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Stadt Wolfsburg Das sagen die Menschen in Westhagen nach den Angriffen auf das Schulzentrum
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Das sagen die Menschen in Westhagen nach den Angriffen auf das Schulzentrum
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20:33 07.01.2020
Erster Schultag im neuen Jahr: Bei Schülern und Lehrern waren die Krawalle am Schulzentrum und die Übergriffe auf Einsatzkräfte natürlich Gesprächsthema Nummer eins. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Es ist der erste Schultag nach den Winterferien: Am Dienstag sehen die Schüler im Schulzentrum Westhagen mit eigenen Augen die Schäden, welche die Randalierer in der Silvesternacht hinterlassen haben. Die Stimmung ist laut Schulleiter Dr. Thomas Lohmann deutlich ruhiger als sonst – sowohl im Lehrerzimmer als auch auf den Gängen.

Betroffenheit bei den Schülern

„Die Ereignisse an Silvester haben bei den Schülern Betroffenheit ausgelöst“, sagt der Rektor. Dabei ging es zum einen um die Attacke auf die Rettungskräfte. „Dieses Verhalten stößt bei den Schülern auf völliges Unverständnis“, berichtet Lohmann. Aber es sei auch der Angriff auf „ihre“ Schule, der den Schülern nahe gehe.

An vielen Stellen in Westhagen wird gebaut – und die leer stehenden Geschäfte locken Randalierer an, die sich hinter den Absperrungen unbeobachtet wähnen.

Vertreter der Stadtverwaltung besichtigten am Dienstag zusammen mit Handwerksbetrieben die Schäden. Wie schnell die Reparaturen erfolgen, hängt laut einer Sprecherin der Stadt vor allem davon ab, wie stark die Firmen ausgelastet sind. Direktor Lohmann hofft, dass der Unterrichtsraum mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres wieder genutzt werden kann.

„Ich war schon geschockt“

Zum Schulschluss werden einige Schüler von ihren Eltern abgeholt. „Ich war schon geschockt“, schildert die zehnjährige Gymnasiastin Amelie Schröder ihre Gefühle, als sie von den Vorfällen erfuhr. Auch sie habe die Videos gesehen, welche die Randale in der Silvesternacht zeigen sollen. „Wir haben heute auch über die Sache gesprochen. Wir haben Fragen gestellt, und die Lehrer haben klargestellt, was passiert ist“, sagt die Fünftklässlerin.

Zumindest, so weit es die Lehrer wissen. Noch laufen die Ermittlungen, eine dreiköpfige Ermittlungsgruppe der Polizei wertet derzeit Fotos und Videos der Tatnacht aus. „Unsere Lehrer wissen auch nicht mehr“, sagt Nike Schollbach. Wie sie auf die Vorfälle reagiert hat? „Es hat mich leider nicht überrascht“, sagt die 15-Jährige. Sie habe auch von Sachbeschädigungen an Silvester in den Vorjahren gehört.

„Es gibt hier einen guten Zusammenhalt“

Doch dieses Silvester schlugen die Feiernden deutlich über die Stränge. Bei den Kunden im Friseursalon von Katharina Vosk war es Gesprächsthema Nummer eins. „Das bringt uns nur wieder einen schlechten Ruf. Das ist schade, zwischendurch hatte sich das Image gebessert“, meint die ­37-Jährige. Zum Beispiel hätten die von der Neuland geplanten Neubauten die Einwohner positiv gestimmt.

Auch Kim-Monique Ezzeddine vom Kiosk um die Ecke findet es schade, dass der Stadtteil, in dem sie einst zur Schule ging, schlecht geredet wird. „Ich habe hier jedenfalls keine Angst, wenn ich abends nach Hause gehe. Es gibt hier einen guten Zusammenhalt. Ich habe hier täglich mit so vielen Leuten zu tun, und die sind alle umgänglich“, sagt die 29-Jährige, die seit drei Jahren wieder in Westhagen lebt. Was sie sich wünschen würde, ist mehr Präsenz von der Polizei. „Ich habe hier in den letzten Jahren keinen Kontaktbeamten mehr gesehen.“

Polizei war mit bis zu 30 Beamten im Einsatz

Das will Polizeisprecher Sven-Marco Claus so nicht stehen lassen. Es gebe mit Jens Oertelt einen Kontaktbeamten für Westhagen, der habe allerdings noch andere Zuständigkeitsbereiche.

Heute möchten wir euch unseren Kontaktbeamten Jens Oertelt vorstellen 👮 Der Polizeioberkommissar ist für die Stadteile...

Gepostet von Polizei Wolfsburg am Mittwoch, 2. Oktober 2019

Und direkt nach der Tat habe die Polizei verstärkt Präsenz gezeigt, darunter mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei: „Bis einschließlich Sonntag waren wir teilweise mit bis zu 30 Leuten im Einsatz.“ Dabei seien viele Personalien überprüft worden, die Lage jedoch ruhig geblieben. „Wir behalten den Bereich im Auge“, verspricht Claus.

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