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Stadt Wolfsburg Darum verdoppelt sich der Wasserverbrauch
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Darum verdoppelt sich der Wasserverbrauch
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06:01 01.08.2019
Immer mehr Wasserverbrauch: Vor allem die Rasensprenger an heißen Tagen treiben die Pumpen der Wasserwerke zu Höchstleistungen an. Quelle: dpa
Gifhorn

Die Region Gifhorn/Peine/Wolfsburg verbraucht durch die Hitzewellen immer mehr Wasser. Viele Versorger melden neue Verbrauchsrekorde. Die bisherigen aus dem Dürre-Jahr 2018 sind fast überall längst überholt.

Der Wasserverband Gifhorn pumpt an normalen Tagen bis zu 15 000 Kubikmeter Wasser zu seinen Kunden. Der Rekord 2018 lag bei 38 183. Das letzte Juni-Wochenende dieses Jahres machte diesen Wert schon obsolet mit Werten von 38 581 und 38 486 Kubikmetern – und die Serie der Hitzewelle und Trockentage scheint noch nicht abzureißen.

Der Wasserverband Peine nennt keine Tagesrekordzahlen fürs Gesamtnetz, die Versorgungsregionen seien dafür zu verschieden, so Technischer Leiter Michael Wittemann. Aber er hat ein plastisches Beispiel für die steigenden Verbräuche: Der auch den Südkreis Peine versorgende Behälter Bereler Ries habe am 7. August des vorigen Jahres 521 Kubikmeter als Stundenspitze abends geliefert. Am 30. Juni dieses Jahres waren es satte 639.

Gleiches Bild bei der LSW: 2018 lag der Rekord noch bei 32 300 Kubikmeter pro Tag, die Spitze in diesem Jahr schon bei 33 900 – bei einem Durchschnitt, der innerhalb eines Jahres von 19 700 auf jetzt 20 400 Kubikmeter geklettert ist. Nur die Kunden des Wasserwerks Gifhorn waren – bislang – für keinen neuen Rekord zu haben: Die 2019-er Spitze von 7444 Kubikmetern kam nicht an den 2018-er Rekord 7804 heran.

„Die Gartenberegnung spielt die entscheidende Rolle bei den hohen Verbräuchen im Sommer“, sagt Andreas Schmidt, Geschäftsführer des Wasserverbandes Gifhorn. „Welcher Anteil der Wassernutzung auf Gartenbewässerung zurückgeht, lässt sich jedoch nicht genau beziffern“, sagt Wittemann.

Sven-Erik Timm vom Wasserwerk Gifhorn: „Wir stellen auch fest, dass die Abnahme in der Nacht mehr und mehr ansteigt. Dies führen wir auf moderne Bewässerungssysteme zurück, welche zeitgesteuert in der Nacht betrieben werden.“

Laut Wasserverband Vorsfelde pumpen 80 Rasensprenger so viel wie ein Löschwasserhydrant im Brandfall. Er sieht das Rasensprengen als „vermeidbare Wasserentnahme und extreme Rohrnetzbelastung“ an.

Eine weitere Belastung für das Trinkwassernetz ist laut Wittemann zunehmend der Badespaß im heimischen Garten. „Zum Mehraufwand im Sommer kommen auch Poolbefüllungen, die binnen kurzer Zeit größere Mengen aus dem Netz abziehen.“

Mehr Körperpflege macht laut Schmidt kaum etwas aus. „Würde jeder Kunde wegen der Hitze einmal mehr am Tag duschen und dabei 60 Liter verbrauchen, erhöhte sich die Abgabemenge beim Verband nur um etwa 8000 Kubikmeter.“ Eine noch geringere Rolle spielt das Trinken: „Zwei Liter mehr am Tag würde die Abgabe lediglich um zirka 260 Kubikmeter vergrößern.“

Tipps zum Wassersparen

Die Trinkwasserversorger in der Region Gifhorn/Peine/Wolfsburg können aus dem Vollen schöpfen. Dennoch sollten die Verbraucher nicht mit dem kostbaren Gut aasen. Nicht zuletzt muss das Rohrnetz auch in Spitzenzeiten die Wassermengen fassen können, ohne dass der Druck zusammen bricht. Hier ein paar Tipps der Fachleute zum Sparen:

Rasen nur bei extremer Trockenheit sprengen, und dann am besten nicht zwischen 17 und 22 Uhr, denn da sprengen alle. Würden mehr Leute vorher oder nachher ihre Beregnung einschalten, wäre die Belastung für das Netz besser verteilt. Nachts ist am günstigsten, weil dann auch am wenigsten Wasser gleich wieder verdunstet.

Duschen statt baden: Das spart laut LSW-Sprecherin Birgit Wiechert schonmal rund 100 Liter pro Person und Tag.

Wasch- und Spülmaschinen nur voll gepackt nutzen.

Von Dirk Reitmeister

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