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Stadt Wolfsburg Diakonie Wolfsburg sucht freiwillige Mundschutz-Näher
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Diakonie Wolfsburg sucht freiwillige Mundschutz-Näher
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21:06 28.03.2020
Eine Mundschutzmaske entsteht an einer Nähmaschine: Die Diakonie Wolfsburg bittet um Unterstützung. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Die Diakonie Wolfsburg hat einen Aufruf zur Unterstützung bei der Herstellung von Schutzmasken gestartet. Für die Beschäftigten in den Pflegeheimen und anderen Einrichtungen gebe es in der Corona-Krise nicht genügend Schutzmaterial. Diakonie-Vorstand Ralf-Werner Günther appelliert deshalb an alle Wolfsburger: „Beteiligt Euch an unserer Mundschutz-Näh-Initiative!“

Initiative entstand im Seniorenzentrum St. Elisabeth

Die ersten selbstgenähten Mundschutzmasken liegen vor. Auch hätten sich bereits Unterstützer-Kreise gebildet und seien am Nähen. Die Initiative geht der Diakonie zufolge zurück auf Mitarbeiterinnen des Seniorenzentrums St. Elisabeth, die vor zwei Wochen am Arbeitsplatz mit dem ersten Corona-Fall konfrontiert wurden.

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Dabei hätten sie erfahren müssen, was für alle Träger in der Altenhilfe derzeit zum akuten Problem werde. „Bei der Verteilung der knappen Schutzkleidungsgüter sind wir in der Altenhilfe nicht unbedingt diejenigen, an die in Deutschland zuerst gedacht wird. Dabei leisten wir einen systemrelevanten, gesellschaftlich wertvollen Beitrag im Umgang mit dem Virus“, sagt Diakonie-Vorstand Günther. „Insbesondere die Senioren, die eben auch bei uns in großer Zahl wohnen, sind durch das Virus besonders gefährdet.“

Ziel: 200 Mundschutzmasken bis Ende kommender Woche

Die Pflege- und Hauswirtschaftsteams des Seniorenzentrums St. Elisabeth setzen sich derzeit in ihrer knappen Freizeit selbst an die Nähmaschinen und haben viele Freundinnen zum Mitnähen motiviert, wie Leiterin Nadine Florentin berichtet. Das erklärte Ziel der fleißigen Näherinnen: 200 Mundschutzmasken für das St.-Elisabeth-Heim bis zum Ende der kommenden Woche fertigzustellen.

Bianca Wegner vom Seniorenzentrum St. Elisabeth mit einem selbstgenähten Mundschutz. Quelle: privat

Insgesamt benötigt das Diakonische Werk Wolfsburg für seine elf stationären Pflegeheime und den ambulanten Pflegedienst, die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen und Beratungsstellen wie etwa die Suchthilfe mehrere Tausend Masken. „Also helft uns und näht. Wir verteilen dann auch gerne weiter an andere Träger vor Ort. Nur mit gegenseitiger Unterstützung sind wir stark und haben der Pandemie etwas entgegenzusetzen“, so Günther.

Blumen, Kuchen und mutmachende Botschaften für Pflegekräfte

Der Diakonie-Vorstand berichtet von einer Welle der Hilfsbereitschaft in den Altenhilfe-Einrichtungen. Angehörige stellten Blumen, selbst gebackenen Kuchen oder Süßigkeiten vor die verschlossenen Türen, leisteten Unterstützung durch Mutmachbriefe und Gebete oder klemmten handgeschriebene Energie-Botschaften hinter die Scheibenwischer von Mitarbeiterautos auf den Parkplätzen der Heime. „Das alles hilft unseren Teams sehr. Diese kreativen Formen der Hilfsbereitschaft freuen uns, rühren uns und schenken uns die nötige Energie zum Durchhalten und Weitermachen“, sagte Günther.

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Von Florian Heintz

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