich alle an einem Strang ziehen und Regelungen, die von der EU beschlossen werden, auch durchsetzen“. Das sei für alle Europäer wichtig, um auf dem Weltmarkt zu bestehen. „Ich denke, wir können es nur zusammen schaffen. Und es ist ja auch schön, wenn man ohne Grenzen reisen und überall mit der gleichen Währung zahlen kann“, sagt Otte.

Es gibt aber auch Kritik an Europa

Eike Töpperwien aus Heiligendorf steht der EU kritisch gegenüber. „Eine Wirtschaftsgemeinschaft an sich ist positiv, aber die Regelungen greifen zu sehr in die Souveränität der einzelnen Regierungen ein“, findet er und nennt als Beispiel die Düngeverordnung. „Bis vor Kurzem habe ich viel natürlichen Mist eingesetzt, jetzt nehme ich Mineraldünger“, erzählt er. Denn ohne Düngung sei es nicht möglich, hochwertige Lebensmittel zu erzeugen, die auf dem Markt bestehen können. Seiner Ansicht nach sind die aktuellen Auflagen zu streng. „Mann muss das differenzierter sehen. Es gibt Flächen, auf denen ich gar keinen Pflanzenschutz einsetze, aber auf anderen ist es notwendig.“

Von Andrea Müller-Kudelka

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