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Stadt Wolfsburg Zwölf Tote bei Corona-Ausbruch in Wolfsburger Pflegeheim
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Zwölf Tote bei Corona-Ausbruch in Wolfsburger Pflegeheim
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10:46 29.03.2020
Hanns-Lilje-Heim in Wolfsburg: Zwölf Bewohner des Heims sind an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Quelle: Roland Hermstein
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Wolfsburg

Bei einem Coronavirus-Ausbruch in einem Wolfsburger Pflegeheim sind in den vergangenen Tagen zwölf Bewohner an den Folgen der Infektion gestorben. Insgesamt wurden 72 Bewohner des Hanns-Lilje-Heims positiv auf das Coronavirus getestet. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) sprach am Samstag bei einer Pressekonferenz im Rathaus von einer „bedauerlichen Entwicklung“. Die Zahl aller bestätigten Corona-Fälle in Wolfsburg erhöhte sich auf 122.

Das Ausmaß des Corona-Ausbruchs in dem Heim der Diakonie Wolfsburg für Demenzkranke sei erst nach systematischen Tests offenbar geworden, mit denen laut Mohrs am Donnerstag begonnen wurde. Der erste Bewohner des Heims sei am 18. März im Klinikum positiv auf Corona getestet worden. Den ersten Todesfall gab es demnach am 23. März. Am Donnerstag und Freitag seien jeweils vier weitere Bewohner an einer Corona-Infektion gestorben. Manche Verstorbene hätten keinerlei Krankheitssymptome gezeigt, sagte Gesundheitsamts-Leiter Friedrich Habermann. Zwei weitere Todesfälle in dem Heim meldete die Stadt am Samstag. Es handelt sich um eine 92-jährige Frau und einen 90-jährigen Mann.

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Bewohner des Heims sind an Demenz erkrankt

Gesundheitsdezernentin Monika Müller betonte, dass man alles tue, um die Bewohner und Mitarbeiter des Pflegeheims zu schützen. Heimleiter Torsten Juch erklärte, dass die mit dem Coronavirus Infizierten von negativ getesteten Bewohnern räumlich strikt getrennt werden. „Da werden Türen abgeschlossen, Schleusen eingerichtet“, so Juch. Zur Diskussion stand laut Mohrs auch die Unterbringung eines Teils der Bewohner in einem derzeit geschlossenen Hotel. Nach „sehr intensiven Gesprächen“ habe sich der Krisenstab letztlich dagegen entschieden.

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Heimleiter Juch äußerte sich zuversichtlich, dass mit den ergriffenen Maßnahmen eine Eindämmung des Virus gelingen könne. Weitere positive Tests seien aber auch aufgrund der langen Inkubationszeit nicht ausgeschlossen. „Es ist für uns eine Zeit des Kämpfens gegen den Virus. Die Perspektive, die wir zurzeit haben, ist eine katastrophale Perspektive“, sagte Diakonie-Chef Günther. Die Situation sei für die 165 an Demenz erkrankten Bewohner besonders belastend, da sie laut Günther den Sinn einer Kontaktsperre nicht nachvollziehen könnten.

Sozialministerin spricht von „schrecklichen Nachrichten“

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) äußerte sich bestürzt über die hohe Zahl der Todesfälle in dem Wolfsburger Pflegeheim. Das seien „schreckliche Nachrichten“, sagte Reimann. Diese Tragödie zeige die zerstörerische Kraft, die das Virus entfalten könne. Sie führe deutlich vor Augen, dass insbesondere Seniorinnen und Senioren geschützt werden müssten: „Auch vor dem Hintergrund der furchtbaren Ereignisse in Wolfsburg warne ich davor, vorschnell Debatten über eine Aufhebung der Kontaktverbote zu führen und falsche Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Krise zu wecken“, fügte die Ministerin hinzu.

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Von Florian Heintz

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