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Stadt Wolfsburg Corona: Hunderte Wolfsburger bieten Hilfe für Menschen in Not an
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Corona: Hunderte Wolfsburger bieten Hilfe für Menschen in Not an
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20:38 16.03.2020
Helfergruppe in Heiligendorf: Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr wurde nach einem Aufruf von Ortsbürgermeister Marco Meiners (re.) aktiv. Quelle: Britta Schulze
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Wolfsburg

In der Corona-Krise zeigen die Wolfsburger große Solidarität. Hunderte Menschen aus der VW-Stadt bieten in sozialen Netzwerken ihre Hilfe für Ältere, Kranke und Menschen in Quarantäne an, die aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus derzeit nicht nach draußen gehen können oder wollen.

Facebook-Gruppe „Wolfsburger gegen Corona“

Ricarda Franke aus Vorsfelde gründete am Wochenende die Facebook-Gruppe „Wolfsburger gegen Corona“. Damit löste sie eine Welle der Hilfsbereitschaft aus: Bis Montagmittag hatte die Gruppe schon mehr als 420 Mitglieder. Wolfsburger aus allen Stadt- und Ortsteilen bieten ihre Hilfe an – beim Einkaufen und bei Behördengängen, bei der Kinderbetreuung oder der Versorgung von Haustieren „Mir geht es besonders um die Risikogruppen. Auch wenn viele von uns einen milden Verlauf dieser Erkrankung haben werden, kann es doch für andere schlimmere Folgen haben“, sagt Ricarda Franke. Die 33-Jährige hat auch bei sich zuhause einen Zettel im Treppenhaus aufgehängt, um Nachbarn ihre Hilfe anzubieten – sie ruft andere dazu auf, es ihr gleichzutun.

Corona-Hilfsaktionen in Wolfsburg – eine Bildergalerie:

Einkäufe, Behördengänge, Kinderbetreuung: In Facebook-Gruppen und über Aushänge in Hausfluren bieten viele Wolfsburger ihre Unterstützung für Ältere, Kranke oder Menschen in Quarantäne an.

Die gelernte Krankenschwester arbeitet bei VW und stammt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen. Als Zugezogene weiß sie, dass es nicht für alle einfach ist, in Wolfsburg Anschluss zu finden. „Viele Menschen haben auch sicher Angst, da sie hier kein großes soziales Umfeld haben. Ich hoffe, mit solchen Gruppen kann man den Menschen die Angst nehmen und ihnen ein wenig Sicherheit schenken“, sagt Franke.

Nachbarschaftshilfe in Sülfeld

In Sülfeld hat Sonja Glanz, Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin, über Facebook eine Nachbarschaftshilfegruppe gestartet. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Roman Dettmann (PUG) und Pastorin Larissa Anne Mühring übernahmen spontan die Projektkoordination. Helfer aus Sülfeld können sich im Internet unter www.sülfeld-online.de oder unter Telefon 0177 / 4788823 registrieren. Aufgerufen sind alle, die Hilfe und Beistand benötigen. „Ziel ist es, eine schnelle, unbürokratische Hilfe in Zeiten von Corona zu unterstützen und beieinander zu stehen: solidarisch, miteinander und füreinander,“ sagt Dettmann. Pastorin Mühring ist froh, dass viele Sülfelder Vereinsvertreter mitmachen. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen: Niemand muss Angst haben. Unser Dorf kümmert sich“, so Mühring.

Hilfsgruppe in Heiligendorf gegründet

In Heiligendorf hat sich nach einem Aufruf von Ortsbürgermeister Marco Meiners (FDP) über den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr eine Helfergruppe zusammengeschlossen. „Wir hatten schnell einige Leute zusammen, die helfen wollen, auch Menschen außerhalb der Feuerwehr und Frauen von aktiven Kameraden“, sagt Maurice Grassau, zweiter Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins. Die 25-köpfige Gruppe bietet Einkaufsgänge und andere Erledigungen, kleine Besuche oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung für andere Heiligendorfer an. Wer die Hilfe der Gruppe in Anspruch nehmen will, kann sich bei Fabian Grassau unter Telefon 0160 / 96474484 melden.

Facebook-Gruppe „Wolfsburg hilft!“

Der Wolfsburger Daniel Olivier betreibt bei Facebook die Gruppe „Wolfsburg – DIE Stadt“ mit mehr als 3200 Mitgliedern. Normalerweise tauschen sich die Nutzer dort über Veranstaltungen und Lieblingsplätze aus oder zeigen ihre Fotos. Am Wochenende benannte Olivier die Gruppe spontan in Wolfsburg hilft!“ um und rief zur Unterstützung von Wolfsburgern in Notlagen auf. „Beim Lesen eines Berichtes aus einem Krankenhaus in Italien, der mich sehr bewegt hat, bin ich auf die Idee gekommen, die bestehende Reichweite meiner Gruppe für Hilfsgesuche und -angebote zu nutzen“, erklärt Olivier.

Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs lobt die Solidarität

Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) lobt die Solidarität mit älteren und kranken Mitbürgern. Die vielen Beispiele zeigten, dass Hilfe auch ohne zu nahen körperlichen Kontakt über Telefon, Aushänge im Hausflur oder Gruppen-Chats möglich sei. „Folgen Sie diesen Beispielen! Halten Sie auch zu kranken und älteren Menschen unter Beachtung der Regeln zur Vermeidung von Ansteckung Kontakt“, appelliert Mohrs.

Infos zum Coronavirus

Was tun im Verdachtsfall? Wer Erkältungs- oder Grippesymptome entwickelt, sollte sich telefonisch an seinen Hausarzt oder das Bürgertelefon der Stadt Wolfsburg wenden.

Wo finde ich weitere Infos? Die Stadt Wolfsburg hat eine Hotline eingerichtet. Diese ist unter Tel. 05361-282828 montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr erreichbar. Infos gibt es auf www.wolfsburg.de/coronavirus. Dort stehen auch Links zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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