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Stadt Wolfsburg Schulen und Kitas schließen: Notfallbetreuung für einige Kinder
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Schulen und Kitas schließen: Notfallbetreuung für einige Kinder
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18:54 13.03.2020
Geschlossen: Ab Montag sind die Schulen und Kitas zu. Quelle: Sven Hoppe/dpa
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Wolfsburg

Auf Eltern kommen schwierige Zeiten zu. Die Schulen, Kitas und Tagespflegeeinrichtungen in Wolfsburg bleiben ab Montag aufgrund des Corona-Virus geschlossen. Die Schulen sollen am 20. April wieder öffnen. „Eltern müssen daher die Betreuung ihrer Kinder selbst sicherstellen“, teilte die Stadt Wolfsburg mit.

Stadt unterstützt Eltern im Gesundheitswesen

Nach der Beratung mit allen Trägern der Wolfsburger Kitas und Schulen am Freitagnachmittag stellte die Stadt einen Notfallplan vor. Eltern, die im Gesundheitswesen arbeiten, bei der Feuerwehr oder in der Pflege tätig sind, bekommen für ihre Kinder eine Notfallbetreuung. „Wir richten das flächendeckend ein. Die Notfallbetreuung gibt es für Kinder, deren Erziehungsberechtigte wichtig für die Aufrechterhaltung der ,kritischen Infrastruktur’ sind“, sagte Iris Bothe, Dezernentin für Jugend und Bildung.

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Unterstützung bei der Kinderbetreuung

Zum Personenkreis, dessen Kindern eine Betreuung ermöglicht wird, gehören Ärzte, Hausärzte und Klinikpersonal, Apotheker, Polizisten und Mitarbeiter der Feuerwehr, ambulantes Pflegepersonal und jene, die in Heimen tätig sind. Auch Eltern, die in Hilfsorganisationen der Krisenvorsorge und in Versorgungsbetrieben der Stadt arbeiten, bekommen Unterstützung. Ebenso das Betreuungspersonal in Einrichtungen.

Die Stadt wird ab Montag in jeder Kita eine Notfallgruppe für Krippenkinder und Kita-Kinder einrichten. Am Montag und Dienstag wird es laut Bothe „ganz normale Notgruppen“ in Kitas und Schulen geben, ab Mittwoch dann nur noch für den genannten Personenkreis, der für die „kritische Infrastruktur“ relevant ist.

Für Schulkinder erfolgt die Betreuung in der Zeit zwischen 8 und 13 Uhr sowie für Schüler bis zur vierten Jahrgangsstufe im Rahmen des Ganztagsangebotes der Schule. „In den Ganztagsschulen können bis zu 50 Kinder in einer Gruppe untergebracht werden, wobei wir nicht damit rechnen, dass es so viele sein werden“, sagt Bothe.

Einrichtungen sprechen mit Eltern Betreuung ab

Die Kinder werden von Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal in den Einrichtungen betreut. Kinder, die in der Kita am Klinikum betreut werden, werden dann in zwei Gruppen auf zwei Gebäude aufgeteilt. Eltern können am Montag direkt in ihrer Einrichtung besprechen, ob sie zu dem Personenkreis gehören, der eine Notbetreuung in Anspruch nehmen kann. Gegebenenfalls wird ein Nachweis vom Arbeitgeber erforderlich.

Stadt streicht das Ferienprogramm

Auch die städtische Kinder- und Jugendförderung wird geschlossen. „Das Ferienprogramm wird abgesagt, die Eltern erhalten dazu eine Mitteilung“, so die Schuldezernentin. Erster Stadtrat, Dennis Weilmann bittet die Eltern um Verständnis: „Die Einschränkungen sind aufgrund der aktuellen Lage notwendig.“

Die Schuldezernentin weist im Zusammenhang auf die bevorstehenden Osterferien nochmals darauf hin, dass Rückkehrer aus einem Risikogebiet für 14 Tage unter Quarantäne stehen. „Das bedeutet auch, dass sie in Schulen und Kitas keinen Zutritt haben“, so Bothe.

Stadtelternrat: Eltern sollten sich gegenseitig unterstützen

Der Vorsitzende des Stadtelternrates, Alexander Paul, appellierte an die Eltern: „Die Betreuung der Kinder ist eine Herausforderung. Wir müssen in diesen Zeiten näher zusammenrücken. Vielleicht können Eltern untereinander Schüler aufnehmen und sich kümmern.“ Eine andere Lösung wisse er im Moment auch nicht. Er selbst hält die Schulschließung jedoch für sinnvoll. „Wenn wir die Kette nicht unterbrechen, gibt es ein riesiges Krankheitsbild. Das Virus wird sich weiter ausbreiten“, so Paul. Er habe aus den Wolfsburger Schulen gehört, dass die Schüler angewiesen seien, alle Lernmittel mit nach Hause zu nehmen. Im Notfall sei dann das Lernen von zu Hause möglich.

Kita-Vorsitzende: Große Herausforderung für die Eltern

Kathrin Preobraschenski, Vorsitzende der Kita-Stadtelternvertretung, spricht von einer „großen Herausforderung für alle Eltern“. Eine Notbetreuung über die Großeltern sei nicht möglich, da sie zur Risikogruppe gehören. „In der Theorie ist die Schließung sinnvoll, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. In der Praxis wird die Umsetzung jedoch extrem schwierig“, sagt Preobraschenski

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Von Nina Schacht